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WZB-Bücher
2009 |
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Forschungsschwerpunkte
v Bildung, Arbeit und Lebenschancen
v Märkte und Politik
v Gesellschaft und wirtschaftliche Dynamik
v Zivilgesellschaft, Konflikte und Demokratie
v Bei der Präsidentin
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Bildung,
Arbeit und Lebenschancen
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Agnes Blome, Wolfgang Keck,
Jens Alber
Cheltenham, UK/Northampton, MA, USA: Edward Elgar 2009
ISBN 978-1-84844-479-9
341 Seiten,
£ 79.95
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Family and the Welfare State in Europe
Intergenerational Relations in Ageing Societies
Der demographische Wandel und Änderungen in den
Familienkonstellationen kennzeichnen den heutigen Wohlfahrtsstaat. Diese Prozesse gefährden das staatliche
Leistungsangebot. Einige Autoren schließen daraus, dass es zu
Verteilungskonflikten zwischen Generationen kommt. Im
Mittelpunkt dieser Studie steht die Frage, wie Staat und Familie
die Lebensbedingungen von Generationen prägen und wie sich
dieses Wechselspiel auf die sozialpolitischen Einstellungen von
Altersgruppen in vier Ländern auswirkt: Deutschland, Frankreich,
Italien und Schweden. Im Einzelnen geht es um die
Rentenleistungen und die materielle Lebenssituation von
Senioren, die Pflege älterer Menschen, Familienpolitik und
familienpolitische Leistungen sowie um Kinderbetreuung und
Erwerbsbeteiligung von Müttern. Der Vergleich der Länder soll
darüber Aufschluss geben, wie verschiedenartig das Zusammenleben
zwischen Generationen organisiert sein kann und welche
Strategien sich angesichts des demographischen Wandels als
zukunftsfähig erweisen. Die Analysen zeigen, dass dem
Zusammenspiel zwischen den Generationenverhältnissen im
Wohlfahrtsstaat und den Generationenbeziehungen in der Familie
eine zentrale Stellung bei der Regulierung von
Verteilungskonflikten zukommt.
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Eckart Hildebrandt, Philip Wotschack, Almut Kirschbaum
(unter Mitarbeit von Svenja Pfahl und Franziska Scheier)
Berlin: edition sigma 2009
ISBN 978-3-8360-8698-1
257 Seiten, € 19,90
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Zeit auf der hohen Kante
Langzeitkonten in der betrieblichen Praxis und Lebensgestaltung
von Beschäftigten
Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung, Bd. 98
Auf Langzeitkonten können Überstunden oder bestimmte
Entgeltbestandteile in Form von Zeitguthaben verbucht und dann
zu einem späteren Zeitpunkt entnommen werden. Zeit sparen und in
einer späteren Phase des Erwerbslebens nutzen – so lautet die
Grundidee. Für die Unternehmen stellen Langzeitkonten ein
Flexibilisierungsinstrument dar; für die Beschäftigten eröffnen
sie Chancen auf eine bessere Verteilung von beruflichen und
außerberuflichen Anforderungen im Lebensverlauf. Allerdings ist
die Palette der Umsetzungsformen in den Unternehmen und der
Nutzungspraktiken auf Seiten der Beschäftigten außerordentlich
breit. Die Ziele einer flexiblen Personalpolitik, die Wünsche
der Arbeitnehmer, die juristischen Rahmenbedingungen und die
Mitbestimmungsrechte der Interessenvertretungen – all dies
bildet eine komplexe, manchmal auch konfliktgeladene
Gemengelage, die es analytisch zu entschlüsseln gilt. Der Band
stellt sich dieser Aufgabe. Anhand von repräsentativen
Unternehmensdaten, ausführlichen Betriebsfallstudien sowie
quantitativen und qualitativen Beschäftigtenbefragungen werden
Nutzungspraxis und Nutzungsbarrieren von Langzeitkonten
umfassend dargestellt und bewertet.
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Eckhard Priller, Jana Sommerfeld (Hg.)
Münster: LIT Verlag 2009
ISBN 978-3-8258-1763-3
254 Seiten, € 29,90
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Spenden in Deutschland
Analysen – Konzepte – Perspektiven
Philantropie, Bd. 1
Sind die Deutschen tatsächlich „Spendenweltmeister“, wie
gelegentlich zu hören ist, oder halten sie sich bei dieser Form
des Engagements eher zurück? An gesicherten Daten, die eine
genaue Antwort ermöglichen, mangelt es; unterschiedliche
Erhebungen und Untersuchungen bieten immerhin erste
Anhaltspunkte zur Spendenbereitschaft der Bürger. Für
zivilgesellschaftliche Organisationen, die Politik und die
Wissenschaft sind derartige Informationen von großem Interesse:
Freiwillige Transfers von Geld, Sachen und Leistungen für
gemeinwohlorientierte Zwecke geben Auskunft über
Verhaltensweisen, Wertorientierungen und den Gesamtzustand einer
Gesellschaft. Die Beiträge dieses Bandes geben einen Überblick
über die vorliegenden Daten zum Spendenverhalten in Deutschland.
Dabei werden Befunde des Statistischen Bundesamts,
Umfrageergebnisse und andere Erhebungen verschiedener
Institutionen analysiert. Darüber hinaus prüfen die Autoren,
welche Grundlagen für eine kontinuierliche
Spendenberichterstattung vorhanden sind und wie diese methodisch
gestaltet sein müsste, um wissenschaftlich fundiert die
Öffentlichkeit informieren zu können. Der Aufbau einer solchen
Spendenberichterstattung dient nicht zuletzt dazu, ein höheres
Maß an Transparenz im Spendenwesen zu fördern.
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Heike Solga, Denis Huschka, Patricia Eilsberger,
Gert G. Wagner (Hg.)
Opladen/Farmington Hills: Budrich UniPress 2009
ISBN 978-3-940755-13-1
DOI 10.3224/94075513
144 Seiten,
printing on demand € 39,90
E-book im Open Access,
Download unter: http://dx.doi.org/10.3224/94075513
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GeisteswissenschaftlerInnen: kompetent, kreativ, motiviert –
und dennoch chancenlos?
Ergebnisse des Expertisenwettbewerbs „Arts and Figures – GeisteswissenschaftlerInnen im Beruf“,
Bd. 2
Anknüpfend an einen bereits erschienenen ersten Band werden hier
weitere Beiträge junger Forscherinnen und Forscher vorgestellt,
in denen über berufliche Orientierung und berufliche Werdegänge
von Geisteswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern berichtet
wird. Die Texte stammen aus dem Expertisenwettbewerb des Rates
für Sozial- und Wirtschaftsdaten für
Nachwuchswissenschaftler/innen, der im Rahmen des „Jahrs der
Geisteswissenschaften“ 2007 stattfand und das Ziel verfolgte,
neue Ideen und Möglichkeiten beruflicher Betätigung für diese
Akademikergruppe aufzuzeigen. Denn verglichen mit
Hochschulabsolvent/innen anderer Fachrichtungen sind die
Berufsperspektiven von Geisteswissenschaftler/innen weniger
konkret und unterliegen stärker Schwankungen des Arbeitsmarkts.
Gesucht sind „Allrounder“ oder „Generalisten“, deren
Kompetenzportfolios flexibel dem Bedarf künftiger Arbeitgeber
genügen müssen. Vor dem Hintergrund der häufig zu beobachtenden
Diskrepanzen zwischen erworbenen und aktuell nachgefragten
Qualifikationsprofilen fragen die Autorinnen und Autoren, welche
Fähigkeiten und Fertigkeiten die Berufschancen von
Geisteswissenschaftler/innen verbessern, ob sich in Zeiten
wachsender Ungewissheiten am Arbeitsmarkt Anforderungen
überhaupt noch prognostizieren lassen, welchen Anteil die
universitäre Ausbildung am erfolgreichen Start ins Berufsleben
hat und nicht zuletzt, welche neuen Praxisfelder sich
erschließen lassen.
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Heike Solga, Justin Powell, Peter A. Berger (Hg.)
Frankfurt a.M./New York: Campus 2009
ISBN 978-3-593-38847-2
492 Seiten, € 24,90
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Soziale Ungleichheit
Klassische Texte zur Sozialstrukturanalyse
In diesem Reader werden wichtige theoretische Beiträge zur
Sozialstrukturanalyse für Studierende und Dozenten
zusammengestellt und fachlich eingeordnet. Ausgangspunkt ist die
Frage, was unter sozialer Ungleichheit zu verstehen ist und
welche Erklärungen es für deren Entstehung gibt. In einem
einleitenden Forschungsüberblick stellen die Herausgeber die
zentralen Grundbegriffe dar. Die folgende Dokumentation bietet
zunächst Texte der klassischen Theorien zur sozialen
Ungleichheit, unter anderem von Kingsley Davis und Wilbert E.
Moore, Karl Marx, Max Weber und Pierre Bourdieu. Danach wird in
Texten etwa von Ralf Dahrendorf, Helmut Schelsky und Ulrich Beck
die kontinuierliche Diskussion um Klasse und Schicht
nachgezeichnet, zusammengefasst unter der Leitfrage: „Leben wir
noch in einer Klassengesellschaft?“ Soziale Ungleichheit wird
dabei auch in Beziehung gesetzt zu Fragen von Rasse und
Geschlecht sowie zur Globalisierung. In weiteren Teilen des
Bandes werden die jüngeren Beiträge über soziale Milieus und
Lebensstile (Stefan Hradil, Michael Vester und andere) sowie
dynamische Ansätze mit Blick auf den Lebensverlauf vorgestellt
(Karl-Ulrich Mayer, Walter Müller und Helga Krüger).
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Philip Wotschack
Amsterdam: Thela Thesis 2009
ISBN 978-90-361-0139-4
152 Seiten, € 24,50
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Household Governance and Time Allocation
Four Studies on the Combination of Work and Care
In modernen Gesellschaften wird Paaren zunehmend abverlangt, die
zeitlichen Anforderungen aus zwei Jobs bzw. Karrieren
miteinander zu vereinbaren und mit den vielfältigen Aufgaben in
Haushalt und Familie abzustimmen. Unterschiedliche Vorstellungen
oder konkurrierende Ziele der Partner führen dabei zu neuen
Kooperations- und Koordinationsproblemen. Ausgehend von dem
theoretischen Konzept der „Household Governance“ wird anhand von
Daten des niederländischen „Time Competition Survey“
systematisch analysiert, wie Paare versuchen, diesen
Schwierigkeiten durch institutionalisierte Arrangements im
Haushalt zu begegnen − etwa durch Outsourcing-Strategien,
informelle Vereinbarungen, Qualitätsstandards und Strategien der
Konfliktbewältigung. Die Studie zeigt, dass Paare zwar mit
großer Kreativität passende Lösungen entwickeln, aber oft
dennoch berufliche und familiäre Pflichten nicht in der
gewünschten Weise miteinander vereinbaren können. Verantwortlich
dafür sind nicht allein hohe Anforderungen des Erwerbsbereichs
oder finanzielle Restriktionen. Vor allem bei der Entscheidung
über den Umfang der Erwerbsbeteiligung stehen Paare vor dem
grundlegenden Dilemma, dass kürzere Arbeitszeiten zum Zwecke der
besseren Vereinbarkeit mit unvorhersehbaren individuellen
Erwerbsrisiken verbunden sind.
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Märkte und
Politik
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Kai A. Konrad
Oxford/New York: Oxford University Press 2009
ISBN 978-0-19-954960-3 (Hardback)/978-0-19-954959-7 (Paperback)
256 Seiten, $ 99.00 (Hardback)/
$ 39.95 (Paperback)
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Strategy and Dynamics in Contest
London School of Economics Perspectives in Economic Analysis
Das Marketing von Firmen, Rechtsstreitigkeiten,
Belohnungssysteme in Unternehmen, politischer Wettbewerb,
Wettrennen um Patente, Sportturniere und kriegerische
Auseinandersetzungen haben einiges gemeinsam: In allen Fällen
handelt es sich um Interaktionen, bei denen es darauf ankommt,
den Gegner zu übertreffen. Die Spieler strengen sich an, und am
Ende des Wettkampfs ist dieser Einsatz unwiederbringlich
verloren, und zwar unabhängig vom Gewinn oder Verlust des
Wettbewerbs. Ziel des Buches ist es, grundlegende Eigenschaften
der angesprochenen Interaktionstypen theoretisch zu beschreiben
und ihre Gesetzmäßigkeiten aufzudecken. Zunächst stellt der
Autor die Merkmale von statischen Wettkämpfen und Turnieren dar.
Im Folgenden diskutiert er Aspekte wie zeitliche Planung von
Wettbewerben, Eintritt, Sabotage und Delegation sowie Fragen der
Wettkampfgestaltung, wie etwa Zulassung und Ausschluss von
Spielern oder die Struktur von Auszeichnungen. Darüber hinaus
werden Situationen analysiert, in denen Spieler wiederholt in
gleichen oder unterschiedlichen Wettbewerbskonstellationen
gegeneinander antreten. Beispiele sind Konflikte zwischen und
Rivalität innerhalb von Gruppen, Ausscheidungsturniere und
andere dynamische Wettkampfstrukturen.
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Kai A. Konrad, Tim Lohse (Hg.)
Frankfurt a.M. u.a.: Peter Lang 2009
ISBN 978-3-631-59256-4
171 Seiten, € 34,00
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Einnahmen- und Steuerpolitik in Europa: Herausforderungen und
Chancen
Die Einnahmen- und Steuerpolitik in Europa steht vor
tiefgreifenden Veränderungen. Zwei Themen dominieren die Agenda.
Erstens ist die Europäische Kommission gegenüber dem Parlament
und dem Rat in der Pflicht, eine umfassende Überprüfung aller
Aspekte des EU-Haushalts vorzunehmen. Dabei stellt sich die
Frage, ob grundlegend neue Haushaltsstrukturen sinnvoll sind und
wenn ja, ob in Anbetracht des Einstimmigkeitsprinzips
tatsächlich eine Chance für Veränderungen besteht. Die Schaffung
einer EU-Steuer würde eine Einnahmenvariante darstellen, die das
bisherige komplexe System der Eigenmittel ablösen könnte.
Zweitens zwingt ein verschärfter Steuerwettbewerb in der EU die
Nationalstaaten gerade nach der Osterweiterung zur Modifikation
ihrer Steuersysteme. Nach einem vielfach zu beobachtenden Sinken
der Körperschaftsteuersätze stehen nun die Vorschläge zu einer
gemeinsamen konsolidierten Körperschaftsteuerbemessungsgrundlage
zur Debatte. Wie vorteilhaft wäre eine solche konsolidierte
Bemessungsgrundlage, und welche Aussichten auf Realisierung hat
sie? In dem Band, der eine Tagung dokumentiert, werden diese
Fragen aus ökonomischer und juristischer Perspektive erörtert.
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Gesellschaft und wirtschaftliche Dynamik
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Florian A. A. Becker-Ritterspach
Houndmills/Basingstoke: Palgrave Macmillan 2009
ISBN 978-0-230-20669-4
302 Seiten, $ 90.00
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Hybridization of MNE Subsidiaries
The Automotive Sector in India
Multinationale Konzerne, die Niederlassungen in anderen Ländern
errichten, stehen vor der Frage, inwieweit sie ihre
Produktions-, Organisations- und Geschäftsmodelle bruchlos
transferieren können oder aber an die lokalen und nationalen
Bedingungen des Gastlands anpassen müssen. Die Herausforderungen
sind umso größer, wenn kulturelle Grenzen zu überwinden sind.
Vor diesem Hintergrund werden in dem Band die
Internationalisierungsstrategien multinationaler
Automobilhersteller in Indien untersucht. Der Autor zeigt auf,
dass die Firmen ganz unterschiedliche Standortpolitiken
betreiben. Wie Organisations- und Personalkonzepte des Heimat-
und des Gastlandes miteinander kombiniert werden, hängt
wesentlich davon ab, welches Marktsegment bedient wird, ob das
Unternehmen über ein internationales Produktionssystem verfügt
und wie dieses beschaffen ist, wie sich der Markteintritt
vollzieht (Neugründung oder Betriebsübernahme) und welche
Regulierungsinteressen die jeweilige Regierung verfolgt.
Internationalisierte und lokal geprägte Praktiken sind eng
miteinander verwoben, wobei hinsichtlich Personalführung und
Arbeitsbeziehungen lokale Standards dominieren, während bei der
Fertigungstechnik und Planung eher supranational
vereinheitlichte Konzepte angewendet werden.
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Antje Blöcker, Ulrich Jürgens, Heinz-Rudolf Meißner
Berlin u.a.: LIT Verlag 2009
ISBN 978-3-643-10409-0
269 Seiten, € 29,90
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Innovationsnetzwerke und Clusterpolitik in europäischen
Automobilregionen
Impulse für Beschäftigung
Soziologie – Forschung und Wissenschaft, Bd. 31
Ausgangspunkt dieses Buches ist die Beobachtung, dass
Innovationen in der Automobilindustrie zunehmend nicht im Rahmen
von Einzelunternehmen, sondern von Netzwerken entstehen. Diese
Innovationsnetzwerke umfassen Unternehmen mit unterschiedlicher
Spezialisierung sowie Forschungseinrichtungen und sind oft
weltweit gespannt. Vor dem Hintergrund der Diskussion über
Produktionsverlagerungen aus traditionellen Automobilregionen
wird die Frage gestellt, inwieweit es durch eine regionale
Clusterpolitik gelingt, Anschluss an diese Innovationsdynamik zu
gewinnen. Die Autoren nehmen Bezug auf das von der EU
entwickelte Konzept von Clusterpolitik, das die regionalen
Potenziale vor allem durch ihre Vernetzung stärken will. In acht
Fallstudien zu europäischen Automobilregionen in Kern- und
Randlagen werden Ansatz und Wirkung von Clusterpolitik näher
untersucht. Dabei wird dem Spannungsverhältnis zwischen
Automobilherstellern mit ihrer Orientierung auf globale
Innovationsnetzwerke einerseits und den Regionen mit ihren
spezifischen Potenzialen an wissenschaftlich-technischer
Infrastruktur und überwiegend klein- und mittelständischen
Zulieferunternehmen andererseits nachgegangen.
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Janet Merkel
Berlin: edition sigma 2009
ISBN 978-3-89404-252-3
178 Seiten, € 16,90
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Kreativquartiere
Urbane Milieus zwischen Inspiration und Prekarität
In vielen Städten werden neue Wachstums¬hoffnungen heute an die
Kultur- und Kreativwirtschaft geknüpft. Kreative in die Stadt zu
ziehen und ihnen Entfaltungsmöglichkeiten zu bieten, gilt
vielfach als probates Mittel urbaner Entwicklung. Einig ist man
sich dabei, dass „kreative urbane Milieus“ – meist konzentriert
auf bestimmte Stadtquartiere – inspirierende Bedingungen bieten.
Aber was kennzeichnet solche Milieus eigentlich? Wie entstehen
sie? Welche Ressourcen benötigen die Kreativen, und welche
nutzen sie tatsächlich? Die Forschung hat diese Fragen bislang
nur unzureichend beantwortet. Das Buch zielt darauf ab, eine
präzise qualitative Beschreibung und systematische Analyse zu
liefern. Am Beispiel eines überregional bekannt gewordenen
„Kreativquartiers“ – der Kastanienallee im Berliner Stadtteil
Prenzlauer Berg – schildert die Autorin detailliert, wie die
sozialen Grundlagen schöpferischer Produktion mit der
spezifischen Lebensweise kreativer Solo-Selbstständiger und
einem konkreten Ort im städtischen Raum verknüpft sind. Die
Untersuchung führt zu konkreten Empfehlungen, wie
„Kreativquartiere“ von kommunaler Seite unterstützt werden
können. Und sie verweist auf die sozialen Gefährdungen der
Kreativen, die häufig am Rand der Prekarität operieren.
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Philip Mirowski, Dieter Plehwe (Eds.)
Cambridge, MA/London: Harvard University Press 2009
ISBN 978-0-674-03318-4
469 Seiten, $ 55.00
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The Road from Mont Pèlerin
The Making of the Neoliberal Thought Collective
In diesem Band wird die Vielfalt wichtiger Quellen und
Ursprungszusammenhänge neoliberalen Denkens in Frankreich,
Großbritannien, Deutschland und den USA dargestellt.
Hauptbezugspunkt sind Mitglieder der 1947 in der Schweiz
gegründeten Mont-Pèlerin-Gesellschaft, charakterisiert als
wissenschafts- und gesellschaftspolitisch einflussreiches
Denkkollektiv. Neben den unterschiedlichen und teils
widersprüchlichen Traditionen gibt es eine zentrale
Gemeinsamkeit neoliberalen Denkens: Intellektuelle Vertreter
eines „dritten Weges“ wenden sich seit Mitte der 1930er Jahre
sowohl gegen den Naturalismus des Laisser-faire-Liberalismus als
auch gegen kollektivistische Strömungen. Die
Auseinandersetzungen im neoliberalen Lager während der 1950er
und 1960er Jahre werden veranschaulicht am Beispiel der Debatte
über Gewerkschafts-, Wettbewerbs- und Entwicklungspolitik und
anhand des Verhältnisses zwischen Finanziers und
Intellektuellen. Der Schlussteil widmet sich der Mobilisierung
neoliberalen Wissens in der jüngeren Geschichte Chiles, im
Rahmen der Diskussionen um die Regulierung multinationaler
Konzerne in der UNO und bei der Entwicklung von „property
rights“-Ansätzen zur Armutsbekämpfung, die von der Weltbank und
bilateralen Entwicklungshilfeinstitutionen gefördert werden.
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Arndt Sorge (Hg.)
Berlin: edition sigma 2009
ISBN 978-3-89404-253-0
313 Seiten, € 24,90
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Internationalisierung: Gestaltungschancen statt
Globalisierungsschicksal
Vielfach wird mit den Vokabeln „Globalisierung“ oder
„Internationalisierung“ die Vorstellung von einem anonymen, fast
schicksalhaften Prozess verbunden, der auf alle Beteiligten
gleich, wenn nicht gar gleichmacherisch wirke. In diesem
Sammelband wird ein dezidiert anderer Ansatz vertreten:
Internationalisierung hat je nach betroffenen Gesellschaften
unterschiedliche Effekte, Voraussetzungen und Formen, mit selbst
erzeugten Zwängen und variierenden Handlungsmöglichkeiten.
Impulse, die von transnationalen oder supranationalen Instanzen
ausgehen, werden von nationalen und lokalen Akteuren
aufgegriffen, umgeformt, weiterverarbeitet und auf die
internationale Ebene rückgekoppelt; von der intelligenten
strategischen Kombination der Faktoren hängt es ab, ob
Gestaltungschancen genutzt oder vertan werden. Dieses zentrale
Motiv wird in zwölf Beiträgen anhand von exemplarischen
Forschungsergebnissen entfaltet: unter anderem bei der
Entwicklung von supranationalen Standards und Regeln, bei
nationalen oder unternehmensspezifischen Geschäftsmodellen trotz
internationalisierter Wertschöpfungsketten und Märkte, bei
transnationalen Geschäftsallianzen, bei großen und kleinen
multinationalen Unternehmen sowie bei der Interessenvertretung
von Beschäftigten.
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Marc Torka
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009
ISBN 978-3-8329-4961-7
320 Seiten, € 39,00
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Die Projektförmigkeit der Forschung
Wissenschafts- und Technikforschung, Bd. 3
Forschung betreiben heißt heute vor allem: Projekte entwerfen,
verwirklichen und abschließen. Die Erwartung, projektförmig zu
handeln, ist in allen Disziplinen zu einem Normalmodell in der
Wissenschaft geworden, das selbst in der Wissenschaftsforschung
kaum hinterfragt wird. Doch ist die Projektförmigkeit wirklich
der inhärenten Logik des Forschungshandelns geschuldet? Und
welche Folgen hat es, wenn Forschung sich zunehmend
projektförmig verfasst? Diesen Fragen geht der Autor mit einem
historisch und theoretisch fundierten Konzept der Projektform
als eigenständigem Typ sozialer Strukturbildung nach. In
Fallstudien aus dem Bereich der technischen, empirischen und
theoretischen Forschung wird gezeigt, dass das Arbeiten in
Projekten nicht die natürliche Erscheinungsform der Forschung
ist und deshalb in der Forschungspraxis zu Irritationen führt.
Ihre Allgegenwärtigkeit und Selbstverständlichkeit erhält die
Projektform vielmehr dadurch, dass sie eine gesellschaftlich
hoch anschlussfähige, institutionell abgestützte operative
Struktur ist. Erst unter dieser Voraussetzung konnte sie sich zu
einem eigenständigen Typus sozialer Strukturbildung entwickeln.
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Zivilgesellschaft, Konflikte und Demokratie
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Akademiengruppe Altern in Deutschland
Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2009
ISBN 978-3-8047-2550-8
102 Seiten, € 12,00
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Gewonnene Jahre
Empfehlungen der Akademiengruppe Altern in Deutschland
Altern in Deutschland, Bd. 9
Nova Acta Leopoldina NF Bd. 107, Nr. 371
Die Akademiengruppe Altern in Deutschland war ein gemeinsames
Projekt der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und
der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).
Ausgangspunkt ihrer Empfehlungen ist die Tatsache, dass die
demographische Entwicklung das Leben der Menschen im
Durchschnitt erheblich verlängert hat und viele das höhere Alter
bei besserer Gesundheit erreichen. Mit den Empfehlungen
verfolgte die Akademiengruppe drei Ziele: Erstens sollen die
Chancen der einzelnen Personen verbessert werden, bis ins hohe
Alter hinein ihr Leben selbstständig und eigenverantwortlich zu
führen. Zweitens geht es um eine produktive, gerechte und
solidarische Gestaltung des Generationenverhältnisses. Und
drittens schließlich stellt sich die Aufgabe, die
Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft als Ganzes zu sichern und zu
stärken. Der demographische Wandel bringt Herausforderungen mit
sich, aber auch große Chancen. Der Gewinn an Lebenszeit stellt
ein noch unausgeschöpftes Fortschrittspotenzial dar. Es kommt
darauf an, den demographischen Wandel als Triebkraft für die
nötigen Veränderungen zu nutzen. Dann trägt die demographische
Alterung zur gesellschaftlichen Dynamik bei und wird zur
demographischen Chance.
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Sebastian Botzem, Jeanette Hofmann, Sigrid Quack, Gunnar Folke
Schuppert, Holger Straßheim (Hg.)
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009
ISBN 978-3-8329-4147-5
688 Seiten, € 69,00
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Governance als Prozess
Koordinationsformen im Wandel
Schriften zur Governance-Forschung, Bd. 16
Der wissenschaftliche Mehrwert des Governance-Konzepts erweist
sich vor allem bei der Erforschung von Prozessen. In diesem Band
wird ein breites Spektrum von Transformations-, Auflösungs-,
Pluralisierungs- und Neuschöpfungsprozessen sozialer
Institutionen analysiert. Die meisten der Autoren gehören zur
Querschnittsgruppe „Neue Formen von Governance“ am WZB. In vier
Abschnitten widmen sie sich unterschiedlichen Dimensionen der
Fragestellung. Im ersten Teil über „Macht und Herrschaft“ geht
es zum Beispiel um den deutschen Arbeitsmarkt, Legitimität in
der demokratischen Zivilgesellschaft, transnationale Normsetzung
und Gender-Aspekte in Governance-Fragen. Bildungspolitik,
Mitbestimmung, und Corporate Governance werden unter der
Überschrift „Staat und Markt“ behandelt. Wissen in
Wandlungsprozessen stellt die dritte Dimension dar. Themen sind
Beratung des Staates, das Wissenschaftssystem und der
Zusammenhang von Wissen und Vertrauen in Governance über
sektorale Grenzen hinweg. Schließlich werden im Abschnitt
„Regieren und Recht“ unter anderem Fragen transnationaler
Rechtsnormen erörtert.
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Kai Brauer, Gabriele Korge (Hg.)
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009
ISBN 978-3-531-16355-0
335 Seiten, € 49,90
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Perspektive 50plus?
Theorie und Evaluation der Arbeitsmarktintegration Älterer
Alter(n) und Gesellschaft, Bd. 18
Trotz jüngster Erfolge bei der Arbeitsmarktintegration älterer
Arbeitsuchender sind die Erwerbschancen dieser Gruppe in
Deutschland immer noch gering, insbesondere der Wiedereinstieg
nach Unterbrechung der Erwerbsphase ab dem 50. Lebensjahr. Vor
diesem Hintergrund hat das Bundesarbeitsministerium das
„Programm Perspektive 50plus“ aufgelegt, um auf lokaler Ebene
unterschiedliche Wege der Reintegration Älterer zu erproben und
ihre Marktchancen nachhaltig zu verbessern. An der Umsetzung des
Programms sollten neben den hauptverantwortlichen
Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) und kommunalen Trägern auch
Unternehmen, Kammern und Verbände, kommunale Einrichtungen und
Bildungsträger, Politik, Gewerkschaften, Kirchen und
Sozialverbände mitwirken und gemeinsam „Beschäftigungspakte“
bilden. Die finanzierten Projekte waren an Begleitforschungen
gebunden, aus denen in diesem Band wesentliche Erkenntnisse
vorgestellt werden. In quantitativen und qualitativen Studien
werden Instrumente der Arbeitsförderung, regionale Netzwerke und
Organisationsstrukturen evaluiert. Eingebettet werden die
aktuellen Ergebnisse praktischer Vermittlungstätigkeit in neuere
Befunde aus der Psychologie zur Motivation älterer
Beschäftigter, aus der Soziologie zu Auswahlprozessen bei
Einstellungen und zur Stellung älterer Erwerbstätiger im Betrieb
sowie aus der Neurophysiologie zur Lernfähigkeit Älterer.
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Yilmaz Esmer, Hans-Dieter Klingemann, Bi Puranen (Eds.)
Uppsala: Uppsala Universitet 2009
Distributor: Uppsala University Library
ISSN 0283-149X
ISBN 978-91-554-7553-6
350 Seiten
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Religion, Democratic Values and Political Conflict
Festschrift in Honor of Thorleif Pettersson
Acta Universitatis Upsaliensis
Dieses Werk beschäftigt sich in der Tradition der vergleichenden
Werteforschung mit den Zusammenhängen zwischen Religion,
demokratischen Werten und politischen Konflikten. Alle Autoren
sind maßgeblich an den „World Values Surveys“ und der „European
Values Study“ beteiligt, in denen erstmals systematisch Daten
über Werte, Einstellungen und Meinungen von Bürgern in
mittlerweile fast 100 Ländern aus allen Kontinenten erhoben und
ausgewertet werden. Die in dem Band versammelten Beiträge
rekurrieren auf diese empirischen Grundlagen. Der erste Komplex
widmet sich den Beziehungen zwischen Religion, säkularer Bildung
und Gleichheit. Dazu gehören Analysen zu den Wirkungen von
Religion auf moralische Orientierungen, zum Umgang mit dem Islam
im europäischen Schulunterricht sowie zum Wertewandel in
Südafrika seit dem Ende der Apartheit. Der zweite Block kreist
um Demokratisierung, Visionen von Demokratie und gutes Regieren
und bietet Untersuchungen zu Idealvorstellungen von
demokratischer Gemeinschaft, zu den Wechselwirkungen zwischen
Glück und Demokratie und zum Stellenwert von
Institutionenwettbewerb für politisches Vertrauen. Der dritte
Teil umfasst Studien zu politischen Werten im Kontext von Krieg
und Frieden aus unterschiedlichen kulturellen Perspektiven.
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Oscar W. Gabriel, Bernhard Weßels, Jürgen W. Falter (Hg.)
Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009
ISBN 978-3-531-16413-7
627 Seiten, € 49,90
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Wahlen und Wähler
Analysen aus Anlass der Bundestagswahl 2005
Mit diesem Band wird eine seit 1980 bestehende
Veröffentlichungsreihe zu den Bundestagswahlen und zu
international relevanten Ergebnissen der empirischen Wahl- und
Wählerforschung fortgesetzt. Zu den Besonderheiten der
Bundestagswahl 2005 gehört, dass sie durch die vorzeitige
Auflösung des Parlaments zustande kam, der wiederum eine
gescheiterte Vertrauensfrage des Bundeskanzlers vorangegangen
war. Im ersten Teil des Buchs finden sich Beiträge über die
politische Vorgeschichte dieser vorgezogenen Neuwahl, den
Verlauf des Wahlkampfs, Ost-West-Differenzen im Wählerverhalten,
Wählerwanderungen sowie Themen- und Kandidateneffekte. In
Anbetracht der immer wiederkehrenden und 2005 besonders heftig
geführten Debatten über die Zuverlässigkeit von Wahlprognosen
wird diese Problematik sowohl aus der Perspektive der
akademischen als auch der kommerziellen Wahlforschung erörtert.
Im zweiten Teil des Buches werden traditionelle wie neue Fragen
der Wahlforschung auf der Basis umfragebasierter oder
experimenteller Daten behandelt. Einige der Analysen befassen
sich mit langfristigen Entwicklungstendenzen des
Wählerverhaltens in Deutschland, andere mit seinen regionalen
Ausprägungen. Der dritte Teil gilt internationalen Trends und
Wahlen in anderen europäischen Demokratien.
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Rahim Hajji
Opladen/Farmington Hills: Budrich UniPress 2009
ISBN 978-3-940755-26-1
234 Seiten, € 24,90
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Sozialisationsprozesse in Familien mit marokkanischem
Migrationshintergrund
Mit einiger Regelmäßigkeit finden sich in den Medien Berichte
über sogenannte Ehrenmorde an jungen Frauen muslimischer
Herkunft, die einem „westlichen“ Lebensstil anhingen oder sich
weigerten, die Erwartungen der Eltern zu erfüllen. Solche
Gewaltakte verdeutlichen auf drastische Weise die normativen
Konfliktlinien innerhalb muslimischer Migrantenfamilien. Das
lenkt den Blick auf die Sozialisationsprozesse und die
Gestaltung der Eltern-Kind-Beziehung in Familien mit religiösem
oder traditionellem Wertehorizont, die in der Studie am Beispiel
von marokkanischen Einwanderern und ihren Töchtern empirisch
untersucht werden. Gestützt auf narrative Interviews werden
sowohl die Sozialisationspraxis und Erziehungsmittel der Eltern
als auch die Erfahrungen und der Umgang der weiblichen
Jugendlichen mit den elterlichen Verhaltensansprüchen
beleuchtet. Dabei schälen sich vier idealtypische
Bewältigungsstrategien heraus, mit denen junge Frauen auf die
geforderte Anpassung reagieren: Adaption der Werte des
Aufnahmelands und Ausbruch aus dem ethnisch geprägten
elterlichen Sozialisationsfeld; Orientierung an den
traditionalen Vorstellungen der Eltern mit Einmündung in eine
selbstbestimmte religiöse Individuation; Akzeptanz der
elterlichen Erwartungen aufgrund fehlender Kraft zur Auflehnung;
Inszenierung von Anpassungsbereitschaft, um sich ausschließende
Ansprüche unterschiedlicher Sozialisationsinstanzen zu
befrieden.
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John Keane
London/New York: Simon & Schuster 2009
ISBN 978-0-74323-192-3
958 Seiten,
£ 30.00
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The Life and Death of Democracy
John Keane, Demokratieforscher an der University of Westminster
und am WZB, bietet einen systematischen Überblick über die
Demokratie in ihren historischen Entwicklungsphasen. Der Autor
verfolgt durch die Jahrtausende und unter Einbeziehung aller
Kontinente die zentralen Elemente der Volksherrschaft: Ideale,
Institutionen, Regeln, aber auch andere Merkmale eines
freiheitlichen Gemeinwohls, wie unabhängige Justiz und
verbriefte Grundrechte. Die ersten Spuren demokratischer
Willensbildung findet er in der Zeit lange vor der athenischen
Demokratie, die bisher als die Wiege der direkten
„Versammlungsdemokratie“ galt. Seit der frühen Neuzeit
verbreiteten sich Ideen, die eine Mitgestaltung des Staates
durch Bürger über die lokale Ebene hinaus ermöglichten; es war
der Beginn der Phase, die der Autor unter dem Begriff
„Repräsentative Demokratie“ analysiert. Nach der großen Krise
des 20. Jahrhunderts, als es nur noch ein Dutzend Demokratien in
der Welt gab, begann die Phase der Erneuerung und das, was Keane
„monitory democracy“ nennt: Demokratien mit vielen
Möglichkeiten, sich zu informieren, Entscheidungen zu
kontrollieren und politische Akteure zur Rechenschaft zu ziehen und zu
beeinflussen.
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Hans-Dieter Klingemann (Ed.)
Oxford/New York: Oxford University Press 2009
ISBN 978-0-19-921735-9
264 Seiten,
£ 55.00
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The Comparative Study of Electoral Systems
Demokratische politische Systeme bieten den Wählern
unterschiedliche Entscheidungsmöglichkeiten, je nachdem, ob es
sich um eine parlamentarische Demokratie oder eine
Präsidialdemokratie handelt oder ob das Mehrheits- oder das
Verhältniswahlrecht gilt. Darüber, wie diese Unterschiede sich
politisch auswirken, gibt es einige überkommene Meinungen, etwa
dass Kandidaten in einem System mit Mehrheitswahlrecht sich
stärker ihren Wählern verpflichtet fühlen als jene, die in einem
System mit Verhältniswahlrecht kandidieren. Empirisch ist der
Zusammenhang zwischen Wahlsystem und individuellem politischen
Verhalten bisher kaum erforscht. In diesem Buch werden die für
die Fragestellung relevanten Daten über politische Systeme und
individuelles politisches Handeln zusammengetragen und einer
genauen Überprüfung unterzogen. Die meisten der Autoren können
die Annahme bestätigen, dass politische Institutionen in der Tat
politisches Handeln beeinflussen, aber dieser Einfluss erweist
sich als nicht so entscheidend wie häufig angenommen.
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Sascha Kneip
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009
ISBN 978-3-8329-4062-1
375 Seiten, € 49,00
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Verfassungsgerichte als demokratische Akteure
Der Beitrag des Bundesverfassungsgerichts zur Qualität der
bundesdeutschen Demokratie
Verfassungsgerichte sind in fast allen liberalen Demokratien
machtvolle Mitspieler. Häufig wird aber bezweifelt, dass sie mit
der Demokratie in Einklang sind, wenn sie in demokratische
Prozesse intervenieren. Schließlich sind Verfassungsgerichte
demokratisch vergleichsweise schwach legitimiert. Sascha Kneip
analysiert die spezifischen Funktionen, die Verfassungsgerichte
für demokratische Regierungssysteme haben, und beantwortet die
Frage nach ihrer demokratischen Kompatibilität auf empirischer
Grundlage. Im Mittelpunkt stehen dabei
Bund-Länder-Streitverfahren, Organstreit- und
Normenkontrollverfahren. Der Autor kommt zum Schluss, dass
Verfassungsgerichte keineswegs Gegenspieler demokratischer
Politik sein müssen, sondern, wie im Fall der Bundesrepublik
belegt, für demokratisches Regieren geradezu konstitutiv sein
können. Anhand einer umfassenden Analyse der Rechtsprechung des
Bundesverfassungsgerichts im Zeitraum 1951 bis 2005 zeigt die
Studie, dass das höchste deutsche Gericht in der Vergangenheit
überaus demokratiefunktional agiert und damit wesentlich zur
hohen Qualität der bundesdeutschen Demokratie beigetragen hat.
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Jürgen Kocka, Martin Kohli, Wolfgang Streeck (Hg.) unter Mitarbeit
von Kai Brauer und Anna K. Skarpelis
Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2009
ISBN 978-3-8047-2549-2
345 Seiten, € 24,00
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Altern, Bildung und lebenslanges Lernen
Altern in Deutschland, Bd. 8
Nova Acta Leopoldina NF Bd. 106, Nr. 370
Der Band fasst Vorträge einer gleichnamigen Tagung sowie
Expertisen zum Thema zusammen. Deutsche und internationale
Wissenschaftler und Praktiker formulieren neue Befunde und
Sichtweisen aus der Geschichtswissenschaft, Politologie,
Psychologie, Rechtswissenschaft und Soziologie sowie der
zivilgesellschaftlichen Praxis. Grundtenor der Beiträge sind die
Chancen und Möglichkeiten, die sich aus den anstehenden
Veränderungen für Familien und die Zivilgesellschaft durch die
„gewonnenen Jahre“ ergeben. Es wird diskutiert, welche Probleme
die Politik – und insbesondere der Sozialstaat – in
Gesellschaften mit alternder Bevölkerung lösen muss, aber auch
lösen kann. Neben aktuellen Erkenntnissen zur Zeitverwendung
Älterer, zu intergenerationellen Transfers, historischen und
politologischen Analysen und Ansätzen zur Beteiligung Älterer
sowie derer gesellschaftlicher Inklusion werden neue zivile
Beteiligungsformen, wie die ambulanten Viertelwohnpflegegruppen,
vorgestellt. Damit richtet sich das Buch wie auch die anderen Bände
der Reihe „Altern in Deutschland“ nicht nur an Vertreter der
beteiligten Disziplinen, sondern gleichermaßen an Leser und
Leserinnen, die sich für Fragen des Alterns in seinen
praktischen und politischen Zusammenhängen interessieren.
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Matthias Kötter, Gunnar Folke Schuppert (Hg.)
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009
ISBN 978-3-8329-4678-4
344 Seiten, € 39,00
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Normative Pluralität ordnen
Rechtsbegriffe, Normenkollisionen und Rule of Law in Kontexten
dies- und jenseits des Staates
Schriften zur Governance-Forschung, Bd. 19
Normative Pluralität fordert die Idee normativer Einheit heraus,
die dem staatlichen Recht und seiner Ordnung zugrunde liegt. Die
Beiträge in diesem Buch thematisieren Erscheinungsformen
normativer Pluralität im lokalen, nationalen und transnationalen
Kontext. Sie bieten rechts-, sozial- und kulturwissenschaftlich
Perspektiven auf die Probleme, die sich aus der Pluralität
ergeben und auf Vorschläge zu deren Bewältigung mit den Mitteln
des Rechts. Es geht nicht darum, eine Meta-Dogmatik des
Rechtspluralismus zu entwerfen. Entlang von vier
Querschnittsfragen tragen die Autoren vielmehr zur Ordnung der
Diskurse über normative Pluralität bei. Der Begriff des Rechts
wird zunächst von anderen gesellschaftlichen Normen abgegrenzt.
Normenkollisionen, die die normative Einheit des Rechts
herausfordern, werden kategorisiert. Dann werden Mechanismen,
Institutionen und Praktiken, die zur Bewältigung normativer
Pluralität zur Verfügung stehen, betrachtet. Und schließlich
wird die Frage nach dem methodischen Umgang mit
verhaltensleitenden Normativitäten neben dem Recht gestellt. Die
international vergleichenden Beiträge befassen sich mit dem
Stammesrecht und der Sharia in Afghanistan, dem Recht in China
sowie unterschiedlichen Rechtstraditionen in Frankreich,
Deutschland und England.
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Álvaro Morcillo Laiz
Baden-Baden: Nomos Verlagsgesellschaft 2009
ISBN 978-3-8329-4606-7
210 Seiten, € 34,00
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Contentious Regions in the European Union: Nationalist
Parties and the Coordination of European Policies in Federal
Member States
Nomos Universitätsschriften Politik, Bd. 170
Seit Mitte der 1990er Jahre wird darüber diskutiert, ob Regionen
verstärkt Einfluss auf EU-Entscheidungen ausüben, insbesondere
jene Regionen, die von nationalistischen Parteien regiert
werden. Vor allem in der Mehrebenen-Theorie von Gary Marks wird
die Bedeutung der Regionen als Akteure hervorgehoben; diese
hätten – gemeinsam mit der Kommission und dem Europäischen
Parlament – den Mitgliedstaaten Einflussmöglichkeit auf EU-Ebene
entzogen. In Anlehnung an den akteurzentrierten
Institutionalismus Fritz Scharpfs zeigt der Autor, dass dies
nicht der Fall ist. Auch Tanja Börzels These von der
Europäisierung der Strategien solcher Regionen wird überprüft.
Die Strategien dieser Akteure haben sich in Wirklichkeit ebenso
wenig geändert wie die federal arrangements von
Mitgliedstaaten. Der für die EU charakteristische, auf Konsens
und breite Koalitionen orientierte Politikstil wurde in den
Mitgliedstaaten nicht aufgenommen; vielmehr bleiben die
territorialen Konfliktlinien in Spanien oder Italien dauerhaft
relevant. Entgegen den Erwartungen wirken sich regionale
Interessen, nämlich sprachlicher und kultureller Pluralismus,
auf die Kohäsions- und EU-Medienpolitik aus, und zwar durch
deren Mitgestaltung im Europäischen Parlament.
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Präsidialbereich
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Jutta Allmendinger
München: Pantheon Verlag 2009
ISBN 978-3-570-55126-4
112 Seiten, € 12,95
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Frauen auf dem Sprung
Wie junge Frauen heute leben wollen
Die BRIGITTE-Studie
In dem Band präsentiert Jutta Allmendinger die Ergebnisse ihrer
Untersuchung über die Lebensentwürfe junger Frauen in
Deutschland, die sie 2007 und dann noch einmal 2009 durchgeführt
hat. Befragt wurden Frauen und Männer im Alter von 17 bis 19 und
von 27 bis 29 Jahren. Die Autorin stellt dar, welche Bedeutung
junge Frauen Beruf, Familie und Partnerschaft beimessen, wirft
einen genaueren Blick auf die Erwerbstätigkeit, beschreibt,
warum Frauen Kinder wollen und wie diese das Leben verändern,
und untersucht die Partnerschaften mit ihren Verständnissen und
Missverständnissen. Nach der Betrachtung von Unterschieden und
Gemeinsamkeiten der Lebensentwürfe in Ost- und Westdeutschland
geht sie abschließend auf die Auswirkungen der Finanzkrise ein,
die sich in der zweiten Befragung zwar nicht in der konkreten
Arbeitssituation, wohl aber im Gesellschaftsbild der
Interviewten deutlich niedergeschlagen hat. Fazit: Frauen sind
auf dem Sprung. Sie sind gut ausgebildet, selbstbewusst, wollen
Kinder und Karriere. Jetzt liegt es an Politik und Unternehmen,
die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen.
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Günter Altner, Heike Leitschuh, Gerd Michelsen, Udo E. Simonis,
Ernst U. von Weizsäcker (Hg.)
Stuttgart: Hirzel Verlag 2009
ISBN 978-3-7776-1768-8
248 Seiten, € 19,80
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Umwälzung der Erde
Konflikte um Ressourcen
Jahrbuch Ökologie 2010
Schwerpunktthema der 19. Ausgabe des Jahrbuchs Ökologie sind
Konflikte um Ressourcen, die aus der Spannung zwischen
ökonomischer Expansion und ökologischer Begrenzung entstehen.
Öl, Wasser, Land und Metalle werden knapper, und die Zahl der
Nachfrager steigt. Bei vielen nicht-erneuerbaren Ressourcen ist
die maximale Extraktion (peak) überschritten, steht unmittelbar
bevor oder ist bereits in absolute Knappheit übergegangen,
während die Nutzung erneuerbarer Ressourcen überzogen wurde,
erst noch entwickelt muss oder zu neuartigen Widersprüchen
führt. Die Weltbevölkerung nimmt weiterhin zu, und neu auf den
Weltmarkt drängende Länder versuchen, den Wettbewerb um
Ressourcen zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Wo Wettbewerb
besteht, kommt es aber auch zu strategischen Innovationen:
„Steigerung der Ressourceneffizienz“ und „Erhöhung der
Materialproduktivität“ wurden so zu Leitideen, „ökologischer
Fußabdruck“ und „ökologischer Rucksack“ zu Konzepten der
Konfliktminderung. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt das
Jahrbuch 2010 auf, wie der Umwälzung der Erde begegnet werden
kann, wie die Wirtschaft schlanker, die Gesellschaft genügsamer
und Institutionen zu Umweltkommissaren werden können.
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