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Bildung, Arbeit und LebenschancenAusbildung und Arbeitsmarkt

Bildung, Arbeit und Lebenschancen

Abteilung Ausbildung und Arbeitsmarkt





Forschungsprojekte


 

 

Die Abteilung untersucht folgende Forschungsfelder:

 
 
 

1.  

Kumulation von Bildungsungleichheiten im Lebensverlauf (Übergang von der Schule in den Arbeitsmarkt)  
 
  Berufliche Bildung und Übergänge in den Arbeitsmarkt – Bildungsetappe 6 des Nationalen Bildungspanels von Deutschland/NEPS
(Koordinator des Konsortiums: Prof. Hans-Peter Blossfeld, Universität Bamberg)

Neue Wege in die Ausbildung: Übergangskarrieren benachteiligter Jugendlicher
(gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Bundesagentur für Arbeit)

The “Discovery” of Youth’s Learning Potential Early in the Life Course
(gefördert von der Jacobs Stiftung)

Der Einfluss staatlicher Interventionen auf die schulische Integration von MigrantInnen: Aussiedler und ausländische Zuwanderer im Vergleich
(Dissertationsprojekt;  gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung)

 
 
 

2.  

Institutioneller Wandel von Bildungssystemen  
 
  Internationalization of Vocational and Higher Education Systems in Transition (INVEST)
(Berufliche Bildung im Wandel: Internationalisierung und nationale Veränderungsdynamiken von Berufsbildungs- und Hochschulsystemen, gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft)

International Comparison of School-to-Work Transitions

 
 
 

3.  

Arbeitsmarktchancen – im Kontext von Bildung, Geschlecht und Lebensverlaufregime  
 
  Gemeinsam Karriere machen – Realisierungsbedingungen von Doppelkarrieren in Akademikerpartnerschaften
(gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Europäischen Sozialfonds)

Varieties of Life Course Patterns: The Role of Institutions in Shaping Labour Market Careers in Europe
(gefördert vom European EqualSoc Network on Economic Change, Quality of Life & Social Cohesion)

Erwerbschancen gering qualifizierter Personen in unterschiedlichen institutionellen Kontexten

Individuals’ Lives after Unemployment – A Comparative Study

Doing Gender im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich

 
 
 

4.  

Betriebliche Arbeitspolitik – Lebensverlauf und Ungleichheit  
 
  Betriebliche Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik im Lebensverlauf

Schwache Interessengruppen und betriebliche Arbeitspolitik. Neue Herausforderungen und Handlungsansätze für die betrieblichen Arbeitnehmervertretungen
(Dissertationsprojekt; gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung)

 
 
 

5.  

Abgeschlossene Projekte  
 
  Langzeitkonten und biographische Lebensführung
(gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung)

Soziale Ungleichheiten in schulischer und außerschulischer Bildung – Stand der Forschung und Forschungsbedarf
(gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung)

Shifting Tensions between Vocational and General Education: France and Germany Compared (VOCGENE)
(gefördert vom European EqualSoc Network on Economic Change, Quality of Life & Social Cohesion)

Special Education and Disability Policy in Historical and Comparative Perspective
(gefördert von der Stiftung Deutsch-Amerikanische Wissenschaftsbeziehungen (SDAW) im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft)

OECD Cross-national Study of Transitions of Students with Disabilities beyond Secondary Education
(gefördert von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD))

Sonderschulabgänger/innen im Übergang von der Schule in den Beruf. Diskursive und biographische Konstruktionen von Lernbehinderung
(Dissertationsprojekt)

 

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Berufliche Bildung und Übergänge in den Arbeitsmarkt – Bildungsetappe 6 des Nationalen Bildungspanels von Deutschland/NEPS

(Koordinator des Konsortiums: Prof. Hans-Peter Blossfeld, Universität Bamberg)
 
 
  In terms of individual skill formation as well as access and returns to vocational education and training urgent questions to be answered for advanced societies in general and Germany as well are:
a) With regard to individual’s skill acquisition: How will it be possible to promote individual educational growth and motivation given the economic need of well-skilled citizens in knowledge-based societies and the social need in the realm of social participation and inclusion in modern civil societies? Connected to this, how are qualifications, competencies, and skills transmitted, lost, and preserved over the educational and employment career? What is the distinct contribution of different learning settings to individual’s skill acquisition and, thus, how can the distinctiveness of learning and instructional settings—from schools to firms to communities—be combined to provide relevant opportunities to learn and develop skills needed for life and work?
b) With regard to returns to VET in the transition into the labour market: How useful is it to train for specific occupations if occupations are not for life? Do educational and vocational credentials just open “access” to more demanding and more rewarding jobs, or are they actually conditional for performance at the job? How important are basic competencies (in mathematics, reading literacy, foreign languages, sciences) and cross-occupational competencies (like social competencies, IT-skills, learning strategies) in comparison to certified skills for access to and performance at the jobs? How meritocratic is the German VET system in terms of equality in educational opportunities and entry into the labour market?
For some of these questions we have preliminary answers, for some of them, however, we still lack data bases to give evidence-based answers to them. With a nationwide educational panel study, it will be possible to address these questions and to provide new insights in school-to-work transitions and competence development in young adulthood.

Kontakt: Heike Solga, Tel. +49 30 25491-171, E-Mail: solga@wzb.eu

Weitere Informationen

Projektleitung: Heike Solga, Wolfgang Ludwig-Mayerhofer (Universität Siegen), Kathrin Leuze

Mitarbeiter/innen: Rosine Dombrowski, Ralf Künster

Laufzeit: 10/2008 – 12/2013

 

Neue Wege in die Ausbildung: Übergangskarrieren benachteiligter Jugendlicher  
 
  Das sogenannte „Übergangssystem“ hat seit dem ersten Nationalen Bildungsbericht 2006 in der Öffentlichkeit eine besondere Aufmerksamkeit erfahren. Angesichts der enormen Expansion des Übergangssystems in den letzten Jahrzehnten sowie seiner finanziellen und sozialen Kosten ist diese Aufmerksamkeit mehr als berechtigt. Bei dem Übergangssystem handelt es sich um (Aus-)Bildungsangebote, die unterhalb einer qualifizierten Berufsausbildung liegen und zu keinem anerkannten Ausbildungsabschluss im Sinne des dualen oder des Schulberufssystems führen. Die Angebote haben allerdings weder „System“, noch führen sie in der Mehrzahl zu erfolgreichen „Übergängen“. Ihrer institutionellen Definition nach zielen sie auf eine Verbesserung der individuellen Kompetenzen von Jugendlichen zur Aufnahme einer Ausbildung, ggf. auch einer Beschäftigung. Dies soll durch Verbesserung des Allgemeinbildungsniveaus (einschließlich des Nachholens eines Schulabschlusses) oder durch Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und/oder Teilqualifizierung für einen Übergang in eine Ausbildung des dualen oder des Schulberufssystems oder durch eine Kombination allgemein bildender, motivationaler und berufsvorbereitender Elemente geschehen. Institutionell finden wir ein breites Spektrum von nebeneinander laufenden Angeboten unterschiedlicher Träger des Übergangssystems und unterschiedlicher Dauer. Einen wesentlichen Anteil am Übergangssystem haben die von der Bundesagentur für Arbeit initiierten und finanzierten Maßnahmen zur Berufsvorbereitung. Eine neue Entwicklung ist dabei die Vorverlagerung von berufsvorbereitenden Maßnahmen bereits in die Schulzeit, insbesondere an Förder- und Hauptschulen. Dazu wurden/werden Praxis-, Berufstarter- oder Werkstattklassen eingerichtet. Markante Gemeinsamkeit dieser Maßnahmen ist, dass sie – entsprechend der Logik des deutschen Bildungsverständnisses und -systems – zu einer internen Differenzierung, d. h. zu einer Segregation innerhalb von Hauptschulen führen, indem „akut abschlussgefährdete Schüler/innen“ in Sonderklassen zusammengefasst werden. Eine weitere Gemeinsamkeit ist, dass sie eine stärkere Praxisorientierung der schulischen Bildung dieser Jugendlichen durch die Einführung von einem oder zwei Praxistagen pro Woche in Betrieben (ab der 8. oder 9. Klasse) beinhalten – mit der Idee, dass diesen Jugendlichen einerseits das Lernen in „praktischen“ Kontexten leichter falle und ihre Übergänge in eine Ausbildung andererseits aufgrund einer fehlenden Berufsorientierung erschwert seien. Über die Effekte und Wirksamkeit dieser (Aus-)Bildungsangebote im Übergangssystem im Sinne von Kompetenzzuwachs, Zertifikaten oder Vermittlungsquoten in eine reguläre Ausbildung ist „Maßnahmen“-vergleichend sowie dem State-of-the-Art entsprechend im Vergleich zu adäquaten Kontrollpopulationen wenig bekannt. Es existieren v. a. Untersuchungen mit Teilnehmer/innen einzelner Maßnahmetypen. Zudem ist das Wissen über die kurz- und längerfristigen Übergänge gering. Die Forschung der Abteilung möchte dazu beitragen, hier Wissenslücken zu schließen. Diese betreffen einerseits die Übergänge benachteiligter Jugendlicher nach den Maßnahmen sowie ihren längerfristigen Verbleib im Berufsbildungssystem oder auf dem Arbeitsmarkt und anderseits die Bedeutung struktureller (z. B. regionale Ausbildungsmarktsituation), institutioneller (Maßnahmen-Unterschiede) sowie individueller (sozialstruktureller, kognitiver und nicht-kognitiver) Faktoren in Wechselwirkung mit ihren Bildungsverläufen und -zertifikaten. Neben der Frage, inwieweit das sogenannte Übergangssystem selbst zur Verfestigung von Bildungsarmut im Lebensverlauf beiträgt, sind hier jene Jugendlichen von besonderem Interesse, denen „against the odds“ der Übergang in eine voll qualifizierende Ausbildung gelungen ist. Von ihnen können wir lernen, was förderliche Faktoren sind und wie diese möglicherweise in bildungs-, arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitische Interventionen umgesetzt werden können.

Für die Analysen werden Daten, die in Zusammenarbeit mit dem Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) zu diesen neuen Interventionsmaßnahmen sowie zu Übergängen von Schulabgänger/innen aus „normalen“ Hauptschulklassen (in Niedersachsen und dem Saarland) erhoben wurden/werden, sowie Daten der Deutschen Lebensverlaufsstudie und Makroanalysen zum Ausbildungssystem verwendet. Ab 2012 beginnend können hierfür auch die Längsschnittdaten der Etappe 6 „Berufliche Bildung und Übergänge in den Arbeitsmarkt“ des Nationalen Bildungspanels (NEPS) verwendet werden.

Kontakt: Heike Solga, Tel. +49 30 25491-171, E-Mail: solga@wzb.eu

Weitere Informationen

Projektleitung: Heike Solga (in Kooperation mit der Projektgruppe des WZB „Nationales Bildungspanel: Berufsbildung und lebenslanges Lernen“ und dem Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen/SOFI)

Laufzeit: seit 10/2007
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Bundesagentur für Arbeit

Publikationen

  • Solga, Heike/Bettina Kohlrausch/Claudia Kretschmann/Sabine Fromm (2010). Evaluation des Projekts „Abschlussquote erhöhen – Berufsfähigkeit steigern“. IAB-Forschungsbericht 5/2010. Nürnberg: IAB (Online: http://doku.iab.de/forschungsbericht/2010/fb0510.pdf).
  • Solga, Heike/Claudia Kretschmann (2010). Follow-Up-Studie zur Evaluation des Projekts „Abschlussquote erhöhen – Berufsfähigkeit steigern“. Vorgelegt bei der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit und des Landes Niedersachsen (im Erscheinen als WZB Discussion Paper).
  • Solga, Heike (2009). Der Blick nach vorn: Herausforderungen an das deutsche Ausbildungssystem. WZB Discussion Paper SP I 2009-507. Berlin: WZB (http://bibliothek.wz-berlin.de/pdf/2009/i09-507.pdf).
  • Baethge, Martin/Heike Solga/Markus Wieck (2007). Berufsbildung im Umbruch – Signale eines überfälligen Aufbruchs. Berlin: Friedrich-Ebert-Stiftung. (online verfügbar: http://library.fes.de/pdf-files/stabsabteilung/04258/studie.pdf).
 

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The “Discovery” of Youth’s Learning Potential Early in the Life Course  
 
 

 

“Underachievement” is a well-established educational research field. However, both longitudinal and interdisciplinary studies on the interplay between individuals’ learning potential and educational attainment are rare, as are analyses of life course consequences of underachievement. This psychological, sociological, and economic longitudinal study aims to contribute to our knowledge of social disparities in the processes of discovering youths’ learning potential—and its development—in families, schools, and vocational training markets. We are less interested in replicating well-researched variations in the achievement-ability-relationship between social classes. Instead, we focus on within-group differences, both during schooling (within social classes) and during transitions from school to vocational training and labor markets (within educational groups). Such intra-group differences would reveal whether underachievement of children from lower-class and higher-class families is generated by similar or different mechanisms, and whether the mechanisms common to all social classes differ in strength in generating underachievement. Our unique data collection would allow us to investigate intra-group variance, even the crucial relationships between achievement, ability, and personality. In addition, a novel decomposition of family background will be coupled with a multidimensional life course approach examining interaction between youth and their siblings, partners, and parents.

Weitere Informationen

In Kooperation mit Prof. Dr. Gert Wagner und Prof. Dr. Jürgen Schupp (German Socio-Economic Panel Study/Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung/DIW) sowie Prof. Dr. Elsbeth Stern (ETH Zürich)

Kontakt: Heike Solga, Tel. +49 30 25491-171, E-Mail: solga@wzb.eu

Projektleitung: Heike Solga, Martina Dieckhoff

Mitarbeiter/innen: Johannes Uhlig, Paula Protsch

Laufzeit: 7/2007 – 6/2011
Förderung: Jacobs Stiftung

 

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Der Einfluss staatlicher Interventionen auf die schulische Integration von MigrantInnen: Aussiedler und ausländische Zuwanderer im Vergleich  
 
 

Das Promotionsprojekt von Janina Söhn befasst sich mit der Bedeutung von Migrations- und Integrationspolitik für die schulische Integration von Migrant(inn)en. Verglichen werden (Spät-)Aussiedlerkinder und -jugendliche mit Migrant(inn)en nichtdeutscher Herkunft, die als Minderjährige seit Ende der 1980er Jahre in die Bundesrepublik immigriert sind und ihre Bildungslaufbahnen hier begannen oder fortsetzten. Bei diesen jungen Einwandererkohorten handelt es sich zum einen um eine zahlenmäßig umfangreiche Gruppe, deren in Deutschland erzielte Bildungserfolge bislang kaum erforscht sind. Zum anderen eignet sich dieser Vergleich für einen besonderen analytischen Fokus auf institutionelle Einflüsse: Inwiefern macht es für den Erwerb von Schulabschlüssen einen Unterschied, wenn ein Staat Migrantengruppe mit unterschiedlichen Rechtsstatus anders – und im Falle der (Spät-)Aussiedler(innen) in vieler Hinsicht privilegiert – behandelt?

Eine theoretische Analyse erörtert Vermittlungsprozesse, über die sich migrantengruppenspezifische Regelungen der Zuwanderung, der allgemeinen und der schulspezifischen Integrationspolitiken auf Bildungschancen auswirken können. Die empirische Untersuchung fragt zum einen danach, ob die tatsächliche Ausgestaltung der institutionellen Regelungen im Fall der Aussiedler(innen) und ihrer Vergleichsgruppe einen Bildungsvorteil der Erstgenannten nahelegen. Zum anderen soll auf der Individualebene überprüft werden, inwieweit der Aussiedlerstatus – als Platzhalter für ein bestimmtes immigrations- und integrationspolitisches Arrangement – direkt und auch über individuelle und familiale Faktoren vermittelt Einfluss auf die erreichten Bildungszertifikate bzw. besuchten Bildungsgänge ausübt. Für diese statistischen Analysen werden der Mikrozensus 2005, die dritten Welle des DJI-Jugendsurveys sowie Daten von PISA-E 2003 herangezogen.

Dissertationsprojekt (gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung):  Janina Söhn

Kontakt: Janina Söhn, Tel. +49 (0)30 25491-303, E-Mail: soehn@wzb.eu

Publikation:
SP I 2008-503 > PDF
Janina Söhn, Bildungschancen junger Aussiedler(innen) und anderer Migrant(inn)en der ersten Generation, 37 S.  

 

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Internationalization of Vocational and Higher Education Systems in Transition (INVEST)

(Berufliche Bildung im Wandel: Internationalisierung und nationale Veränderungsdynamiken von Berufsbildungs- und Hochschulsystemen)
 
 
  Gegenstand des vergleichenden Forschungsprojekts ist die Untersuchung des institutionellen Wandels an den Schnittstellen von höherer Allgemein- und beruflicher Bildung – mit der Perspektive auf Veränderungen im beruflichen Bildungssystem. Welche Veränderungen ergeben sich im Berufsbildungssystem und seinem Verhältnis zum System der höheren Allgemeinbildung durch den internationalen isomorphen Veränderungsdruck (z.B. durch Bologna und Kopenhagen)? Mit detaillierten Analysen der nationalen Strukturen und Pfade der beruflichen Bildung werden gegenwärtige Veränderungsprozesse und -dynamiken in seinem – zumeist nicht betrachteten – Verhältnis zur höheren Allgemeinbildung untersucht. Von zentraler Bedeutung sind dabei Aspekte des Wettbewerbs zwischen den beiden unterschiedlich institutionalisierten und organisierten Bildungsbereichen. Verwendet wird dafür ein neo-institutionellen Ansatz, ergänzt durch Methoden der systematischen Prozessanalyse. Ferner werden die Implikationen des festgestellten institutionellen Wandels für die Beteiligung der Individuen an höherer Allgemein und beruflicher Bildung eruiert. „Ausgangspunkt“ des Ländervergleichs zum Wandel der Institutionen der beruflichen Bildung ist Deutschland. Es wird in den drei Fallstudien mit den USA und Großbritannien (Fallstudie I), der Schweiz und Österreich (Fallstudie II) sowie Frankreich (Fallstudie III) verglichen.

Kontakt: Justin Powell, Tel. +49 30 25491-173, E-Mail: powell@wzb.eu

Projektleitung: Justin Powell, Heike Solga

Mitarbeiter/innen: Nadine Bernhard, Lukas Graf

Laufzeit: bis 12/2011
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Publikationen:

  • Powell, Justin J.W., Laurence Coutrot, Lukas Graf, Nadine Bernhard, Annick Kieffer, Heike Solga, Comparing the Relationship between Vocational and Higher Education in Germany and France. WZB Discussion Paper SP I 2009-506, 57 S.

  • Mayer, Karl Ulrich, Heike Solga (2008): Skill Formation: Interdisciplinary and Cross-National Perspectives. New York: Cambridge University Press

  • Powell, Justin J. W.; Heike Solga (2008): Internationalization of Vocational and Higher Education Systems - A Comparative-Instiutional Approach. WZB Discussion Paper SP I 2008-501, 42 S.

  • Solga, Heike, Justin Powell (2006): Gebildet – Ungebildet. In: Stephan Lessenich, Frank Nullmeier (Hg.), Deutschland – eine gespaltene Gesellschaft. Frankfurt am Main: Campus-Verlag, S. 175-190

 

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International Comparison of School-to-Work Transitions  
 
  Ziel des Projektes ist zu ermitteln, welchen Einfluss Institutionen des Bildungssystems und des Arbeitsmarktes auf den Übergang von Jugendlichen von der Schule in das Erwerbsleben haben. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Weiterentwicklung geeigneter international vergleichbarer Indikatoren zur Messung sowohl von Institutionen als auch von individuellen Übergangsprozessen. Die international vergleichende Forschung zu School-to-Work Transitions weist eine Reihe von Lücken auf, zu deren Schließung dieses Projekt einen Beitrag leisten will.
  1. Zum einen ist ein Theoriedefizit zu beobachten, so dass die meisten Arbeiten einen theoretisch eklektizistischen Zugang zu Übergängen von Jugendlichen besitzen.
  2. Weiterhin gibt es kaum Untersuchungen, die Auswirkungen sowohl der Arbeitsmarkt- als auch der Bildungssystem-Institutionen untersuchen.
  3. Trotz weit verbreiteter Regime-Ansätze werden Effekte von Institutionen in der Regel isoliert von anderen Institutionen betrachtet. Den Auswirkungen von Institutionskonfigurationen wird keine Beachtung geschenkt.
  4. Mehr-Länder-Vergleiche haben bis auf wenige Ausnahmen einen ausgeprägten gegenüberstellenden Fallstudiencharakter.
  5. Individuelle Übergangsprozesse werden in der Regel durch punktuelle Zustandswechsel wie z.B. Eintritt in Erwerbstätigkeit gemessen. Da sich der Übergangsprozess zwischen Schule und Arbeitsmarkt jedoch über mehrere Jahre hinziehen kann, liefern solche Indikatoren nur unvollständige Informationen.

In dem Projekt werden deshalb zunächst explorative Analysen zu individuellen Übergangsprozessen durchgeführt, um dann entsprechende Indikatoren zu entwickeln. Dabei kann auf entsprechende sequenzanalytische Vorarbeiten, die aus meiner Dissertation stammen, zurück gegriffen werden. Die institutionellen Effekte auf die individuellen Einstiegsverläufe in 30 OECD-Ländern werden unter Anwendung von Qualitative Comparative Analysis (QCA) explorativ auf komplexe Kausalitäten untersucht. Auch für die Institutionen sollen ggf. geeignete Indikatoren entwickelt werden. Die Überprüfung der gefundenen Zusammenhänge erfolgt dann mit Hilfe von Multi-Level-Modellen.

Kontakt: Christian Brzinsky-Fay, Tel.: ++49 30 25491-594, E-Mail: brzinsky-fay@wzb.eu

Laufzeit: fortlaufend

 

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Gemeinsam Karriere machen  Realisierungsbedingungen von Doppelkarrieren in Akademikerpartnerschaften  
 
 

Mit der steigenden Bildungsbeteiligung von Frauen erhöht sich auch die Zahl der Paare, in denen beide Partner über einen Hochschulabschluss verfügen. Bei diesen Paaren gewinnt die Verflechtung von Berufskarrieren zu Doppelkarrieren – definiert als erfolgreiches Verfolgen einer beruflichen Karriere durch beide Partner – immer mehr an Bedeutung. Sie ist zugleich eine wichtige Erfolgsbedingung für die Verwirklichung von weiblichen Berufskarrieren. Um hochqualifizierte Karrieren in Wissenschaft und Wirtschaft für beide Partner bewerkstelligen zu können, bedarf es einerseits erhöhter Aushandlungs- und Koordinationsleistungen in der Partnerschaft sowie andererseits geeigneter externer Rahmenbedingungen auf dem Arbeitsmarkt. In vielen Fällen scheitern die Bemühungen der Realisierung von Doppelkarrieren jedoch – und zwar zumeist aufgrund der Einschränkungen der beruflichen Karriere der Frauen.
In diesem Schwerpunkt werden daher die außer- und innerpartnerschaftlichen Realisierungsbedingungen von beruflichen Karrieren von Frauen als Bestandteil von Doppelkarrieren in Akademikerpartnerschaften herausgearbeitet. Dazu werden die Verlaufsmuster der Berufsbiographien und die Partnergeschichten beider Partner rekonstruiert und dabei Informationen zu wichtigen beruflichen und familialen Entscheidungssituationen sowie deren förderlichen und hemmenden Kontextfaktoren berücksichtigt.

Weitere Informationen

Kontakt: Alessandra Rusconi, Tel. +49 30 25491-174, E-Mail: rusconi@wzb.eu

Laufzeit: 11/2007 – 9/2010
Förderung: Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie vom Europäischen Sozialfonds

 

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Varieties of Life Course Patterns: The Role of Institutions in Shaping Labour Market Careers in Europe  
 
 

The project focuses on the examination of life course patterns, in particular of labour market careers, through a demographic lens. We use a population-based approach to explore cross-national differences in the structure of ‘typical’ life course patterns. A comparative analysis of life course patterns in the EU-25 enables us to gain important insights as to how institutional contexts shape the life course. The research team includes people with different research interests in a project that takes a multi-dimensional life-course perspective. Knowledge on how life course patterns may vary across countries is very limited. This is because empirical evidence on national differences has largely been drawn from studies of small non-nationally representative samples of respondents. EqualSoc members connected to one of the partner institutes have access to the micro-data from the EU Labour Force Survey (1983-2005). Due to their unique sample size these data provide the ideal basis for a fine-grained investigation of people’s economic activity across the different stages of the life-course and family life-cycle. The data allow us to account for within-country variations in people’s work-life biographies that cannot be captured by smaller-scale comparative survey data. A multi-country study based on the EULFS also provides us with the opportunity to investigate the hitherto under-researched life course patterns in the post-socialist countries. Moreover, given that for many countries data is available for long periods of time, it allows for an in-depth analysis of temporal change in institutional contexts and the consequences of such changes on work/life biographies. The research will be based on a common methodology (multilevel models for a repeated cross-sectional research design).

Kontakt: Martina Dieckhoff, Tel. +49 30 25491-150, E-Mail: dieckhoff@wzb.eu

Projektleitung: Martina Dieckhoff und Nadia Steiber

Laufzeit: bis August 2010
Förderung: European EqualSoc Network on Economic Change, Quality of Life & Social Cohesion

 

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Erwerbschancen gering qualifizierter Personen in unterschiedlichen institutionellen Kontexten  
 
  In der Arbeitsmarktforschung sind – neben Kompetenzunterschieden bzw. -defiziten – vier Mechanismen für die geringen und sich immer mehr verschlechternden Arbeitsmarktchancen gering qualifizierter Personen identifiziert worden (Solga 2008): (a) der Verdrängungsmechanismus, (b) der Diskreditierungsmechanismus (d. h. für wie produktiv und kompetent gering Qualifizierte seitens der Beschäftigen „gehalten werden“), (c) der Mechanismus der sozialen Verarmung (d. h. über welche Netzwerkanbindungen zu Arbeitsplätzen als wichtige Ressource sie verfügen) und (d) der Stigmatisierungsmechanismus (d. h. für wie leistungsfähig sie sich selbst halten als Faktor ihres Bewerbungsverhaltens). Die Frage, welche Bedeutung diese Faktoren der Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt spielen, ist nicht nur wissenschaftlich interessant, sondern auch bildungs- und arbeitsmarktpolitisch wichtig, da nur so sinnvoll über Interventionen zur Verbesserung der Arbeitsmarktchancen von gering qualifizierten Personen entschieden werden kann. Mit historischen Analysen zur Veränderung der Erwerbschancen von gering qualifizierten Personen in Deutschland sowie international vergleichenden Analysen werden Beiträge zur Beantwortung geliefert.

Kontakt: Heike Solga, Tel. +49 30 25491-171, E-Mail: solga@wzb.eu

Laufzeit: fortlaufend

Publikationen:

  • Solga, Heike (2009): Bildungsarmut und Ausbildungslosigkeit in der Bildungs- und Wissensgesellschaft. In: Rolf Becker (Hg.), Lehrbuch der Bildungssoziologie: Fragestellungen, Theorien und empirische Befunde. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften
  • Solga, Heike (2008): Lack of Training – The Employment Opportunities of Low-Skilled Persons from a Sociological and Micro-economic Perspective. In: Karl Ulrich Mayer; Heike Solga (Eds.), Skill Formation – Interdisciplinary and Cross-National Perspectives. New York: Cambridge University Press, S. 173-204
 

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Individuals’ Lives after Unemployment – A Comparative Study  
 
 

This project is undertaking a comparative study of the consequences past unemployment has on individuals’ lives even years after regaining employment. Central questions include:

  • Why does unemployment have damaging effects on future careers? An empirical test of existing explanations.

  • Which categories of the population are most affected and why?

  • Which effect do changing policies have on post-unemployment employment trajectories in Europe?

Kontakt: Martina Dieckhoff, Tel. +49 30 25491-150, E-Mail: dieckhoff@wzb.eu

Projektleitung: Martina Dieckhoff

Laufzeit: fortlaufend

 

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Doing Gender im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich  
 
  Für die Lösung des Nachwuchsproblems in den Technikwissenschaften spielt die Gewinnung von Frauen eine zentrale Rolle. Technik gilt jedoch als männliches Territorium, als stereotypisch mit ‚männlichen‘ Kompetenzen und Leistungen verbundener Aktivitätsraum. Diese territoriale Grenzziehung einer ‚männlichen‘ Technik wird über geschlechtertypische Sozialisation, kulturell geformte geschlechtstypische Normalitätsvorstellungen und -unterstellungen sowie institutionelle Regelungen im (all-)täglichen Doing Gender von Männern, Frauen, Bildungsinstitutionen und Arbeitsmarktorganisationen hergestellt und reproduziert. Mit Blick auf zahlreiche Studien zeigt sich: Alle Interventionen und Bemühungen zur Erhöhung des Frauenanteils in MINT-Berufen werden wesentlich davon beeinflusst, ob Mädchen und junge Frauen, ihre Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, Peers sowie Akteure der Berufsberatung und -vermittlung real erfahren oder beobachten können, dass Frauen gute Berufschancen in MINT-Berufen haben. Ohne eine höhere Glaubwürdigkeit bleiben alle Interventionen in Schule, Ausbildung und Studium leere Versprechungen und schränken das motivierende Anliegen von Interventionen deutlich ein. Ausgangspunkt unserer Forschung sind erfolgreiche betriebliche Praktiken bei der Rekrutierung von Frauen. So kann wichtiges – bisher fehlendes – Gestaltungswissen generiert werden. Es gilt den Ort und die Praxis zu beschreiben, in denen Mechanismen der Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen in technisch-naturwissenschaftlichen Berufen zur Anwendung kommen. Bislang fehlen jedoch organisationssoziologische Untersuchungen im MINT-Berufsfeld, die nach Unterschieden in Betrieben in den bisher eher pauschal und generell als ‚männlich‘ geltenden MINT-Berufskulturen suchen und diese Unterschiede zu erklären versuchen. Wir wollen daher stärker als bisher in der Praxis beobachten, nicht nur wie und wo soziale, kulturelle und betriebspraktische Benachteiligungs- und Ausschlussprinzipien in Betrieben wirken, sondern vor allem auch unter welchen Bedingungen sie reduziert werden können.

Kontakt:
Heike Solga, Tel. +49 30 25491-171, E-Mail: solga@wzb.eu
Lisa Pfahl, Tel. +49 30 25491-176, E-Mail: pfahl@wzb.eu

Laufzeit: seit 2009

Publikation:
Solga, Heike; Lisa Pfahl (2009): Doing Gender im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich. In: Joachim Milberg (Hg.), Förderung des Nachwuchses in Technik und Naturwissenschaft. Berlin: Springer Verlag, S. 155-219.

 

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Betriebliche Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik im Lebensverlauf  
 
  Der fortschreitende Strukturwandel der Erwerbsarbeit und Erwerbsverläufe erzeugt neue Unsicherheiten und Risiken auf Seiten der Beschäftigten und droht soziale Ungleichheiten zu verschärfen. Mit besonderen Risiken sind hauptsächlich gering qualifizierte und weibliche Beschäftigte konfrontiert. Betrieblichen Handlungsansätzen, die auf den Erhalt der Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter zielen und Instrumente zur besseren Vereinbarkeit der Erwerbsarbeit mit anderen Lebensbereichen bereitstellen, kommt bei der Bewältigung dieser Risiken eine wichtige Funktion zu. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, hier neue Ansätze einer präventiv orientierten Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik von Unternehmen zu untersuchen und die betrieblichen und überbetrieblichen Rahmenbedingungen ihres erfolgreichen Einsatzes zu identifizieren. Das Forschungsvorhaben untersucht und bewertet dabei Handlungsansätze im Bereich der „demografiebewussten“ oder „lebenszyklusorientierten“ Personalarbeit und des „lebenslangen Lernens“. Im Zentrum stehen präventive, langfristig ausgerichtete Instrumente der Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik, die hinsichtlich ihrer „Passung“ mit den im Lebensverlauf wechselnden zeitlichen und finanziellen Bedarfen sowie Möglichkeiten (Lebenslaufperspektive) männlicher und weiblicher Beschäftigter in unterschiedlichen Arbeits- und Lebenskontexten und unterschiedlichen Qualifikationen (Differenzierungs- bzw. Ungleichheitsperspektive) bewertet werden. Leitend ist die Frage, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen diese Ansätze einerseits bedarfsgerechte Zeiträume für berufliche und außerberufliche Interessen der Beschäftigten ermöglichen (Vereinbarkeit) und diese andererseits systematisch mit Angeboten der beruflichen Weiterbildung (Beschäftigungsfähigkeit) verbinden. Das Forschungsvorhaben verfolgt dabei ein soziologisches Erkenntnisinteresse, in dessen Zentrum die Analyse der institutionellen Voraussetzungen einer präventiv ausgerichteten Arbeitspolitik von Organisationen steht.

Das Untersuchungsfeld des Projekts bilden Vorreiterbetriebe in der Bundesrepublik Deutschland, die aktuell Ansätze und Instrumente der präventiven, lebenslauforientierten Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik entwickelt und eingeführt haben. Methodisch ist eine Kombination aus (1) Unternehmensfallstudien auf Basis ausführlicher Interviews mit betrieblichen Entscheidungsträgern und Experten, (2) standardisierten Befragungen und qualitativen (problemzentrierten) Interviews mit Beschäftigten in ein bis zwei Unternehmen, (3) Sekundäranalysen repräsentativer Unternehmensdaten sowie (4) einem Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Experten aus europäischen Vorreiterländern geplant.

Projektleitung:  Heike Solga
Mitarbeiter: Philip Wotschack

Kontakt: Philip Wotschack, Tel. +49 30 25491-280, E-Mail: wotschack@wzb.eu

Laufzeit: 12/2009 bis 8/2012
Förderung: Hans-Böckler-Stiftung

Publikationen:

  • Wotschack, Philip; Franziska Scheier; Eckart Hildebrandt (2009): Keine Zeit für die Auszeit. Langzeitkonten schaffen im Erwerbsverlauf bisher kaum Entlastungen. In: WZB-Mitteilungen, Heft 123, März, S. 12-15

  • Wotschack, Philip; Eckart Hildebrandt; Franziska Scheier (2008): Langzeitkonten – Neue Chancen für die Gestaltung von Arbeitszeiten und Lebensläufen? In: WSI-Mitteilungen, Jg. 61, Heft 11+12, S. 619-626 

  • Wotschack, Philip; Eckart Hildebrandt (2008): Working-Life Time Accounts in German Companies: New Opportunities for Structuring Working Hours and Careers? In: Peter Ester, Ruud Muffels, Joop Schippers and Ton Wilthagen (Eds.), Innovating European Labour Markets: Dynamics and Perspectives. Cheltenham: Edward Elgar, S. 215-241

 

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Schwache Interessengruppen und betriebliche Arbeitspolitik. Neue Herausforderungen und Handlungsansätze für die betrieblichen Arbeitnehmervertretungen  
 
  Das Promotionsprojekt von Franziska Scheier befasst sich mit der Rolle der betrieblichen Arbeitnehmervertretungen im Bereich der betrieblichen Arbeitspolitik und der Vertretung der Interessen der in der bisherigen Arbeitspolitik vernachlässigten Gruppen, wie Personen mit Betreuungs- und Pflegeaufgaben, gering Qualifizierte und Personen mit Migrationshintergrund. Die Belegschaften differenzieren sich u.a. aufgrund steigender Erwerbsbeteiligung der Frauen, anhaltender Migration und unterschiedlicher Bildungsabschlüsse stark aus. Die jeweiligen Interessen und Bedarfe wie das Interesse an Gleichstellung und Vereinbarkeit von Beruf und Außerberuflichem, rücken dabei zunehmend in den Blickpunkt personal- und interessenvertretungspolitischer Akteure. Die Arbeit beschäftigt sich daher mit der Frage, welche Interessen welcher Beschäftigtengruppen durch die betrieblichen Arbeitnehmervertretungen „vertreten“ werden und wie eine unterschiedliche Repräsentanz von Interessen erklärt werden kann. Berücksichtigt wird hierbei insbesondere die betrieblich heterogene Vertretungsstruktur der Beschäftigten, die neben dem Betriebs- und Personalrat auch die Jugend- und Auszubildendenvertretung, die Schwerbehindertenvertretung und die gewählte Gleichstellungsbeauftragte umfasst.

Für die theoretische Erklärung der Interessenberücksichtigung und der interessenvertretungspolitischer Handlungsansätze dienen mikropolitische Ansätze kombiniert mit einem ressourcenanalytischen Zugang. Für die empirische Analyse werden Betriebsfallstudien durchgeführt.

Dissertationsprojekt (gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung): Franziska Scheier

Kontakt: Franziska Scheier, Tel. +49 (0)30 25491-155, E-Mail: scheier@wzb.eu

 

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Abgeschlossene Projekte  
 

Langzeitkonten und biographische Lebensführung  
 
  Laufzeit: April 2006 bis Mai 2008 (abgeschlossen)

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung

Projektleitung: Prof. Dr. Eckart Hildebrandt

Mitarbeiter/innen: Philip Wotschack, Almut Kirschbaum, Franziska Scheier, Svenja Pfahl

Kurzzusammenfassung

Für die Unternehmen stellen Langzeitkonten ein Flexibilisierungsinstrument dar; für die Beschäftigten eröffnen sie Chancen für eine bessere Verteilung von beruflichen und außerberuflichen Anforderungen im Lebensverlauf. Den Langzeitkonten wird ein großes Potenzial für erweiterte Gestaltungsoptionen und verbesserte Lebenschancen in den Erwerbsverläufen von Beschäftigten zugemessen. Das Projekt untersuchte, inwieweit und unter welchen Bedingungen dieses Potenzial in der betrieblichen Praxis entfaltet wird. Leitend waren die folgenden vier Untersuchungsfragen: (1) Welche Ziele verfolgen die Unternehmen bei der Einführung von Langzeitkonten? (2) Wie sieht die Praxis der Anspar- und Entnahmeprozesse aus? (3) Welche Interessen und Nutzungsmuster finden sich auf Seiten der Beschäftigten? (4) Wie wirken sich Unterschiede nach Geschlecht, Alter, Qualifikation, Einkommen, Lebenssituation und Lebensphase aus? Um diese Fragen zu beantworten, wurden die folgenden quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden verbunden: (a) eine bundesweite repräsentative Unternehmensbefragung in Zusammenarbeit mit der Sozialforschungsstelle Dortmund (sfs), (b) Fallstudien in acht Vorreiterbetrieben auf Basis von ausführlichen Interviews mit betrieblichen Entscheidungsträgern und Experten, (c) eine repräsentative Beschäftigtenbefragung in zwei dieser Betriebe mittels standardisiertem Fragebogen, (d) problemzentrierte, biografische Interviews mit ausgewählten Beschäftigten.

Das Projekt kommt insgesamt zu dem Ergebnis, dass Langzeitkonten im Rahmen der lebenslauforientierten Arbeitszeitgestaltung bisher kaum genutzt werden. Das Instrument wird von den Unternehmen vorrangig auf den Altersübergang (Vorruhestand) und die Bewältigung von Kapazitätsschwankungen ausgerichtet. Dies geht zu Lasten alternativer Verwendungsziele, wie Auszeiten für Kinderbetreuung, Pflege, Weiterbildung oder Erholung. Die Verbreitung und Nutzung der Langzeitkonten weist zudem Muster der Selektivität auf, die den Zugang zu diesem Instrument vor allem für Beschäftigte in kleinen und mittleren Unternehmen, für niedrige Qualifikations- und Einkommensgruppen sowie für Beschäftigte mit hohen außerberuflichen Belastungen einschränkt. Das Projekt identifizierte sechs ursächliche Nutzungsbarrieren: (1) hohen Zeit- und Geldbedarf der Beschäftigten vor allem in der mittleren Lebensphase, (2) Vorbehalte der Beschäftigten gegenüber langfristig angelegten Zeitsparoptionen, (3) wachsende Zukunftsunsicherheit und Arbeitsplatzrisiken, (4) gestörte betriebliche Vertrauensbeziehungen und Probleme des Insolvenzschutzes, (5) fehlende Flankierung von Langzeitkonten durch die Personalpolitik sowie (6) eine Überforderung des Instruments im Zuge des Wegfalls der staatlich geförderten Altersteilzeit und der Anhebung des gesetzlichen Rentenalters. Vor diesem Hintergrund wird eine gezielte Ausrichtung und Flankierung von Langzeitkonten im Rahmen der präventiven Arbeitspolitik als sinnvoll bewertet (etwa für Weiterbildungs- oder Familienzeiten).

Projektveröffentlichungen

  • Hildebrandt, Eckart; Wotschack, Philip; Kirschbaum, Almut (2009): Zeit auf der hohen Kante. Langzeitkonten in der betrieblichen Praxis und Lebensgestaltung von Beschäftigten. Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Bd. 98. Berlin: edition sigma
  • Wotschack, Philip; Scheier, Franziska; Hildebrandt, Eckart (2009): Keine Zeit für die Auszeit. Langzeitkonten schaffen im Erwerbsverlauf bisher kaum Entlastungen. In: WZB-Mitteilungen, Heft 123, März, S. 12-15
  • Wotschack, Philip; Hildebrandt, Eckart; Scheier, Franziska (2008): Langzeitkonten – Neue Chancen für die Gestaltung von Arbeitszeiten und Lebensläufen? In: WSI-Mitteilungen, Jg. 61, Heft 11+12, S. 619-626
  • Wotschack, Philip Hildebrandt, Eckart (2008): Working-Life Time Accounts in German Companies: New Opportunities for Structuring Working Hours and Careers? In: Peter Ester, Ruud Muffels, Joop Schippers, Ton Wilthagen (Eds.), Innovating European Labour Markets: Dynamics and Perspectives. Cheltenham: Edward Elgar, S. 215-241
  • Brandl, Sebastian; Hildebrandt, Eckart; Wotschack, Philip (Hg.) (2008): Arbeitszeitpolitik im Lebensverlauf. Ambivalenzen und Gestaltungsoptionen in deutscher und europäischer Perspektive. Düsseldorf: Edition der Hans-Böckler-Stiftung, Band 212
  • Hildebrandt, Eckart (Hg.) (2007): Lebenslaufpolitik im Betrieb. Optionen zur Gestaltung der Lebensarbeitszeit durch Langzeitkonten. Berlin: edition sigma
  • Hildebrandt, Eckart; Wotschack, Philip (2006): Langzeitkonten und Lebenslaufpolitik. In: WSI-Mitteilungen, Jg. 59, H. 11, S. 592-500
 

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Soziale Ungleichheiten in schulischer und außerschulischen Bildung – Stand der Forschung und Forschungsbedarf  
 
 

Laufzeit: Juni bis Dezember 2008 (abgeschlossen)

Förderung: Hans-Böckler-Stiftung

Projektleitung: Heike Solga

Mitarbeiterin: Rosine Dombrowski

Ziele des Projekts sind eine Bestandsaufnahme des bisherigen Wissenstands sowie die Spezifizierung von Handlungs- und Forschungsperspektiven hinsichtlich sozialer Ungleichheiten in der schulischen und außerschulischen Bildung – mit Schwerpunkt auf den schulischen Bereich – entlang folgender Leitfragen:

  • Wie ist der Stand der Forschung zur sozialen Strukturierung von schulischen und außerschulischen Bildungschancen nach sozialer Herkunft, Ethnizität und Geschlecht?

  • Welche (Bildungs-)Berichte gibt es in diesem Bereich, die auf Chancengleichheit Bezug nehmen?

  • Was sind die Kernaussagen der Studien im Hinblick auf soziale Ungleichheit?

  • Welche Lösungen zum Abbau sozialer Ungleichheit werden in diesem Bereich diskutiert?

  • Welche Lücken und Schwächen weisen die Studien aus arbeitnehmerorientierter Perspektive auf?

  • Welche offenen Forschungsfragen und Handlungsperspektiven bestehen aus mitbestimmungspolitischer Perspektive?

Kontakt: Heike Solga, Tel. +49 30 25491-171, E-Mail: solga@wzb.eu

Publikation:
Solga, Heike; Rosine Dombrowski (2009): Soziale Ungleichheiten in schulischer und außerschulischer Bildung – Stand der Forschung und Forschungsbedarf. Arbeitspapier der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 171. Düsseldorf
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Shifting Tensions between Vocational and General Education: France and Germany Compared (VOCGENE)  
 
 

Vor dem Hintergrund der Bemühungen europäischer Initiativen, einen gemeinsamen Bildungsraum zu schaffen, der sowohl Berufsbildung als auch Hochschulbildung umfasst, beschreibt das Projekt die institutionellen Reaktionen von Frankreich und Deutschland auf diese Prozesse. Das Projekt folgt dabei der Logik der Differenz und sucht nach ähnlichen Reaktionen auf die Kopenhagen- und Bolognaprozesse trotz der stark unterschiedlichen Institutionalisierung der Hochschul- und Berufsbildung in beiden Ländern, die deutlich unterschiedliche Opportunitätsstrukturen für die Lernenden bieten. Hierzu führen wir exemplarische Studien durch, die aufzeigen, wie in bestimmten Berufsbereichen Kompetenzen sowohl in den Organisationen der beruflichen Bildung als auch in der Hochschulbildung in Deutschland und Frankreich vermittelt werden und inwiefern sich die Organisation der Kompetenzvermittlung durch europäisch oder auch national ausgelöste Reformen verändert. Anhand dieser spezifischen Fälle wird analysiert, wie und ob sich das Verhältnis zwischen höherer Allgemeinbildung und Berufsbildung wandelt. Methodisch basiert diese institutionell vergleichende Untersuchung vor allem auf Sekundär- und Dokumentanalysen, ergänzt durch Interviews mit LänderexpertInnen. Da institutionelle und organisationelle Veränderungen individuelle Bildungslaufbahnen und damit auch die Partizipationsmöglichkeiten beeinflussen, sollen in diesem Projekt auch auf mögliche Folgen der Restrukturierung der Bildungssysteme in Hinblick auf Arbeitsmarktintegration und soziale Ungleichheit diskutiert werden. So gerät schließlich auch die Frage in den Blickpunkt, inwiefern das mit den Kopenhagen- und Bolognaprozessen verbundene Ziel der Schaffung größerer Durchlässigkeit zwischen Bildungsinstitutionen erreicht wird.

Kontakt: Justin Powell, Tel. +49 30 25491-173, E-Mail: powell@wzb.eu

Mitarbeiter/innen: Justin Powell, Lukas Graf, Nadine Bernhard, Laurence Coutrot (Centre Maurice Halbwachs, CNRS, Paris), Heike Solga

Laufzeit: fortlaufend
Förderung: European EqualSoc Network on Economic Change, Quality of Life & Social Cohesion

Publikation:
SP I 2008-507 > PDF
Lukas Graf, Applying the Varieties of Capitalism Approach to Higher Education: A Case Study of the Internationalisation Strategies of German and British Universities, 65 S.

 

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Special Education and Disability Policy in Historical and Comparative Perspective  
 
 

How have nation-states, churches, and philanthropists historically responded to disability and deviance in Europe and North America? Age-old strategies of care, compensation, and rehabilitation will be contrasted with contemporary appeals to equal opportunities, rights, and participation (inclusion). Comparative studies of educational system development and disability policy reform show the extent to which these differing ideals have been reached in the Atlantic world since the mid-1800s. Special education offers a vital but neglected field to examine the trade-offs between principles of merit and equality and the resulting educational and social inequalities. Since few studies on special education have an extended historical reach or compare cross-nationally, this study will systematize the comparative dimensions of special education’s institutionalization. Funded by the Stiftung Deutsch-Amerikanische Wissenschaftsbeziehungen (SDAW) im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, this project will lead to a co-authored book.

Kontakt: Justin Powell, Tel. +49 30 25491-173, E-Mail: powell@wzb.eu

Mitarbeiter: Justin Powell, John G. Richardson (Western Washington University)

Laufzeit: fortlaufend
Förderung: Stiftung Deutsch-Amerikanische Wissenschaftsbeziehungen (SDAW) im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Publikationen:

 

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OECD Cross-national Study of Transitions of Students with Disabilities beyond Secondary Education  
 
  This cross-nationally comparative project for the OECD examines the state of knowledge concerning transitions of youth and young adults with disabilities beyond secondary education in Germany, Austria and German-speaking Switzerland. Focusing first on access to vocational training, higher education, and employment, the study identifies the results of educational and social policies and local practices, asking how educational quality and equality can be strengthened for this disadvantaged group. Secondly, the project investigates transition patterns within tertiary education and on to employment in order to build a catalog of factors that facilitate or hinder successful transitions, which will be used to guide a larger cross-national longitudinal study.

Kontakt: Justin Powell, Tel. +49 30 25491-173, E-Mail: powell@wzb.eu

Projektleitung: Justin Powell, Kai Felkendorff (Pädagogische Hochschule Zürich)

Laufzeit: fortlaufend
Förderung: Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)

Publikationen:
  • Powell, Justin J. W., Kai Felkendorff (in press): Transitions of Youth and Young Adults with Disabilities to Postsecondary Education and Employment in the German-speaking Countries. Expert Report. Paris: OECD

  • Powell, Justin J. W., Kai Felkendorff, Judith Hollenweger (2008): Disability in the German, Swiss, and Austrian Higher Education Systems. In: Gabel, S. L., S. Danforth (Eds.), Disability and the Politics of Education. An International Reader. New York: Peter Lang, 517-540

 

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Sonderschulabgänger/innen im Übergang von der Schule in den Beruf. Diskursive und biographische Konstruktionen von Lernbehinderung  
 
 

Das Promotionsprojekt von Lisa Pfahl trägt den Arbeitstitel „Sonderschulabgänger/innen im Übergang von der Schule in den Beruf. Diskursive und biographische Konstruktionen von Lernbehinderung“. Das Projekt beinhaltet eine Auseinandersetzung mit der Institutionalisierung von Bildungsungleichheit aus wissenssoziologisch-diskursanalytischer Perspektive und im Rahmen interaktionstheoretischer Ansätze zur Selbstkonstitution und zum biographischen Handeln von Personen mit geringer schulischer Bildung. Im Zentrum der Arbeit steht die Frage, wie – und ob – Personen mit geringer schulischer Bildung im deutschen Bildungssystem „handlungsfähig“ werden.
Das Bildungswesen wird als Subjektivierungsinstanz betrachtet, die von zwei Seiten empirisch untersucht wird: Erstens werden erziehungswissenschaftliche Bildungsdiskurse aufgearbeitet, die Aufschluss über die strategische Bedeutung schulischer Separationspraktiken geben. Zweitens werden Berufsbiographien von Sonderschulabgängern sozialwissenschaftlich-hermeneutisch interpretiert, um das biographische Handeln von Sonderschulabsolventen zu rekonstruieren und den Einfluss der Diskurse auf ihre Berufsverläufe aufzuzeigen.
Ziel meiner Arbeit ist es, geringe Bildung von jungen Erwachsenen (mit so genannter Lernbehinderung) in ihrer Konsequenz für den Lebenslauf, die subjektive Erfahrung und das Selbstverhältnis aufzuzeigen.

Dissertationsprojekt:  Lisa Pfahl

Kontakt: Lisa Pfahl, Tel. +49 30 25491-176, E-Mail: pfahl@wzb.eu

Publikation:
SP I 2008-504 > PDF
Lisa Pfahl, Die Legitimation der Sonderschule im Lernbehindertendiskurs in Deutschland im 20. Jahrhundert, 48 S.

 

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Letzte Änderung: 2010-08-19 15:35