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Bearbeitung durch:
Prof. Dr. Wolfgang Zapf, Dr. Roland Habich, Petra
Böhnke, Dr. Jan Delhey, Ricarda Nauenburg
Kontakt:
e-mail: rhabich@medea.wzb.eu
Inhalt:
Beim Euromodul-Projekt handelt es sich um ein
internationales Netzwerk zum Aufbau einer überwiegend europäisch
vergleichenden und vergleichbaren Sozialberichterstattung und
Wohlfahrtsforschung. Bisher sind Vertreter aus 18 Ländern beteiligt.
Ziel ist, einen gemeinsamen Nenner der jeweiligen nationalen
Wohlfahrtsforschungen zu finden, so dass objektive Lebensbedingungen,
subjektives Wohlbefinden und die Qualität der Gesellschaft europaweit
mit einem einheitlichen Instrument analysiert werden können. Damit
wird eine Lücke in der europäisch vergleichenden Sozialstrukturanalyse
geschlossen. Die bislang vorhandenen internationalen Umfrageprojekte
widmen sich entweder vorrangig politischen Einstellungen, erheben
lediglich Indikatoren für ausgewählte Lebensbereiche oder sind für
wissenschaftliche Analysen schwer zugänglich. Die Europäisierung
europäischer Gesellschaften, die nachholende Modernisierung Osteuropas
sowie die Wechselwirkungen zwischen europäischer Integration und
globale Konkurrenz sozialer Sicherungssysteme erzeugen einen
besonderen Problemdruck auf den sozialstrukturellen Wandel, der
wissenschaftliche Analysen mit einer geeigneten Datenbasis
erforderlich macht. Das Euromodul folgt in seiner Konzeption dem
bewährten deutschen >Wohlfahrtssurvey, der objektive und
subjektive Dimensionen von Wohlfahrt kombiniert.
Zeitraum:
1998ff.
Methodische Vorgehensweise:
Den theoretischen Rahmen bilden Konzepte der
Modernisierung und der Wohlfahrtsproduktion. In dieser Perspektive
wird die Transformation, z.B. der postkommunistischen Gesellschaften,
als Systemwechsel und nachholende Modernisierung betrachtet, die sich
jedoch eigene Entwicklungspfade suchen kann. Die Aufgaben der
Sozialberichterstattung sind die Dauerbeobachtung des
sozialstrukturellen Wandels und der Wohlfahrtsentwicklung. Im Rahmen
des Euromoduls wurden in einer Reihe von europäischen und einem
außereuropäischen Land ein gemeinsam entwickelter Fragebogen, der aus
zwei Modulen (Kern- und Zusatzmodul) besteht, in existierende
Befragungen eingeschaltet oder als eigenständige Befragung erhoben.
Diese Vorgehensweise empfahl sich aufgrund der dezentralen
Finanzierung des Projekts – und damit der unterschiedlichen
finanziellen Ausstattung der nationalen Teams. Bisher wurde das
Euromodul in Deutschland, Italien, Slowenien, Ungarn, Schweden,
Spanien, der Schweiz, der Türkei, sowie in Süd-Korea durchgeführt.
Weitere Länder, u.a. Österreich, Groß Britannien und Südafrika sollen
folgen. Die Datengewinnung erfolgt als Querschnittsbefragung mit dem
Ziel von Zeitreihen. Es werden standardisierte Face-to-Face-Interviews
der erwachsenen Wohnbevölkerung durchgeführt, die Mindestgröße der
Zufallsstichprobe beträgt je Teilnehmerland 1000. Die Feldarbeit
übernimmt ein kommerzielles Umfrageinstitut.
Ausgewählte Publikationen:
Böhnke, Petra; Delhey, Jan; Habich, Roland
(2000): Das Euromodul – ein neues Instrument für die europäische
Wohlfahrtsforschung. In: ISI – Informationsdienst Soziale Indikatoren,
Ausg. 24, 2000, S. 12-15
Böhnke, Petra (2001):
Reporting on Social Standard of Living and Social Participation in
Hungary, Spain, and Germany. Welfare in Europe – Euromodule Working
Paper Series FS III 01-407/€
Delhey, Jan; Tobsch, Verena (2001): Freiheit oder
Wohlstand? Regimeperformanz und Demokratiezufriedenheit in
Ostdeutschland und Ungarn. In: Schluchter, Wolfgang; Quint, Peter E.
(Hg.): Der Vereinigungsschock. Vergleichende Betrachtungen zehn Jahre
danach. Weilerswist, Velbrück Wissenschaft, 2001, S. 437-460
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