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Gesellschaft und wirtschaftliche Dynamik |
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Abteilung Internationalisierung und Organisation |
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Konzeptioneller Ansatz |
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Die Forschung der Abteilung "Internationalisierung und Organisation" (INTO) hat bis 2006 zu
folgendem zentralen Aufschluss geführt: Es besteht eine
Wechselwirkung zwischen Tendenzen der Internationalisierung
(Entwicklung transnationaler Beziehungen und supranationaler
Regulierung) einerseits und den Handlungsweisen und der
Institutionenentwicklung seitens nationaler oder lokaler Akteure.
Internationalisierung verstärkt den über nationale Gesellschaften
hinausgehenden institutionellen Rahmen, aber eben deshalb wird die
Art der nationalen oder lokalen Betroffenheit auch spezifischer.
Zum einen erfordert die Implementation oder Diffusion
supranationaler Regeln oder Konzepte immer die ‚Übersetzung’ in
nationale oder auf andere Weise subsidiäre Institutionen und Kultur
‚vor Ort’. Zum anderen verschiebt sich in der Auseinandersetzung mit
supranationalen Regeln und Entscheidungen der ‚Besatz’ von
nationalen Gesellschaften und Volkswirtschaften, durch Branchen,
Unternehmenstypen, Marktsegmente und Strategien. Internationale
Handlungshorizonte bedeuten, dass Unternehmen Geschäftsstrategien,
Aktivitäten und Organisationstypen geographisch neu sortieren und
verteilen.
Zwischen Aggregations– und Regelungsebenen entwickeln sich markante
Effekte: Konzepte oder Regelwerke steigen zu einer höher gelegenen
Ebene auf, werden verallgemeinert, binden dann Instanzen auf einer
niedrigeren Ebene und werden von diesen jeweils weiterentwickelt und
angepasst.
Das Spannungsverhältnis zwischen internationalen Handlungsebenen,
Regelwerken, Akteuren und anderen Kontingenzen einerseits, und
nationalen oder subsidiär abgegrenzten Kontingenzen andererseits,
treibt Prozesse der Entwicklung von Institutionen und Kultur auf den
verschiedenen Ebenen an. Dadurch entstehen Forschungsfragen nach:
- Übertragungs– und Übersetzungseffekte zwischen Ebenen
(vertikal) sowie Weltregionen und Ländern (horizontal),
- Effekten der Umsortierung von wirtschaftlichen Aktivitäten
und Organisationstypen zwischen Gesellschaften.
Internationalisierung kann für verschiedene
Gesellschaften sehr verschiedene Konsequenzen haben. Ihre Bedeutung
für eine Gesellschaft wird also nicht nur durch Akteure und
Institutionen auf supranationaler Ebene bestimmt, sondern in
Interaktion mit diesen, durch lokale Akteure (Regierungen, Verbände,
Unternehmen) und ihre Entscheidungen. |
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Forschungsfragen und Arbeitsbereiche
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Zur Zeit lassen sich hauptsächlich folgende
Arbeitsbereiche nach Forschungsfragen unterscheiden:
- Wie entwickeln sich internationale Geschäftsmodelle und
Organisationsformen in hochwertigen industriellen und
Beratungstätigkeiten?
-
In welchem Zusammenhang stehen europäische und nationale
Regelbildung?
-
Wie entwickelt sich der Transport– und Logistiksektor unter
besonderer Beachtung internationaler Marktliberalisierung?
-
Wie stellt sich die Umformung von Corporate Governance und
Arbeitsbeziehungen in Europa dar, insbesondere bezüglich
institutioneller Wechselwirkungen zwischen nationalen Modellen von
Corporate Governance/Arbeitsbeziehungen und internationalen
Entwicklungen?
-
Wie ist die Mischung von Kontinuität und Wandel von nationalen
und lokalen Wirtschaftsinstitutionen und –konzepten im Zuge der
Internationalisierung zu erklären?
Der aktuelle Prüfstand für soziale Institutionen,
die für Wirtschaftsdynamik wichtig sind, ist ihre Eignung zur
Ingangsetzung oder Bewältigung von Internationalisierungsprozessen
im beschriebenen Sinne, also von miteinander verquickten Prozessen
supranationaler Regulierung und Marktentwicklung einerseits und der
Weiterentwicklung einheimischer produktiver Institutionen
andererseits. In der Verfolgung der erwähnten Fragen sind drei
Arbeitsbereiche grob zu unterscheiden:
- Transnationale Regulierung / Vermittlungs- und
Vernetzungsorganisationen, insbesondere konzeptionelle
Projektentwicklung und Forschung zu Fragen institutioneller
Wechselwirkungen und der Zusammenhänge zwischen
grenzüberschreitender Re-Organisation und Re-Regulierung
- Strategische und organisatorische Entwicklung multinationaler
Unternehmen, insbesondere Wechselwirkungen und Zusammenhänge
zwischen transnationalen und lokalen Institutionen,
Organisationsumgebungen, Strategien, Prozessen und Strukturen
- Umformung von Corporate Governance und Arbeitsbeziehungen in
Europa, insbesondere konzeptionelle Projektentwicklung und Forschung
zu Fragen institutioneller Wechselwirkungen und der Zusammenhänge
zwischen nationalen Modellen von Corporate Governance und
Arbeitsbeziehungen in der Firma, europäischer Gesetzgebung und
Internationalisierung der Kapital- und Produktmärkten
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Letzte Änderung: 2007-11-30 16:27 |
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