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Im Zentrum des Forschungsprogramms stehen
gegenwärtige Umbrüche im industriellen Sektor. Zwei Trends
sind dabei von besonderem Interesse: zum einen die
Neukonfiguration der Arbeitsteilung im Verhältnis von
Hochlohn- und Niedriglohnländern weltweit und zum anderen
die zunehmende Bedeutung von Prozessen der
Wissensgenerierung und des Wissensaustauschs. Untersucht
wird, wie diese Trends den Charakter der Industriearbeit und
die Ausgestaltung nationaler und sektoraler
Institutionssysteme verändern.
Das Untersuchungsfeld sind Schlüsselindustrien wie die
Automobilindustrie, der Maschinenbau und die Informations-
und Kommunikationsindustrie, aber auch neue Branchen wie die
Computerspielindustrie. Die Untersuchungen sind in der Regel
international vergleichend angelegt. Methodisch beruht das
Forschungsprogramm auf einer Verbindung
industriesoziologischer, betriebswirtschaftlicher sowie
politikwissenschaftlicher Perspektiven.
Die Themenschwerpunkte des Forschungsprogramms sind:
1. Sektorale Innovationsdynamiken und regionale Entwicklung:
Inwieweit gelingt es ausgewählten Regionen, Anschluss an
sektorale Innovationsdynamiken zu gewinnen, und wie spiegelt
sich dies in ausgewählten Innovationsbiografien wider?
2. Die Entwicklung von Arbeitsmodellen im erweiterten
Europa: Inwieweit versuchen Unternehmen in den
Niedriglohnländern Osteuropas ihre bisherigen Arbeits- und
Sozialmodelle zu übertragen oder, im Gegenteil, ihnen zu
entkommen? Welche Wechselwirkung ergibt sich zwischen
Hochlohn- und Niedriglohnstandorten transnationaler
Unternehmen?
3. Veränderungen im Charakter der Arbeit im Zuge der
Einführung neuer Produktionssysteme: Unter welchen
Bedingungen hat Industriearbeit in den Hochlohnländern ein
Zukunft?
4. Corporate Governance und die Zukunft der Mitbestimmung:
Welche Herausforderungen ergeben sich für das
Mitbestimmungssystem im Hinblick auf
Finanzmarktanforderungen sowie dem Prozess der
Europäisierung? |