Labour Governance in global production networks: Assessing labour standards in a new generation of public procurement legislation and trade agreements linked to market access into the European Union

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Die Weltwirtschaft wird zunehmend durch globale Produktionsnetzwerke strukturiert. Für viele Entwicklungsländer ist die Integration in globale Produktionsnetzwerke (GPNs) wesentlicher Teil ihrer Industrialisierungsstrategie. Während GPNs einerseits in einigen Ländern zur Schaffung von Arbeitsplätzen und der Verbesserung der ökonomischen Entwicklung führten, stehen sie andererseits in vielen Fällen in Zusammenhang mit prekären Arbeitsbedingungen und Verstößen gegen internationale Sozialstandards. Dies gilt insbesondere für die Bekleidungs- und Elektronikindustrie, die immer wieder durch Verletzungen von Sozialstandards wie Todesfälle durch Gebäudebrände und Einstürze, Selbstmorde von Arbeitnehmern, Zwangsarbeit und übermäßige Arbeitszeiten charakterisiert werden. Öffentliche wie private Initiativen, die sich gegen die Verletzung von Sozialstandards und für die Verbesserung von Arbeitsbedingungen einsetzen, können bislang in Entwicklungsländern nur wenige Erfolge vorweisen. Fast gänzlich unbeachtet in der aktuellen Forschung ist allerdings eine neue Strategie, die globale Produktionsnetzwerke stark beeinflusst: Die Verknüpfung des Zugangs zum weltweit größten privaten und öffentlichen Verbrauchermarkt – der Europäischen Union (EU) – mit der Implementierung und Einhaltung bestimmter Sozialstandards. Das Projekt will diese Lücke schließen, indem es untersucht, ob und wie Sozialstandards, die mit dem Marktzugang im Rahmen eines Freihandelsabkommen und der Gesetzgebung über öffentliche Beschaffungsmaßnahmen verbunden sind, Arbeitsbedingungen in GPNs verbessern können. Im Mittelpunkt stehen die Freihandelszone EU-Vietnam und die Vorschriften der EU-Mitgliedsstaaten über sozial verantwortliche öffentliche Beschaffungsmaßnahmen als Reaktion auf die jüngsten EU-Richtlinien für öffentliche Aufträge und deren Auswirkungen auf die Bekleidungs- und Elektronikindustrie (als Vergleichsstudie) in Vietnam.

Vor diesem Hintergrund verfolgt das Projekt einen problemorientieren Ansatz, der sich mit der Sicherung von Arbeitsstandards in globalen Wertschöpfungsketten befasst. Im Mittelpunkt stehen die Untersuchung der Rolle globaler Standardsetzung und die Weiterentwicklung von Theorien des Bereichs ‘global labour governance’. Im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekt arbeiten interdisziplinär Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des WZB, der Technischen Universität Wien, der Universität Wien sowie der Universität Roskilde zusammen. Dabei wird ein theoretischer Rahmen genutzt, der den wirtschaftsgeographischen Ansatz globaler Produktionsnetzwerke mit industriesoziologischen und ökonomischen Perspektiven auf transnationale Regulierung verbindet.

 

Publikationen

Raj-Reichert, G., Plank, L., and Staritz, C. (forthcoming) A theoretical framework to understand socially responsible public procurement in the EU within global production networks

Konferenzbeiträge

2019

XIV Konferenz der Global-Labour-Universität, Berlin, 27.–29. März

Society for the Advancement of Socio-Economics Annual Conference, New York City, 27.–29. Juni

Regulating Decent Work, International Labor Organisation, Genf, 7.–9. Juli

Deutscher Kongress für Geographie, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, 25.–30. September

Projektleitung
Laufzeit
01.01.2019-31.12.2021
Förderung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Kooperationspartner
Technische Universität Wien
Universität Wien