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Bildung, Arbeit und Lebenschancen |
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Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe 'Liebe', Arbeit, Anerkennung |
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von links: Katja Walther, Mona Motakef, Christine
Wimbauer, Rebecca
Brückmann, Jann Nestlinger, Markus Gottwald, Anke Spura und Caroline
Heuer
[Foto: Udo Borchert] |
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Die Nachwuchsgruppe untersucht das Verhältnis von Liebe und Arbeit
bei Paaren, in denen beide Partner hochqualifizierte Berufe ausüben,
sogenannten Doppelkarriere-Paare. Gefragt wird nach Anerkennung und
Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern. Mit der steigenden
Erwerbstätigkeit von Frauen gerät die traditionelle
Anerkennungsordnung ins Wanken, nach der Männer für Beruf und
Einkommen Wertschätzung erfahren, Frauen für die Familienarbeit. Die
Erosion dieser Ordnung zeigt sich besonders deutlich an
Doppelkarriere-Paaren, da sich hier zwei – zumindest beruflich –
Gleiche gegenüberstehen. Wie solche Paare ihren Alltag zwischen
Beruf und Familie gestalten, gibt Aufschluss über Veränderungen im
Verhältnis der Geschlechter zueinander sowie über den Wandel
gesellschaftlicher Rollenbilder. Werden bisherige Grenzziehungen
zwischen Erwerbsarbeit und Familie durchlässiger? Wofür zollen die
Partner in einer Beziehung einander Anerkennung, wenn beide
erwerbstätig sind? Kommt es zu mehr Gleichheit zwischen ihnen?
Gefragt wird auch nach dem betrieblichen Kontext: Stellen sich
Unternehmen beispielsweise auf Doppelkarriere-Paare ein? Untersucht
werden ebenfalls die sich wandelnden familien- und rechtspolitischen
Regelungen.
Die Emmy-Noether-Nachwuchsgruppe wird von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft finanziert und gliedert sich in drei
Teilprojekte.
1. Doppelkarriere-Paare (DCCs).
Mittels Paar-Interviews wird die Lebenssituation und
Alltagsgestaltung dieser Paare im Spannungsfeld zwischen Beruf und
Familie untersucht: Wie können zwei Karrieren und Privatleben
vereinbart werden? Welche Anerkennungschancen bestehen, wofür
erkennen sich die Partner wechselseitig an? Welche Ungleichheiten
lassen sich auffinden? Wie hängt dies mit gesellschaftlichen
Wertvorstellungen zusammen? Fragen lauten etwa, wie die Partner
unterschiedliche Lebensbereiche (Familie, Arbeit, Freizeit, Ehrenamt
u.a.) bewerten und in welchem Wertverhältnis sie stehen; von
Interesse ist auch, wie berufliche Aspekte und Anforderungen die
(geschlechtsspezifisch ungleichen) Anerkennungschancen in DCCs
beeinflussen.
2. Arbeitsorganisationen.
Ziel der Fallstudien ist es, unterschiedliche Umgangsweisen
ausgewählter Unternehmen bzw. Betriebe mit (Doppelkarriere-)Paaren
herauszuarbeiten. Tragen DCCs besondere Bedürfnisse an die
Arbeitgeber heran? Wie versuchen sich diese, darauf einzustellen?
Welche Rolle spielen hierbei Themen wie ‚familienfreundliche
Personalpolitik’ oder ‚Work-life-Balance’? Weiter werden die Motive
analysiert, die dem Umgang der Unternehmen bzw. Betriebe mit
(Doppelkarriere-) Paaren zugrunde liegen. Wenn die Lebenssituation
von DCCs berücksichtigt wird, geschieht dies dann, weil DCCs ein
hohes Potential an qualifizierten Mitarbeitern bieten? Geht es um
die Förderung von Chancen- und Geschlechtergerechtigkeit? Oder um
eine familienfreundliche Personalpolitik? Die Untersuchung der
Motive der Arbeitsorganisationen ist bedeutsam, da sie Aufschluss
über gesellschaftliche Wertvorstellungen geben können.
3. Sozialpolitische Regelungen.
Hier untersucht das Projekt die in sozialpolitische Institutionen,
v.a. des Sozial- und Familienrechtes, eingelassene
Anerkennungsordnung mit Blick auf Paare und Geschlecht sowie ihre
Veränderung durch die gegenwärtigen Sozialstaatsreformen. Bisher
deutet sich an, dass – trotz einiger familienfreundlicher Maßnahmen,
etwa dem 2007 eingeführten Elterngeld – die ungleiche Anerkennung
von Erwerbs- und Familienarbeit im Zuge sozialpolitischer Reformen
fortgeschrieben wird. Weiter zeichnet sich eine zunehmende ‚Vermarktlichung’
und Bedeutungssteigerung von Erwerbsarbeit ab.
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Letzte Änderung: 2010-07-29 13:19 |
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