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Zivilgesellschaft - Traditionen und Perspektiven. Historische Quellen zu einem aktuellen Begriff

Mitarbeiter/innen
Jürgen Schmidt
Laufzeit
2005 - 2006
Förderung
Eigenmittel WZB

Das Projekt fragt sowohl nach den Wurzeln und Wandlungen des Zivilgesellschaftsbegriffs von der schottischen Frühaufklärung bis zu den revolutionären Erhebungen in Osteuropa als auch nach der Konstruktion dieser Traditionslinien. Der Begriff Zivilgesellschaft wird in seinem jeweiligen historischen Kontext vorgestellt. In einem ersten Schritt werden die „(bürgerlichen) Meisterdenker“ mit ihren Konzeptionen von „civil society“ vorgestellt; in einem weiteren Schritt sollen nicht-publizierte, „basisnahe“ Texte in die Untersuchung einbezogen werden. Das Projekt behält dabei immer sowohl Alternativkonzepte als auch Äquivalenzbegriffe im Auge. Mit diesem Ansatz soll zum einen das Spannungsverhältnis zwischen der normativen Aufladung des Zivilgesellschaftsbegriffes und den Grenzen bzw. Möglichkeiten seiner analytischen Einsatzmöglichkeiten weiter beleuchtet werden. Zum anderen trägt dieses Projekt dazu bei, auf die Ambivalenzen und Instrumentalisierbarkeit des Begriffs hinzuweisen. Hierzu gehören Fragen wie: wie viel Gewalt, wie viel soziale Ungleichheit ‚verträgt’ Zivilgesellschaft? Wie wurden in den programmatischen, historischen Texten die ‚Grenzverläufe’ markiert? Welche Inklusions- und Exklusionsmechanismen lassen sich erkennen? Wie wurde das Verhältnis zwischen Zivilgesellschaft und Staat, zwischen Zivilgesellschaft und Markt, zwischen Zivilgesellschaft und Privatsphäre gesehen und definiert – gestern und heute? Ziel ist es, einem breiten, politisch und historisch interessierten Publikum eine Quellensammlung zur Verfügung zu stellen, die die Vielfalt und Varianz des Zivilgesellschaftsbegriffes vor Augen führt. Eine Publikation ist für das Jahr 2006 geplant.