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Risiken sozialer Ausgrenzung. Empirische Analysen zu prekären Lebenslagen und sozialen Teilhabechancen (Dissertation)

Projektleitung
Laufzeit
2000 - 2004

Soziale Ausgrenzung beschreibt in jüngster Zeit in Politik und Wissenschaft das Risiko bestimmter Bevölkerungsgruppen, von Teilhabemöglichkeiten am gesellschaft-lichen Leben ausgeschlossen zu sein. Gesellschaftliche Teilhabe bezieht sich dabei in umfassender Weise auf ökonomische, soziale, kulturelle und politische Aspekte. Prekäre Erwerbs-verläufe und Arbeitslosigkeit gelten als Schlüssel für einen solchen Prozess. Definitionen und Dimensionen sozialer Ausgrenzung sind jedoch nicht einheitlich und eine empirische Überprüfung steht zu großen Teilen noch aus. Das Projekt stellt in methodischer Hinsicht den Versuch dar, eine empirische Umsetzung des Ausgrenzungskonzeptes zu leisten, um wesentliche Thesen des Ausgrenzungsdiskurses – Polarisierung der Sozialstruktur, Verwundbarkeit der gesellschaftlichen Mitte, Kumulation sozialer Benachteiligung, geringe Teilhabechancen in prekären Lebenslagen – zu überprüfen. Ihm liegt die Einschätzung zugrunde, dass Indikatoren zur subjektiven Ausgrenzungserfahrung bislang in der empirischen Forschung unzureichend berücksichtigt werden. Es wird gezeigt, wer in Ost- und Westdeutschland vom Risiko sozialer Ausgrenzung betroffen ist und wie relevant einzelne Benachteiligungen für verschiedene Bevölkerungsgruppen sind, um Ausgrenzungsempfinden zu verursachen. Dabei steht die Frage im Vordergrund, welche Bedingungen sozialstruktureller Art gegeben sein müssen, damit sich objektive Problemlagen in subjektiver Ausgrenzungserfahrung manifestieren. Dies setzt eine umfassende Auseinandersetzung mit den zugrunde liegenden sozialwissenschaftlichen Theorien und der gebräuchlichen Verwendungsweise des Ausgrenzungskonzeptes in Wissenschaft und Praxis voraus. Ausgangspunkt sind dabei jüngste Forschungsergebnisse, die auf einen mehrdimensionalen und dynamischen Zugang zu Armut und sozialer Benachteiligung drängen.

Methodische Vorgehensweise:

Sekundäranalyse von Individualdaten, Untersuchungsdesign: Querschnitt, Längsschnitt, Trend, Zeitreihe

Publikationen

Böhnke, Petra (2006): Am Rande der Gesellschaft. Risiken sozialer Ausgrenzung. Verlag Barbara Budrich, Opladen.

Böhnke, Petra (2005): Mittendrin und trotzdem draußen? Soziale Ungleichheit in Deutschland. In: WZB-Mitteilungen 110, S. 34-37.
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Böhnke, Petra (2005): Teilhabechancen und Ausgrenzungsrisiken in Deutschland. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 37/2005, S. 31-36.
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Böhnke, Petra (2004): Am Rand der erweiterten Union. Soziale Ausgrenzung aus Sicht der Europäer. In: WZB Mitteilungen 105, S. 37-40.
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Böhnke, Petra (2004): Perceptions of Social Integration and Exclusion in an enlarged Europe. European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions, Luxembourg, Office for Official Publications of the European Commission.
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Böhnke, Petra (2002): Die exklusive Gesellschaft. Empirische Befunde zu Armut und sozialer Ausgrenzung. In: Stefan Sell (Hrsg.), Armut als Herausforderung. Bestandsaufnahmen und Perspektiven der Armutsforschung und Armutsberichterstattung, Berlin: Duncker & Humblot, S. 45-64.

Böhnke, Petra (2002): Armut und soziale Ausgrenzung im Alter. In: Geene, R. / Gold, C. / Hans, Ch. (Hrsg.), Armut und Gesundheit. Gesundheitsziele gegen Armut - Netzwerke für Menschen in schwierigen Lebenslagen, Teil I, Berlin: b_books, S.172-179.

Böhnke, Petra (2002): Armut und soziale Ausgrenzung im europäischen Kontext. Politische Ziele, Konzepte und vergleichende empirische Analysen. In: Aus Politik und Zeitgeschichte B 29-30/2002, S. 29-38.
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Böhnke, Petra (2001): Nothing left to lose? Poverty and Social Exclusion in Comparison. Empirical Evidence on Germany. WZB discussion paper, FS III 01-402, 2001.
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