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Grenzüberscheitende Wissens- und Modelltransfers in multinationalen Unternehmen als komplexe Aushandlungsprozesse

Mitarbeiter/innen
Christoph Dörrenbächer

Grenzüberschreitende Transfer- und Austauschprozesse finden in größeren multinationalen Unternehmen (MNU) regelmäßig statt. Dafür haben MNU inzwischen relativ standardisierte Routinen und Praktiken entwickelt. Im Zusammenhang mit internationalen Reorganisations- und Expansionsvorhaben stellen sich Transfer- und Austauschprozesse jedoch häufig als unternehmenspolitisch brisante Unterbrechungen des business as usual dar. Mit Konflikten ist insbesondere dann zu rechnen, wenn konzernweite Kompromisslagen in Frage gestellt werden. Beteiligt an diesen Auseinandersetzungen sind in der Regel unterschiedliche Managementfraktionen und häufig auch verschiedene Stakeholder innerhalb und außerhalb des Unternehmens. Auch die Ebenen der Auseinandersetzung variieren. Individuen, verschiedene Abteilungen, komplette Standorte oder gar ganze Konzerndivisionen können in Gegensatz zueinander geraten, häufig über nationale und kulturelle Grenzen hinweg.

Hier setzt das Erkenntnisinteresse des Projekts, das von Christoph Dörrenbächer durchgeführt wird, an. Wesentliches Forschungsziel ist die Exploration der komplexen Aushandlungs- und Konfliktregulierungsprozesse im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Reorganisations- und Expansionsvorhaben in multinationalen Unternehmen. Auf Basis empirischer Fallrekonstruktionen geht es u.a. um die Beantwortung folgender Fragen:

  • Welche typischen Auseinandersetzungen entstehen im Rahmen von grenzüberschreitenden Wissens- und Modelltransfers in MNU und welche Akteurssettings ergeben sich daraus?
     
  • Welchen Einfluss haben dabei unterschiedliche Wohlfahrtsniveaus einerseits und grundlegende Unterschiede im Bereich nationaler Institutionen und kultureller Prägungen andererseits?
     
  • Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang transnationale Wertegemeinschaften, die quer zu nationalen und organisationalen Grenzen in MNU verlaufen?
     
  • Wie sehen konzernweite Interaktionskulturen und zentral vorgegebenen Konfliktlösungsstrategien aus und welche Bedeutung haben sie?

Konzeptionell greift das Projekt dabei auf die mikropolitische Organisationstheorie und Ansätze des akteurszentrierten Institutionalismus zurück, die jedoch an die Spezifika der Internationalisierungsproblematik angepasst werden müssen. Ein wesentlicher empirischer Schwerpunkt liegt in Transfervorhaben deutscher MNU nach Mittelosteuropa.