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Die internationale Nachkriegsordnung hat eine normative und
institutionelle Dynamik ermöglicht, die mit den ihr eigenen
politischen Mitteln nicht bewältigt werden kann. So wurden innerhalb
des OECD-Kontextes die sog. Bretton-Woods-Institutionen zum Zwecke
des wirtschaftlichen Interdependenzmanagements durch neuartige, viel
tiefer in nationale Gesellschaften hineinwirkende Institutionen
ersetzt. Im Außenverhältnis der OECD-Welt sind die Prinzipien des
zwischenstaatlichen Gewaltmonopols und der Nichtintervention
zugunsten der Grundnorm der Menschenrechte und der
Terrorismusbekämpfung geschwächt worden. Vor diesem Hintergrund
lauten die Leitthesen des Forschungsprogramms: Die (welt)gesellschaftlichen
und normativen Dynamiken, die durch die internationale
Nachkriegsordnung ausgelöst wurden, führen zum einen zu einer
Transformation der bisherigen Ordnung und zu Prozessen der
politischen Trans- und Supranationalisierung sowohl innerhalb der
OECD-Welt als auch im Beziehungsverhältnis zwischen den OECD-Ländern
und dem Rest der Welt. Zum anderen führt diese Trans- und
Supranationalisierung zu einer ungekannten Politisierung der
internationalen Sphäre durch (welt)gesellschaftliche Akteure. In der
Folge entstehen Konflikte zwischen Staatenwelt und
Gesellschaftswelt, die ein Widerstandspotential gegen die politische
und nicht zuletzt auch gesellschaftliche Denationalisierung zum
Ausdruck bringen.
In der Abteilung werden Forschungen zur Verrechtlichung
internationaler Institutionen, zur Transnationalisierung
internationaler Regulation im Falle des Internets, zu Fragen der
Legitimation von militärischen Interventionsentscheidungen und zu
den Grundlagen und Effekten von transnationalen Bewegungen
bearbeitet. Die Forschungsaktivitäten der Abteilung gelten der
Frage, wie die Politik auf globale Herausforderungen in den
Bereichen der Wirtschaft, Ökologie, Menschenrechte und Sicherheit
reagiert. |
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