WZB-Studie zum dualen System WZB-Studie zum dualen System
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Junge Leute erfolgreich in den Job bringen

Foto: Christian Ausserhofer

Die duale Ausbildung ist international hoch angesehen und gilt als wichtiger Faktor für die Stärke der deutschen Wirtschaft und den vergleichsweise reibungslosen Einstieg junger Menschen in den Arbeitsmarkt. Doch wie erfolgreich ist das deutsche duale System im Vergleich zu anderen Ländern mit dualer Berufsausbildung? In einer umfassenden Untersuchung hat WZB-Forscher Christian Ebner erstmals vergleichend die dualen Ausbildungssysteme in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Dänemark und deren Verzahnung mit dem Arbeitsmarkt untersucht. Die hochspezialisierte duale Berufsausbildung in Deutschland erschwert den Zugang zu einer unbefristeten Beschäftigung. In Dänemark dagegen, wo Lehrlinge breiter ausgebildet werden, tragen die Absolventen ein erhöhtes Risiko von unterwertiger Beschäftigung.

Die Ergebnisse von Christian Ebners Studie sind gerade als Buch unter dem Titel „Erfolgreich in den Arbeitsmarkt? Die duale Berufsausbildung im internationalen Vergleich“ im Campus Verlag erschienen. Ebner setzt zwei Themenschwerpunkte: Zu Beginn werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Bildungs- und Ausbildungssysteme in den untersuchten Ländern ausgearbeitet. Ist duale Ausbildung gleich duale Ausbildung? Und welchen Stellenwert hat sie im Vergleich zur akademischen Bildung und zu vollzeitschulischen Berufsbildungsgängen? Während Deutschland hoch spezialisiert ausbildet – es gibt 350 Ausbildungsberufe – nehmen die Schweiz und Österreich eine Mittelposition ein. Österreich zeichnet sich darüber hinaus durch ein stark besetztes vollzeitschulisches Ausbildungssegment aus. Dänemark sticht durch eine vergleichsweise geringe Spezialisierung in der dualen Ausbildung heraus.

Der zweite Schwerpunkt liegt auf der Kopplung zwischen dem dualen Ausbildungssystem und dem Arbeitsmarkt in den vier untersuchten Ländern. Die empirischen Befunde deuten darauf hin, dass sehr stark spezialisierte Lehrabsolventen wie in Deutschland weniger umfassend einsetzbar sind und dadurch schwereren Zugang zu entfristeter Beschäftigung haben. Die sehr breit angelegte dänische Berufsausbildung macht nach dem Abschluss oft eine weitere Spezialisierung nötig, damit ihre Absolventen Fachtätigkeiten aufnehmen können. Deutlich häufiger als in deutschsprachigen Ländern arbeiten dänische Lehrabsolventen daher in niedrig qualifizierten Jobs.

Die Publikation geht auf Christian Ebners Dissertation zurück. Er analysiert Daten aus den Jahren 2004 bis 2007 vor dem Ausbruch der Finanzkrise, um aussagekräftige und nicht durch die Krise veränderte Aussagen über die Lage der dualen Ausbildung machen zu können.

Zur Publikation im Campus-Verlag

Zu Christian Ebners Website

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