„Die politische Gleichheit nicht untergraben“
In einem Interview mit der taz analysiert WZB-Forscher Sebastian Bödeker, warum es eine soziale Schieflage bei der Wahlbeteiligung gibt. Einkommensschwache Menschen gehen immer seltener zur Wahl und beteiligen sich auch seltener in Bürgerinitiativen oder an Volksabstimmungen. Der Politikwissenschaftler macht deutlich, dass sich die Parteien mehr um die Belange von Menschen aus unteren sozialen Schichten kümmern müssen, die den Hauptteil der Nichtwähler ausmachen. Wichtig sei es, dass die Parteien auch in ihren eigenen Reihen für den sozialen Ausgleich sorgen.
„Vor allem die [Parteien] des linken Spektrums müssen sich fragen, wer eigentlich Mitglied bei ihnen ist und welche Chancen Menschen mit geringen Schulabschlüssen und geringem Einkommen in ihren Reihen haben, Einfluss aufs Programm zu nehmen oder selbst wichtige Posten zu besetzen“, machte Bödeker im Interview deutlich. Es gehe darum, einen „Kern der Demokratie, die politische Gleichheit, also die gleiche Berücksichtigung von Interessen, nicht weiter zu untergraben.“
Sebastian Bödeker ist Stipendiat der Abteilung Transnationale Konflikte und internationale Institutionen. Gerade ist sein WZB Brief Zivilengagement „Soziale Ungleichheit und politische Partizipation in Deutschland“ erschienen.