Der Weg vom Beruf in die Rente
Wie staatliche Rentenpolitik den Weg vom Beruf in den Ruhestand bestimmt, wollte WZB-Forscherin Anette Fasang wissen. Dafür verglich sie das deutsche und das britische Rentensystem. Ihr Ergebnis: Die Rentenübergänge in Deutschland sind stabiler. Wer im Ruhestand angekommen ist, bleibt in Rente. Das liberale System Großbritanniens setzt Menschen dagegen stärker den Schwankungen des Arbeitsmarktes aus, und auch im Alter sind die Einkommensformen vielfältiger. Diese Befunde ließ die Forscherin in Bildsprache übersetzen: 1.500 Lebensläufe sehen dann wie ein persischer Teppich aus – zu betrachten auf der Rückseite unserer aktuellen WZB-Mitteilungen oder jetzt auch als Grafik der Woche in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Dunkelblau steht für die staatliche Rente, die Hellblau-, Gelb- und Rottöne für verschiedene andere Einkommensquellen. Der Unterschied springt ins Auge: Deutschland zeigt sich einheitlicher, es dominiert Blau für staatliche Rentenzahlungen. Die englischen Verhältnisse sind bunter und kleinteiliger.
Für die genuin sozialwissenschaftliche Fragestellung wurden Instrumente aus der Biologie entlehnt: Die Sequenzanalyse ist aus der Erforschung von DNA-Strukturen bekannt. Die Digitalisierung schließlich macht aus den Ergebnissen ein beeindruckend schönes Bild, das den Betrachter zugleich informiert.
Zur Grafik in den aktuellen WZB-Mitteilungen (PDF, S. 56)
Die Studie von Anette Fasang „Retirement Patterns and Income Inequality“ ist in der Zeitschrift Social Forces erschienen.