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ICaTSEM Institutional changes and Trajectories of Socio-Economic development Models

Projektleitung
Mitarbeiter/innen
Dr. Antje Blöcker
Laufzeit
01.01.2009 – 31.12.2011
Förderung
7. Forschungsrahmenprogramm EU
Kooperationen
Université Montesquieu – Bordeaux IV/France (Koordinator)
CEPREMAP, Paris /France
Central European University, Budapest/Hungary
University of Limerick, Ireland
Université di Padova, Italy
King´s College London, UK
University of Bath, UK
WZB, Social Science Centre Berlin, Germany

Gemeinschaftliches (Collaborative) Projekt im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der EU.
Thema 8: Socio-economic Sciences and Humanities

 

1. Ziele des Projektes und zentrale Fragestellungen

In den vergangenen Jahren haben vergleichende Analysen der Formationen des Kapitalismus die Diversität institutionalisierter Konfigurationen unterstrichen. An diese Diskussionslinien schließt das Projekt an. Ziel es Projektes ist eine vergleichende Analyse der Trajektorien sozio-ökonomischer Entwicklungsmodelle auf der Basis eines institutionalistisch anlegten Analysekonzeptes. Das Projekt verbindet drei analytische Konzepte miteinander. Ausgangspunkt bildet das Konzept „The Politics of Industry“, das Elemente des GERPISA-Produktionsmodells und der Variety of Capitalism-Schule einschließt. „The Politics of Industry“ versteht einen Industriesektor als eine institutionelle Regelungsstruktur von vier zusammenhängenden institutionalisierten Beziehungen: Beschäftigungsbeziehungen, Beschaffungsbeziehungen und Unternehmensnetzwerkbeziehungen; Finanzbeziehungen; Marktbeziehungen.

ICaTSEM umfasst insgesamt drei Analysebenen: eine quantitative Analyse von Modell-Trajektorien mit Langzeitdaten von 1975 bis 2005 sowie eine Ergänzung um die Analyse ost-europäischen Länder von 1990 bis 2010; eine Vergleichsanalyse der sozio-ökonomischen Kompromisse und deren Einfluss auf die Dynamiken institutionellen Wandels für zwölf europäische und vier nichteuropäische Länder, sowie Sektoranalysen für drei Industrie: die Automobilindustrie, die Biotechnologie und die Software-Industrie. Ziel ist es, diese drei Analyseebenen mit einander zu verknüpfen, um darüber Aufschluss über die Zukunft sozio-ökonomischer Modelle in Europa zu erhalten.

Das ICaTSEM-Project setzt sich aus fünf Arbeitspaketen zusammen:

WP 1: Management and coordination of the project
WP 2: Trajectories of socio-economic models: quantitative analyses
WP 3: Socio-political dynamics of institutional change
WP 4: Sectoral studies of institutional configurations and industrial dynamics
WP 5: The future of socio-economic models in Europe

Das WPA-Forschungsteam bearbeitet innerhalb des WP 4 die institutionalisierten Regelungsstrukturen der Automobilindustrie. Unser Untersuchungsfokus liegt auf der Analyse des „Socio-ökologischen Wandels in den Trajektorien der deutschen Automobilindustrie“

Während Prinzipen der Nachhaltigkeit die gesellschaftliche, soziale und ökologische Verantwortung der Unternehmen der Automobilindustrie tangieren, richtet sich in der Weltautomobilkrise seit 2008 die Aufmerksamkeit hauptsächlich auf die ökonomische Nachhaltigkeit. Wir untersuchen die trade-offs zwischen umfassenderen Nachhaltigkeitstrajektorien und ökonomisch dominierten und fragen, welche historischen Konstellationen jeweils zu welchen Dominanzen geführt haben. Im historischen Verlauf haben sich immer wieder günstige Bedingungen für eine temporärer Dominanz sozio-ökologischer Formationen innerhalb der Governance der Autoindustrie ergeben. Welche Bedingungen haben dazu geführt, dass sich daraus keine bzw. nur geringe Ansätze einer Kontinuität der sozio-ökologischen Nachhaltigkeit ergeben haben?

 

2. Methode

Wir verwenden das Analysekonzept „The Politics of Industry“, das einen Industriesektor als eine institutionelle Regelungsstruktur von vier zusammenhängenden institutionalisierten Beziehungen versteht. Alle vier Beziehungen, also Beschäftigungsbeziehungen, Beschaffungsbeziehungen und Unternehmensnetzwerkbeziehungen; Finanzbeziehungen und Marktbeziehungen werden zur Klärung der Frage nach der jeweils historischen Dominanz herangezogen.
Unsere empirische Untersuchung stellt die Entwicklung der deutschen Automobilindustrie seit den 1970er Jahren in den Vordergrund. Für die Analyse greifen wir auf von Ulrich Jürgens bereits erarbeitete Trajektorien der Autoindustrie im Rahmen des GERPISA-Netzwerkes sowie auf die Ergebnisse des ESEMK-Projektes über die West-Ost-Arbeitsteilung und weitere Arbeiten im WPA-Kontext zurück. Kontinuitäten und Brüche der institutionalisierten Regelungsstruktur der deutschen Automobilindustrie und dabei festgestellte Governance-Kompromisse bilden für uns den Ausgangspunkt für die Analyse von sozio-ökologischen Trajektorien.
Die Untersuchung beruht auf Fallstudien in Unternehmen der deutschen Automobilindustrie. Im Rahmen der Fallstudien führen wir Interviews mit Vertretern des Managements (Strategische Planung, Forschung und Entwicklung) und mit Interessenvertretern durch. Wir konzentrieren uns auf Trajektorien von „green cars“ wie Hybrid-Cars und E-Cars in den deutschen Unternehmen BMW, Daimler und Volkswagen. Dabei fragen wir u.a., wie Umweltherausforderungen in den Innovationsstrategien und den Organisationsstrukturen der Unternehmen aufgenommen werden.

 

Partner am WZB im Rahmen des ICaTSEM-Projektes

Arndt Sorge und Sigurt Vitols aus der Abteilung INTO sind am WP 3 beteiligt.

Publikationen

Sectorial studies of institutional configurations and industrial dynamics. Kick-off Meeting 20,21, March 2009; ICaTSEM homepage: http://icatsem.u-bordeaux4.fr

WP 4 Meeting: Sectorial studies of institutional configurations and industrial dynamics: the auto industry case; ICaTSEM homepage: http://icatsem.u-bordeaux4.fr