Corona-Map
Martin Sanchez/unsplash.com
Ziel der Studie

Der Alltag der Menschen hat sich durch das Corona-Virus in kurzer Zeit gravierend verändert. Mit unserer Online-Umfrage zum Corona Alltag, untersuchen wir, welche konkreten Auswirkungen die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auf die Arbeitssituation und das Familienleben der Menschen in Deutschland hat: Wie wirken sich Geschäftsschließungen, die Stilllegung von Produktion und das Schließen von Kitas und Schulen auf Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts und Herkunft aus? Wie geht es den Familien? Wie verändern sich Arbeitssituation und Einkommen? Worüber machen sich Menschen am meisten Sorgen, und wie variieren diese Sorgen zwischen den Bevölkerungsgruppen?

Methodischer Ansatz und Stichprobe

Am 23. März, kurz nachdem in Deutschland Schulen und Kitas geschlossen wurden, startete die erste Welle unserer Umfrage. Die Umfrage wurde über Zeitungen, Radiosender, soziale Netzwerke und Emailverteiler beworben. Um Änderungen in Gefühlslagen und Stimmungen zeitnah auffangen zu können, mussten wir auf eine Zufallsstichprobe verzichten, welche es erlauben würde, generalisierbare Aussagen über die Bevölkerung in Deutschland oder bestimmte Subgruppen (z.B. Arbeitnehmer*innen) zu treffen. Dennoch können wir aus unseren Daten Tendenzen lesen und das Wohlbefinden unterschiedlicher Gruppen miteinander vergleichen. 

Die erste Welle wurde von 14,754 Personen beantwortet und lief bis zum 10. Mai 2020. Die Befragten beantworteten auch Fragen bezüglich ihres Familienlebens und ihrer Erwerbstätigkeit vor der Pandemie. Der Fragebogen der zweiten Welle (20. April bis 14. Juni 2020) wurde von 7,573 Personen ausgefüllt. Welle 3 lief vom 3. Juni bis zum 2. August 2020 und wurde von 6,397 Personen beantwortet. Die zeitliche Verteilung der Wellen lassen uns die Beziehung von Veränderungen in Wohlbefinden und den schrittweisen Lockerungen der Einschränkungen des Lockdowns untersuchen. 

Unter anderem haben Frauen, Personen im Alter von 26-45 Jahren und Personen mit akademischem Abschluss überdurchschnittlich häufig an unserer Befragung teilgenommen. Um dieser Verzerrung Rechnung zu tragen, beziehen wir uns in unseren Auswertungen ausschließlich auf Unterschiede zwischen Bevölkerungsgruppen, die um relevante Kontrollvariablen adjustiert sind.

Datenzugang und Transparenz

Erste Auswertungen und Forschungsarbeiten finden sie unten und unter Kurzbeiträge. Im Sinne der guten wissenschaftlichen Praxis stellen wir die erhobenen Daten in anonymisierter Form sowie sämtliche Syntaxfiles zur Datenaufbereitung und Analyse der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung. 

Aktuelle Veröffentlichungen:

Lena Hipp and Mareike Bünning: Parenthood as a driver of increased gender inequality during COVID-19? Exploratory evidence from Germany. European Societies. doi.org/10.1080/14616696.2020.1833229

Mareike Bünning and Lena Hipp: Geschlechterungleichheiten im Arbeitsleben und subjektiven Wohlbefinden von Erwerbstätigen während der COVID-19 Pandemie. Sozialer Fortschritt, forthcoming.

Lena Hipp, Mareike Bünning, Stefan Munnes, Armin Sauermann: Problems and pitfalls of retrospective survey questions in COVID-19 studies. Survey Research Methods. doi.org/10.18148/srm/2020.v14i2.7741

Lena Hipp, Mareike Bünning, Stefan Munnes: Parents’ Home Office Challenges During the Corona Pandemic. European Sociologist, 46: Pandemic (Im)Possibilities 2, forthcoming.

Lena Hipp: Erwerbsarbeit und Digitalisierung. Corona als Vorgeschmack auf das, was kommt? Das besondere Buch. über Lisa Herzog (2019): Die Rettung der Arbeit.Gesellschaft. Wirtschaft. Politik. https://doi.org/10.3224/gwp. v69i3.14.

Mareike Bünning, Lena Hipp, Stefan Munnes: Erwerbsarbeit in Zeiten von Corona. WZB Ergebnisbericht der corona-alltag.de-Befragung. PDF