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Das Forschungsprogramm der Abteilung richtet sich
auf vier Dimensionen der Migrations- und Integrationsproblematik.
Auf der kulturellen Dimension stellt Migration die Frage nach
der nationalen Identität und, vor allem unter dem Einfluss der
Zuwanderung von Muslimen, nach dem Verhältnis von Staat und Kirche.
Auf der sozialen Dimension geht es um die Bedeutung von
Sozialkapital und zivilgesellschaftlichen Strukturen für die
Integration von Zuwanderern. Politisch hat Migration die
Kategorie des Citizenship erneut ins Zentrum der Aufmerksamkeit
gerückt. Wirtschaftlich schließlich ist die
Nachkriegsmigration in Europa ein einzigartiges Experiment von
Massenzuwanderung unter den Rahmenbedingungen ausgebauter
Wohlfahrtsstaaten. Inwieweit Zuwanderungsgesellschaften auch
Wohlfahrtsstaaten bleiben können, ist eine noch ungelöste
Schicksalsfrage für Europa.
Obwohl europäische Länder mit vergleichbaren
Migrationsströmen und Integrationsproblemen konfrontiert werden,
gehen sie damit oft sehr unterschiedlich um. Dies ist auf die
Verknüpfung von Migration und Integration mit Kernbestandteilen des
Selbstverständnisses von Nationalstaaten – wie etwa der nationalen
Identität, den Zugangskriterien zur Staatsbürgerschaft oder dem
Verhältnis von Staat und Kirche – zurückzuführen. Infolge
dessen ist die Zuwanderungs- und Integrationspolitik von Ländern wie
Deutschland, Frankreich, Großbritannien oder den Niederlanden durch
nationale politisch-kulturelle Traditionen und nationale politische
Institutionen geprägt worden. Die Migrations- und
Integrationsproblematik ist deshalb ein Musterbeispiel für den
generellen Befund, dass Globalisierung und Transnationalisierung
nationale Unterschiede keineswegs verwischen müssen. Der
unterschiedliche Umgang mit ähnlichen Problemen lässt nationale
Besonderheiten vielmehr deutlicher zutage treten. Die Forschungen
der Abteilung werden aus diesem Grund konsequent auf international
vergleichende Fragestellungen und Forschungsdesigns ausgerichtet
sein.
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