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Arbeiten -
lieber geregelt als flexibel |
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16
02 2004 |
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Studie zeigt, warum
Beschäftigte Zeitkonten bisher so wenig nutzen
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(Berlin) Flexible
Arbeitszeiten sind derzeit hoch im Kurs. Politiker fordern sie,
damit Beschäftigte Beruf und Familie besser vereinbaren können.
Unternehmer rufen nach ihnen, um in Zeiten wirtschaftlicher Flaute
nicht unausgelastete Mitarbeiter beschäftigen zu müssen. In der
Praxis stößt die Flexibilisierung von Arbeitszeiten dagegen an ihre
Grenzen. Forscher des Wissenschaftszentrums Berlin für
Sozialforschung (WZB) haben jetzt in einer Studie herausgefunden,
dass Arbeitszeitkonten von den Beschäftigten bisher nur sehr
zögerlich genutzt werden.
„Arbeitszeitkonten bringen für die Beschäftigten neue und schwer
kalkulierbare Risiken mit sich“, erklärt Prof. Dr. Eckart
Hildebrandt, ein Autor der von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten
Studie. Zeitkonten beruhen auf dem Prinzip, Mehrarbeit anzusparen,
die später als Freizeit entnommen werden kann. Zum Problem werden
Zeitkonten für die Beschäftigten in Phasen starker Arbeitsbelastung.
„Der Alltag gerät dann unter einen enormen Organisations- und
Gestaltungsdruck“, sagt Hildebrandt. „Flexible Arbeitszeitmodelle
führen weder automatisch zu höherer Zeitsouveränität noch zu höherer
Lebensqualität“, lautet daher ein zentrales Fazit der Forscher.
Die Folge: Die Mehrheit der Beschäftigten hält weiterhin an
geregelten Arbeitszeiten fest. Zwar benötigen die Arbeitnehmer
gelegentlich Flexibilität (z.B. bei Krankheit von Kindern),
ansonsten geben sie aber einem eher stabilen Arbeits- und
Lebensrhythmus den Vorzug. Auch das Freizeitverhalten ist weiterhin
eng an traditionelle Zeitmuster angelehnt, vor allem an das
Wochenende. Arbeitszeitkonten bergen nach Meinung der Forscher zudem
ein Karriererisiko. Wer geforderte Mehrarbeit ablehnt, riskiert
einen Rückschritt auf der Karriereleiter. Wie stark Zeitkonten in
Zukunft genutzt werden, hängt deshalb nicht nur von den
Mitarbeitern, sondern auch von der Arbeitszeitkultur in den
Unternehmen ab.
Die Ergebnisse
der Studie werden am 19./20. Februar 2004 auf der Tagung „Balance
von Arbeit und Leben“ vorgestellt, die das WZB gemeinsam mit der
Böckler-Stiftung am Wissenschaftszentrum in Berlin veranstaltet.
Mehr Informationen zum Programm:
www.wzb.eu/aktuell Die Studie erscheint Anfang März im
sigma-Verlag:
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Matthias Eberling, Volker Hielscher, Eckart Hildebrandt, Kerstin
Jürgens: Prekäre Balancen. Flexible Arbeitszeiten zwischen
betrieblicher Regulierung und individuellen Ansprüchen, Forschung
aus der Hans-Böckler-Stiftung 53, Berlin: edition sigma 2004.
Rezensionsexemplare können beim Verlag bestellt werden:
verlag@edition-sigma.de
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Weitere Informationen: Prof. Dr. Eckart Hildebrandt, Tel.: 030/25491-279,
E-Mail:
hildebrandt@wzb.eu
Pressekontakt:
Claudia Roth, Pressereferat, Tel.: 030/25491-510, E-Mail:
roth@wzb.eu |
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