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Generationenbeziehungen im Wohlfahrtsstaat

Projektleitung
Mitarbeiter/innen
Laufzeit
Juli 2004 - Februar 2008

Projektziel:
Das Forschungsvorhaben will anhand des Vergleichs ausgewählter Länder (Deutschland, Frankreich, Italien und Schweden) Variationen des Wohlfahrtsstaats mit den Lebensbedingungen, Beziehungsmustern und Einstellungen verschiedener Generationen verknüpfen.

Projektkontext:
Die Alterung der Gesellschaft und sich ändernde Familienkonstellationen sind gemeinsame Entwicklungslinien der heutigen Wohlfahrtsstaaten. Diese Prozesse stellen die wohlfahrtsstaatliche Ausgestaltung oder - in radikalen Ansätzen - den Wohlfahrtsstaat selbst in Frage. Auf der einen Seite werden zunehmende Konfliktpotenziale zwischen Generationen durch die ungleiche (ungerechte?) Verteilung der wohlfahrtsstaatlichen Beiträge und Leistungen auf verschiedene Generationen beschrieben. Dem gegenüber stehen auf der anderen Seite die regulierende Funktion der Generationenbeziehungen in der Familie. Gemeinhin sind die familiären Beziehungen von hoher Verbundenheit und Solidarität gekennzeichnet. Dem Zusammenspiel zwischen den Generationenverhältnissen im Wohlfahrtsstaat und den Generationenbeziehungen in der Familie kommt somit eine zentrale Stellung bei der Regulierung von Verteilungskonflikten zu.

Fragestellung:
Auf der Grundlage von Makro- und Mikrodaten werden Art und Umfang der Unterstützungsleistungen zwischen den Generationen sowohl innerhalb des Wohlfahrtsstaats als auch innerhalb der Familie beschrieben. Die Auswahl der vier Länder vereinigt verschiedene Varianten der wohlfahrtsstaatlichen Ausgestaltung. Damit soll das deutsche Modell des Sozialstaates mit anderen ähnlichen und weniger ähnlichen Modellen verglichen werden. Vier Fragestellungen werden untersucht:
(1) Überlagern oder kompensieren sich wohlfahrtsstaatliche und familiäre Verteilungsmuster zwischen Generationen in den einzelnen Ländern?
(2) Welche Unterschiede gibt bei den Einstellungen zwischen Generationen in den verschiedenen Wohlfahrtsstaaten und wie lassen sie sich erklären?
(3) Ändern bzw. haben sich die Einstellungen zwischen Generationen unter dem Einfluss von Sozialreformen seit Mitte der 1990er Jahre geändert?
(4) Inwieweit sind bestimmte soziale Gruppen, wie Frauen oder Personen mit eingeschränktem familialen Rückhalt, von diesen Veränderungen und Unterschieden besonders betroffen?


Publikationen
  • Blome, Agnes/Keck, Wolfgang/Alber, Jens (2008): Generationenbeziehungen im Wohlfahrtsstaat. Lebensbedingungen und Einstellungen von Altersgruppen im internationalen Vergleich. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 419 S.