Der Wandel der Wissensordnungen politischer Expertise in Deutschland, Großbritannien und den USA (SCOPE)
Die Position der Wissenschaft in der Gesellschaft ist in einem Wandel begriffen. Einerseits gewinnen Evidenzen und Expertise in Entscheidungsprozessen zunehmend an Bedeutung. Andererseits sehen sich Experten mit erheblicher Skepsis und mit Forderungen nach öffentlicher Partizipation konfrontiert. Es lässt sich eine Verwissenschaftlichung der Gesellschaft bei gleichzeitiger Vergesellschaftung der Wissenschaft beobachten. Vor diesem Hintergrund soll eine systematische Analyse dieses Wandels im Vergleich zwischen Deutschland, Großbritannien und den USA durchgeführt werden. Untersucht werden sollen sogenannte "Wissensordnungen", also Kommunikations- und Austauschbeziehungen zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Dabei will man die Handlungsfelder Arbeitsmarktpolitik und Verbraucherschutz in den Blick nehmen. Es sollen einerseits Wandlungsmechanismen, an denen Wissenschaftler beteiligt sind, identifiziert, andererseits aber auch die Folgen für den Umgang mit Risiken und Nichtwissen in Gestaltungsöffentlichkeiten erforscht werden. In welche Richtung und mit welchen Folgen haben sich die Grenzen zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik in den vergangenen Jahren im internationalen Vergleich verschoben? Was waren die Ursachen und Mechanismen dieses Wandels?
Das Projekt wird von 01.05.2011-30.04.2014 durch die VolkswagenStiftung (Förderlinie "Wissenschaft-Öffentlichkeit-Gesellschaft") gefördert. Es handelt sich um ein Kooperationsvorhaben mit dem Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt Universität zu Berlin (Prof. Dr. Friedbert Rüb, Lehrbereich Politische Soziologie und Sozialpolitik) und dem Institut für Politikwissenschaft der Universität Bamberg (Prof. Dr. Sylvia Veit, Lehrstuhl für Verwaltungswissenschaft).
Projektleitung: Prof. Dr. Michael Hutter (WZB, Abteilung „Kulturelle Quellen von Neuheit“), Dr. Dagmar Simon (WZB, Forschungsgruppe „Wissenschaftspolitik“) und Dr. Holger Straßheim (Humboldt Universität zu Berlin)
Ansprechpartner: Dr. Holger Straßheim
E-Mail: holger.strassheim (at) sowi.hu-berlin.de
Holger Straßheim (2012): „Wissensordnungen - theoretische Grundlagen und analytische Potentiale eines Grenzbegriffs“. In: Andreas Busch, Jeanette Hofmann (Hrsg.): Politik und die Regulierung von Informationen (Sonderheft der Politischen Vierteljahresschrift 46/2011). Baden-Baden: Nomos (im Druck).
Arlena Jung (2011): „Medialisation and credibility. Epidemiology and stem cell research in the German Press”. In: Martina Franzen, Simone Rödder, Peter Weingart (Hrsg.): Yearbook Medialisation of Science. ZIF, Bielefeld (im Druck).
Holger Straßheim (2011): „Macht aus relationaler Perspektive. Netzwerk- und Konventionstheorien im Vergleich“. In: André Brodocz (Hrsg.): Variationen der Macht. Baden-Baden: Nomos (im Druck).
Straßheim, Holger (2008): "Kulturen der Expertise und politischen Wissensproduktion im Wandel. Vergleichende Beobachtungen". In: Dieter Gosewinkel/Gunnar Folke Schuppert (Hg.): Politische Kultur im Wandel von Staatlichkeit. WZB-Jahrbuch 2007. Berlin: edition sigma, S. 281-301.