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Kulturelle Quellen von Neuheit

Udo Borchert
Forschungsthemen
  • Innovation, Wissen(schaft) und Kultur
Kontakt
fon: +49 30 25491 211
fax: +49 30 25491 209
mail: mhutter [at] wzb [dot] eu
Reichpietschufer 50
D-10785 Berlin

Die Forschungsabteilung wurde 2008 gegründet, um bislang weniger beachtete Aspekte des Innovationsgeschehens zu untersuchen, nämlich kulturelle Faktoren, die Kreativität fördern und kulturelle Bedingungen, unter denen Neuheit erkannt und wertgeschätzt wird. Die Fragestellung ergänzt somit die Forschung zu technischen und institutionellen Bedingungen der Innovation.

In der Entwicklung des Forschungsprogramms wurde bewusst auf multiple disziplinäre Perspektiven gesetzt, etwa die der Wirtschaftssoziologie, der Kulturökonomik, der Organisationsentwicklung, der Kulturanthropologie, der Politikwissenschaft und der Stadtsoziologie. Die empirischen Fälle der einzelnen Projekte konzentrieren sich auf bestimmte technische, soziale, künstlerische oder organisatorische Innovationen, und sie nehmen kulturelle Konfigurationen in den Blick, die etwa Künstlerszenen, Expertengemeinschaften oder Stadtquartiere formen.

Das Forschungsteam arbeitet mit Interviews, teilnehmender Beobachtung und anderen qualitativen Methoden in sehr unterschiedlichen Situationen der Interaktion zwischen Akteuren in Feldern wie Automobilentwicklung, Produktdesign, Unternehmensberatung und Kommunalpolitik, um so die Phänomene in ihrer Vielschichtigkeit zu erfassen. Diese Methoden werden ergänzt durch Netzwerkanalysen und durch den Aufbau von Datenbasen, etwa zu künstlerischen Interventionen oder zu Architektenwettbewerben.

Die Projekte und Dissertationen der Abteilung sind in drei Forschungsfeldern organisiert:

1) Neuheit und kreative Räume
2) Neuheit durch kleine Gemeinschaften
3) Künstlerische Wirkungen auf Neuheit

Das Programm wird erweitert durch ein Brückenprojekt zur kulturellen Rahmung von ökonomischen Experimenten, gemeinsam mit der Abteilung „Verhalten auf Märkten“.

Im vierten Jahr der Forschungsarbeit zeigen sich kulturell determinierte Merkmale des Innovationsgeschehens im Vergleich zwischen den Projekten. So erweisen sich Dissonanz, Irritation und Ambiguität in kulturellen Kontexten als signifikant – Konzepte, die die kontingente und situative Entstehung von Neuerungen betonen. Materielle Kulturen sind in fast allen Projekten von Bedeutung, und schließlich zeigen sich in jedem Feld kulturell komplexe Verfahren der Inwertsetzung, an denen verschiedene Stakeholder beteiligt sind.