Die Abteilung Marktprozesse und Steuerung analysiert aus
finanzwissenschaftlicher Perspektive die Funktionsweise von bestehenden
und alternativen Steuerungsprozessen in Markt und Staat und untersucht
die Handlungsperspektiven des Staates, die sich im Zuge des Wandels
wirtschaftlicher Strukturen auf nationaler sowie internationaler Ebene
eröffnen.
Zu den Gegenständen der Forschung gehört der zunehmende Wettbewerb
zwischen föderalen staatlichen Ebenen (intragouvernmentale Ebene),
zwischen Staaten (intergouvernmentale Ebene) und die Beziehungen
zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor. Auf der
intragouvernmentalen Ebene stehen vor allem Agency-Probleme im Kontext
unvollständiger Verträge im Zentrum der Analyse, insbesondere im Bereich
föderaler Strukturen.
Die konfliktbehafteten Beziehungen zwischen Staaten, Regierungsebenen
oder zwischen Regierung und privaten Akteuren werden mit dem modernen
finanzwissenschaftlichen Instrumentarium analysiert, das neben den
theoretischen Methoden der Turnier- und Vertragstheorie auch
quantitativ-empirische Methoden umfasst. Die stärker
grundlagentheoretischen Arbeiten sind dabei als Teilprojekt eingebettet
in den DFG-Transregio-Sonderforschungsbereich „Governance und die
Effizienz ökonomischer Systeme“.
Innerhalb der Abteilung ist in den vergangenen Jahren die
Föderalismusthematik bzw. die Forschung zu Fragen des
intergovernmentalen Wettbewerbs erheblich gestärkt worden und
repräsentiert aktuell den überwiegenden Teil der Forschungsaktivität.
Zu den Aktivitäten in diesem Themenfeld gehört die theoretische und
die theoriegeleitete empirische Forschung zu Bestimmungsfaktoren der
Qualität der Politik in föderalen Wettbewerb, sowohl auf kommunaler
Ebene als auch hinsichtlich der Wirkung dezentraler nationaler
Strukturen für die Wettbewerbsfähigkeit von Staaten im internationalen
Wettbewerb.
Kernergebnisse der Forschung beziehen sich darauf, dass bestimmte,
föderale Systeme kennzeichnende Elemente eher funktional, andere solche
Elemente eher dysfunktional wirken. Damit ergibt sich für die
Föderalismusforschung die schwierige Aufgabe, die unterschiedlichen
Elemente einer föderalen Struktur theoretisch zu durchleuchten und ihre
teilweise sehr unterschiedliche Rolle für die Qualität der Politik zu
identifizieren. Ein Teil dieser Arbeiten ist eingebettet in das
DFG-Schwerpunktprogramm zu Föderalismusfragen (SPP 1142 –
Institutionelle Gestaltung föderaler Systeme: Theorie und Empirie).