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Bildung, Arbeit und LebenschancenArbeitsmarktpolitik und Beschäftigung

Bildung, Arbeit und Lebenschancen

Abteilung Arbeitsmarktpolitik und Beschäftigung





Projektfeld Effizienz und Effektivität der Arbeitsmarktpolitik


 

  In diesem Projektfeld geht es um die Frage der Wirksamkeit der Arbeitsmarktpolitik. Die Abteilung setzt zum einen die Tradition der Verknüpfung aggregierter Wirkungsanalysen, qualitativer Implementationsstudien und diverser Methoden des Benchmarking auf regionaler und nationaler Ebene fort, zum anderen verstärkt sie die Bemühungen mikrosoziologischer und mikroökonomischer Kausalmodelle zur Wirksamkeit der Arbeitsmarktpolitik auf langfristige Erwerbsverläufe. Die forschungsleitende Hypothese ist, dass Arbeitsmarktpolitik um so effektiver und effizienter ist, je mehr ihre Umsetzung auf klarer zentraler Zielsteuerung und dezentralen Verantwortungsstrukturen basiert. Im einzelnen geht es um folgende Fragen: Wie und mit welchem Erfolg werden Reformen der Arbeitsvermittlung von öffentlichen Beschäftigungsdiensten umgesetzt? Welche Erfolgskriterien des Monitoring und Controlling sind relevant? Wie werden Lernprozesse unter Mitarbeitern, Jobagenturen, Trägern und Regionen erfolgreich in Gang gesetzt? Welche Auswirkungen haben unterschiedliche Gestaltungen der Arbeitslosenversicherung, Fortbildungsmaßnahmen, des Kündigungsschutzes, sowie der Erziehungsurlaubsregelungen und der Infrastruktur der öffentlichen Kinderbetreuung auf Erwerbsentscheidungen von Haushalten und auf die langfristigen individuellen Erwerbsverläufe? Wo sind die kognitiven und institutionellen Barrieren für eine zukunftsgerechte Reform der Arbeitsmarktpolitik? Was können wir aus den Organisationsreformen (Neue Steuerungsmodelle, Privatisierung und Kontraktmanagement) anderer Länder lernen?

v Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission - Neuausrichtung der Vermittlungsprozesse
v  Evaluation der Experimentierklausel nach § 6c SGB II
v Arbeitsmarktchancen und -risiken älterer Arbeitsloser
v Geschichte der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland 1945 bis 1994
v Benchmarking von Arbeitsmarktpolitik und der Einfluss von Differenzen in der regionalen Wirtschafts- und Qualifikationsstruktur
v Implementation der Arbeitsvermittlung: Eine empirische Analyse am Beispiel der Reform der Bundesagentur für Arbeit
v Evaluierung von Vermittlungsdienstleistungen am Arbeitsmarkt, mit besonderer Berücksichtigung von Zeitarbeit

 
  ●  Evaluation der Maßnahmen zur Umsetzung der Vorschläge der Hartz-Kommission
    Modul 1a Neuausrichtung der Vermittlungsprozesse

Projektleitung: Hugh Mosley, Günther Schmid
Projektmitarbeiter: Silke Gülker, Petra KapsAndreas Mauer, Kai-Uwe Müller, Frank Oschmiansky, Holger Schütz
Sekretariat: Angelika Zierer-Kuhnle

Laufzeit: 2004-2006
Finanzierung: BMWA
Kooperation: infas

Im Rahmen des Projektes soll die seit 2002 begonnene Neuausrichtung der Arbeitsvermittlung evaluiert werden. Diese Reform der Vermittlung umfasst sowohl Änderungen durch die sog. „Hartz-Gesetze“ als auch untergesetzliche Veränderungen durch interne Reformen der Bundesagentur für Arbeit. In dem Forschungsprojekt wird angestrebt, die einzelnen Elemente der Reformen nicht isoliert zu untersuchen, sondern in Wirkungszusammenhängen aufeinander zu beziehen. Die Leitfrage lautet, ob die Reformen zu einer Verbesserung der Prozess- und Wirkungsqualität der Arbeitsvermittlung beitragen. Ein komplexes Untersuchungsdesign aus Geschäftsdatenanalysen, mikroökonomischen Wirkungsanalysen und quantitativer und qualitativer Implementationsanalyse deckt die vielfältigen Dimensionen der Forschungsfragestellung ab.

> weitere Informationen zum Projekt und Endbericht

 

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  ●  Evaluation der Experimentierklausel nach § 6c SGB II

Projektleitung: Hugh Mosley
Projektmitarbeiter: Petra Kaps, Frank Oschmiansky

Laufzeit: 2006-2008
Finanzierung: BMAS

Im Rahmen der durch das BMAS geförderten Evaluation der Experimentierklausel nach § 6c SGB II untersucht das Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) in Kooperation mit dem Institut für Stadt- und Regionalentwicklung Frankfurt a.M. (ISR) und dem Institut für angewandte Sozialwissenschaft Bonn (infas) die Implementation der Umsetzung des SGB II in den verschiedenen Varianten der Trägerschaft sowie die externen Governancestrukturen, die die lokale Umsetzung beeinflussen.

Die zentralen Arbeitsfelder des WZB innerhalb der Evaluation sind zum einen die Analyse der externen Governancestrukturen, die das Handeln der lokalen Akteure bestimmen. Die Governanceanalyse erfasst Unterschiede in den Rahmenbedingungen zwischen den Modellen der Trägerschaft, die Einfluss auf die Umsetzung des SGB II haben. Dazu gehören:

• der formelle institutionelle Rahmen sowie informelle und untergesetzliche Regeln,
• Unterschiede in der Fach- und Rechtsaufsicht,
• die Analyse der Interessenkonstellation zentraler Akteursgruppen und deren Einflusses auf die lokale Ausgestaltung der Trägerschaft des SGB II
  (Rolle der BA, des BMAS, der Landespolitik, der Kommunalpolitik, der kommunale Spitzenverbände etc.),
• Steuerung und Controlling der SGB-II-Einheiten,
• Verfahren der Ressourcenbereitstellung sowie
• spezifische lokale Akteurskonstellationen.

Ein zweiter Aspekt ist die Untersuchung der Schnittstellen zwischen dem SGB III und dem SGB II in den verschiedenen Formen der Trägerschaft. In der ersten Projektphase bis Sommer 2007 erfolgt eine Konzentration auf folgende Themenbereiche:

• Organisation des Arbeitgeberservices und der Stellenakquisition,
• Umsetzung von Berufsberatung, Ausbildungsvermittlung sowie Ausbildungsförderung für Jugendliche aus dem SGB-II-Rechtskreis,
• Umsetzung und Arbeitsweise der Gemeinsamen Einigungsstelle nach § 45 SGB II.

 

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  ●  Arbeitsmarktchancen und -risiken älterer Arbeitsloser

Projektleitung: Hugh Mosley
Projektmitarbeiter: Andreas Mauer

Laufzeit: ab 2007
Finanzierung: Hans-Böckler-Stiftung

Den Ausgangspunkt des Projektes bildet der Annahme, dass die Erwerbsverläufe älterer Arbeitsloser heterogener sind als angenommen. Im Mittelpunkt steht die Identifikation und Erklärung von typischen Erwerbsverlaufsmustern nach Eintritt in Arbeitslosigkeit. Erfolgreiche Wege zurück in Beschäftigung werden herausgearbeitet, Förderbedarf und Armutsrisiken in der Nach-Frühverrentungsära ausgelotet.

  • Kontext / Problemlage

    Die alternde Gesellschaft in Deutschland erfordert eine Neuausrichtung der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungspolitik. Damit das Verhältnis von BeitragszahlerInnen und EmpfängerInnen von Sozialversicherungsleistungen (z. B. Altersrenten) mittelfristig nicht aus dem Gleichgewicht gerät, muss das Erwerbspersonenpotential besser ausgeschöpft werden als bisher. Dies gilt insbesondere für die Gruppe der Älteren, d. h. über 50-jährigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Erwerbsquote im internationalen Vergleich niedrig ist. Die Abkehr von der Politik der arbeitsmarktinduzierten Frühverrentung wurde mit der Reform der Erwerbsminderungsrenten eingeleitet und durch mehrere nachfolgende Änderungen des Rentenrechts vollzogen. Die Erschwerung des vorzeitigen Renteneintritts alleine ist allerdings keine hinreichende Maßnahme zur Erhöhung der Erwerbsbeteiligung Älterer, da vielen Älteren, die ihre Arbeitsstelle verloren haben, der Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt verschlossen bleibt.
     
  • Fragestellung

    Das Forschungsprojekt strebt eine differenzierte Bestandsaufnahme der Arbeitsmarktchancen älterer Arbeitsloser an. Dazu werden dynamische und detaillierte Analysen ihrer Wiedereingliederungschancen erarbeitet sowie typische Erwerbs- und Maßnahmeverlaufsmuster identifiziert. Im Anschluss daran soll der Frage nachgegangen werden, wie gut sich die vorgefundenen Muster von Arbeitslosigkeits-, Erwerbs- und/oder Maßnahmeverläufen durch soziodemografische Merkmale, die Erwerbsbiografie oder regionale Arbeitsmarktbedingungen erklären lassen. Das Projekt strebt die Identifizierung von chancenreichen, aber auch besonders benachteiligten bzw. förderungsbedürftigen Personengruppen an. Auf Grundlage dieser Analysen kann der Bedarf an aktiver Arbeitsmarktpolitik für ältere Bewerber abgeschätzt und Maßnahmen passgenauer zugewiesen werden. Zudem werden die mit der weitgehenden Abschaffung der Möglichkeiten zur Frühverrentung einhergehenden sozialen Herausforderungen und Armutsrisiken offen gelegt.
     
  • Untersuchungsmethoden

    Die Analyse von Erwerbsverläufen hält wesentlich präzisere und weiter gehende Informationen bereit als Querschnittsbetrachtungen. Sie bringt z. B. Aufschluss über den Parcours in die Langzeitarbeitslosigkeits- bzw. Nichterwerbstätigkeitsfalle, zeigt aber auch auf, wie erfolgreiche Verläufe zurück in Beschäftigung aussehen und ggf. variieren können. Zur Klassifizierung typischer Erwerbsverläufe kommt das sequenzanalytische Optimal-Matching-Verfahren mit anschließender Clusteranalyse zur Anwendung. Die Identifikation der Determinanten der ermittelten Erwerbsverlaufsmuster setzt den Einsatz geeigneter Methoden voraus. Zu berücksichtigen ist, dass statistische Kovarianz kein hinreichender Indikator für kausale Beziehungen ist, sondern möglicherweise auf die unterschiedliche Zusammensetzung der verglichenen, diesem oder jenem Verlaufsmuster zugehörigen Personengruppen zurückgeht. Die Berechnung kausaler Beziehungen erfolgt deshalb mit Hilfe von Propensity-Score-Techniken.

 

 

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  ●  Geschichte der Arbeitsmarktpolitik in Deutschland 1945 bis 1994

Projektleitung: Günther Schmid, Frank Oschmiansky

Laufzeit:
Finanzierung: im Rahmen der vom Arbeitsministerium und Bundesarchiv Koblenz geförderten und herausgegebenen Reihe „Geschichte der Sozialpolitik“

Im Rahmen eines auf zwölf Bände angelegten Werkes zur "Geschichte der Sozialpolitik in Deutschland seit 1945" hat die Abteilung im April 1998 den Beitrag zur "Geschichte der Arbeitsmarktpolitik und Arbeitslosenversicherung" übernommen. Das Gesamtwerk wird gemeinsam vom Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung und dem Bundesarchiv in Koblenz herausgegeben. In sieben Zeitabschnitten (1945-49, 1949-57, 1958-66, 1966-74, 1975-82, 1982-89 und 1989-94) wird aufgezeigt, wie sich Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt entwickelten, wie die Arbeitsmarktpolitik darauf reagierte und welche Wirkungen sie hatte. Dabei werden die Verknüpfungen der Arbeitsmarktpolitik mit anderen Politikbereichen beachtet und alle Beiträge zu den historischen Einzelabschnitten werden einen spezifischen theoretischen Bezugsrahmen und einen dokumentarischen Textteil enthalten.

In den Beiträgen der Abteilung wurden einleitend theoretische Grundlagen zu einzelnen Aspekten der Arbeitslosenversicherung und Arbeitsmarktpolitik gelegt (Band 2: Prinzipien der Policy-Forschung, Effizienz und Gleichheit; Band 3: Das arbeitsmarktpolitische Ziel- und Wirkungssystem; Band 4: Lohn- und Berufsbildungspolitik; Band 5: "Aktive" Arbeitsmarktpolitik; Band 6: Segmentationstheorien; Band 7: Entscheidungstheorien; Band 11: Finanzierung der Arbeitsmarktpolitik). Alle Beiträge enthalten außerdem einen historisch beschreibenden und analysierenden Teil sowie eine Dokumenten-Sammlung mit überwiegend zuvor unveröffentlichtem Material.

Da im Forschungsansatz der Abteilung die These der "Pfadabhängigkeit" eine zentrale Rolle spielt, ist die historische Fundierung der Arbeitsmarktpolitik ein unentbehrlicher Bestandteil der Abteilungsforschung.

 

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  ●  Benchmarking von Arbeitsmarktpolitik und der Einfluss von Differenzen in der regionalen Wirtschafts- und Qualifikationsstruktur

Dissertationsprojekt: Christoph Hilbert

Laufzeit: 2003-2005

Im Kontext der Globalisierung wächst die Bedeutung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit, wobei aus wissenschaftlicher Perspektive Krugmans Arbeit „Geography and Trade“ (1991) als Ausgangspunkt für die Analyse in nahezu allen ökonomischen und politischen Bereichen bezeichnet werden kann. Die Arbeitsmarktpolitik stellt dabei einen bedeutenden Teilaspekt regionaler Wirtschaftsentwicklung dar. Im Kontext dieses theoretischen und empirischen Hintergrunds beschäftigt sich das Projekt mit der Messung des Einflusses regionaler Struktur- und Arbeitsmarktbedingungen und deren Bedeutung für ein Benchmarking regionaler Beschäftigungsagenturen. Das Project gliedert sich in zwei Teile: Aus der Mikroperspektive werden Aspekte der regionalen Qualifikationsstruktur und deren Einfluss auf das regionale Lohnniveau analysiert, wobei das Konzept der Lohnkurve die theoretische Basis bildet. Der zweite Teil legt den Fokus auf quantitative Konzepte des Benchmarkings regionaler Arbeitsagenturen. Basis für die Analysen bildet die Schweizer Implementation eines Modells, das auf dem Gedanken der Principal Agent-Theorie fußt. Anhand empirischer Tests mit verschiedenen Datensätzen werden die prinzipielle Anwendbarkeit, die technischen Voraussetzungen und die Möglichkeiten wie auch die Grenzen derartiger Modelle betrachtet.

WZB Discussion Paper zum Projektthema

Christoph Hilbert: Performanzmessung und Anreize in der regionalen Arbeitsvermittlung: Der Schweizer Ansatz und eine Modellrechnung für Deutschland
SP I 2004 – 109 > Abstract   >PDF

 

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  ●  Implementation der Arbeitsvermittlung: Eine empirische Analyse am Beispiel der Reform der Bundesagentur für Arbeit

Dissertationsprojekt: Holger Schütz

 

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  ●  Evaluierung von Vermittlungsdienstleistungen am Arbeitsmarkt, mit besonderer Berücksichtigung von Zeitarbeit

Dissertationsprojekt: Silke Gülker

 

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