| |
Der Fokus des Forschungsprogramms „Demokratie: Strukturen,
Leistungsprofil und Herausforderungen“ ist auf das Verhältnis von
Institutionen und Akteuren gerichtet. Aus dieser Perspektive soll
die Leistungsfähigkeit von etablierten und jungen Demokratien an
ihrer Input- wie Output-Seite erklärt werden. Die variierenden
institutionellen Arrangements demokratischer Systeme werden dabei
als Filter und Handlungsrahmen betrachtet, innerhalb dessen die
jeweiligen relevanten Akteure die Herausforderungen und Probleme
bearbeiten. Institutionelle Filter und Akteurshandeln werden
herangezogen, um Varianzen in der Leistungsfähigkeit der
unterschiedlichen Demokratien zu erklären. Leistungsfähigkeit
bezieht sich hier sowohl auf die Problemlösungskapazität als auch
auf die demokratische Performanz. Neben der Frage nach der
Stabilität und Anpassungsfähigkeit etablierter Demokratien stehen
Fragen nach den Erfolgen von Transformations- und
Konsolidierungsprozessen in neuen Demokratien sowie nach deren
Defekten im Vordergrund. Theoretischer Bezugsrahmen ist das
Konzept der embedded democracy, das eine integrierte Analyse
der fünf Teilregime der Demokratie (Wahlregime, politische Teilhabe,
Bürgerrechte, Kontrolle und effektive Herrschaftsgewalt) im
Verhältnis zueinander und zu den externen Herausforderungen der
Demokratie (vor allem politischer Steuerungsverlust,
sozioökonomische Ungleichheit, Regionalisierung und kulturelle
Heterogenisierung) erlaubt.
Folgende Untersuchungsfelder stehen im Vordergrund des
Forschungsprogramms:
•
|
die Diagnose der Herausforderungen für die Demokratie,
die extern aus ihrer Umwelt sowie intern aus dem
Zusammenspiel der Teilregime entstehen. |
•
|
die vergleichende Analyse institutioneller Regelsysteme
(Regierungssysteme, Wahlsysteme, Parteiengesetze) und ihrer
Beiträge zur Problemlösungsfähigkeit demokratischer Systeme. |
•
|
die vergleichende Analyse relevanter politischer Akteure
(Parlament, Regierung, Verwaltung, Opposition, Gerichte,
Parteien, Verbände, Bewegungen, Bürgerinitiativen,
Vetospielerkonstellationen) und ihrer Beiträge zur
politischen Problemlösung. |
•
|
die Bestimmung der Folgen von Problemlösungsfähigkeit
und Problemlösungsdefiziten für die Stabilität und den
Wandel von Institutionen, Teilregimen und Akteuren sowie der
Folgen für die Legitimität und Unterstützung der Demokratie. |
In der Abteilung werden Projekte zu allen Teilregimen und allen
Problemdimensionen durchgeführt. Die Projekte sind an den
Schnittstellen zwischen externen Herausforderungen und Teilregimen
einerseits und an den Schnittstellen zwischen den einzelnen
Teilregimen andererseits angesiedelt. Sie erlauben die Analyse des
politischen Prozesses von der Input- bis zur Output-Seite in
Teilsequenzen des Gesamtprozesses von den Herausforderungen
über die Bürgerrechte, Teilhabe, Wahlen, Kontrolle und
Herrschaftsgewalt bis zu den Outputs/Outcomes. |
|
|
|