
|
|
Bildung, Arbeit und Lebenschancen |
 |
|
Forschungsgruppe Public Health |
 |
|
 |
 |
|
|
|
|
|
Hella von Unger, Martina Block, Michael T. Wright: Aktionsforschung im deutschsprachigen Raum. Zur Geschichte und Aktualität eines kontroversen Ansatzes aus Public Health Sicht. |
|
|
| |
Die deutschsprachige Debatte um den Ansatz der Aktionsforschung
unterscheidet sich wesentlich von der angloamerikanischen Debatte.
Dort wurde der „action research“ Ansatz in den 1940er Jahren von dem
Sozialpsychologen Kurt Lewin entwickelt und erfreut sich als
Forschungsstrategie auch heute noch relativ großer Beliebtheit in
verschiedenen Disziplinen. In Deutschland wurde die Aktionsforschung
in den 1970er Jahren im Zuge einer grundsätzlichen, gesellschafts-,
wissenschafts- und methodenkritischen Debatte intensiv diskutiert,
verschwand aber nach einer vergleichsweise kurzen Zeit wieder fast
vollständig aus dem sozialwissenschaftlichen Diskurs.
Dieses Discussion Paper beleuchtet die Geschichte der
Aktionsforschung im deutschsprachigen Raum und zeigt auf, dass
einige zentrale Begriffe und Anliegen der Aktionsforschung seit den
1970er Jahren weiter entwickelt wurden, unter anderem in der
qualitativen Sozialforschung, der Praxisforschung und dem Ansatz der
Selbstevaluation. Als Forschungsstrategie sieht die Aktionsforschung
eine enge Zusammenarbeit von Wissenschaftler/innen und
Praktiker/innen unter der Zielsetzung der gemeinsamen Erforschung
und Beeinflussung eines bestimmten sozialen Handlungsfeldes und der
darin verorteten, professionellen Praxis vor.
Die Autor/inn/en argumentieren, dass ein solches Vorgehen im Kontext
der aktuellen gesundheitswissenschaftlichen Debatte um
Evidenzbasierung sehr relevant ist. In Anlehnung an die
Aktionsforschung und andere Quellen haben sie den Ansatz der „Partizipativen
Qualitätsentwicklung“ für Public Health entwickelt, der sich
insbesondere für Maßnahmen der lebensweltorientierten
Primärprävention und Gesundheitsförderung mit sozial benachteiligten
Gruppen eignet. Dieser Ansatz wirft jedoch auch methodische und
methodologische Fragen auf, die zum Teil in der Tradition der
Aktionsforschung stehen, und für deren Diskussion die
Konfliktlinien, Erfahrungen und Einsichten der kritischen
deutschsprachigen Debatte der Aktionsforschung seit den 1970er
Jahren aufschlussreich sind. Das Discussion Paper bespricht
ausgewählte Aspekte dieser Geschichte, um die aktuelle
Methoden-Debatte in Public Health zu bereichern.
Keywords: Aktionsforschung, Praxisforschung,
Selbstevaluation, partizipative Methoden, Evidenzbasierung,
Qualitätssicherung, Public Health
|
|
|
Die Bestellnummer des Papers lautet: SP I 2007-303
Sie können das Paper entweder direkt herunterladen
Volltext (pdf-Format)
oder
schriftlich bei uns anfordern. |
|
 |
|
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
|
 |
|