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Betriebliche Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik im Lebensverlauf

Projektleitung
Mitarbeiter/innen
Laufzeit
12/2009 bis 06/2015
Förderung
WZB; bis 06/2013 gefördert von der Hans-Böckler-Stiftung

Das Projekt untersucht neue Handlungsansätze im Bereich der demografiebewussten und lebenslauforientierten Personalarbeit von Unternehmen. Im Zentrum stehen innovative Ansätze der Arbeitszeitgestaltung und Qualifizierungspolitik, die in der Lage sind, eine breite und nachhaltige Beteiligung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen an betrieblicher Weiterbildung sicherzustellen. Ziel des Projekts ist es, Vorreiterbetriebe und „Best Practice“ Beispiele der lebenslauforientierten Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik zu identifizieren und die Bedingungen ihrer erfolgreichen Einführung, Weiterentwicklungen und möglichen Übertragbarkeit zu untersuchen. Das Projekt erstellt dazu ein genaues Bild der aktuellen und geplanten Arbeitszeit- und Qualifizierungsinstrumente, ihrer Zielsetzungen, Entstehungsbedingungen und Einführungsprozesse sowie (erster) Erfahrungen und Einschätzungen. Im Zentrum stehen präventive, langfristig ausgerichtete Instrumente der Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik, die hinsichtlich ihrer „Passung“ mit den im Lebensverlauf wechselnden zeitlichen und finanziellen Bedarfen (Lebenslaufperspektive) männlicher und weiblicher Beschäftigter in unterschiedlichen Arbeits- und Lebenskontexten und unterschiedlichen Qualifikationen (Differenzierungs- bzw. Ungleichheitsperspektive) bewertet werden. Leitend ist die Frage, inwieweit und unter welchen Voraussetzungen diese Ansätze einerseits bedarfsgerechte Zeiträume für berufliche und außerberufliche Interessen der Beschäftigten ermöglichen (Vereinbarkeit) und diese andererseits systematisch mit Angeboten der beruflichen Weiterbildung (Beschäftigungsfähigkeit) verbinden. Das Forschungsvorhaben verfolgt dabei ein soziologisches Erkenntnisinteresse, in dessen Zentrum die Analyse der institutionellen Voraussetzungen einer präventiv ausgerichteten Arbeitspolitik von Organisationen steht.

Das Untersuchungsfeld des Projekts bilden Vorreiterbetriebe in der Bundesrepublik Deutschland, die aktuell Ansätze und Instrumente der präventiven, lebenslauforientierten Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik entwickelt und eingeführt haben. Methodisch ist eine Kombination aus (1) Unternehmensfallstudien auf Basis ausführlicher Interviews mit betrieblichen Entscheidungsträgern und Experten, (2) standardisierten Befragungen und qualitativen (problemzentrierten) Interviews mit Beschäftigten in ein bis zwei Unternehmen, (3) Sekundäranalysen repräsentativer Unternehmensdaten sowie (4) einem Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Experten aus europäischen Vorreiterländern geplant.


Publikationen
  • Wotschack, Philip/Solga, Heike (2014): "Betriebliche Weiterbildung für benachteiligte Gruppen. Förderliche Bedingungskonstellationen aus institutionentheoretischer Sicht". In: Berliner Journal für Soziologie, Jg. 24, H. 3, S. 367-395. (Vorab online publiziert 18. September 2014)
  • Wotschack, Philip (2012): "Langfristige Investitionen. Weiterbildung im Betrieb funktioniert - wenn es verbindliche Regelungen gibt". In: WZB-Mitteilungen, H. 138, S. 35-38.
  • Wotschack, Philip/Schulte-Braucks, Philipp (2012): Zeit für berufsbegleitendes Lernen in der Pflege. Welche (arbeits-)zeitlichen Innovationen sind in der Lage, berufsbegleitendes Lernen im Pflegesektor zu fördern? - Kurzexpertise. Berlin: Wert.Arbeit - Gesellschaft für Arbeit, Chancengleichheit und Innovation.
  • Wotschack, Philip (2012): "Arbeitszeit neu gestalten". In: Erziehung und Wissenschaft - Zeitschrift der Bildungsgewerkschaft GEW, Jg. 64, H. 11, S. 2.
  • Wotschack, Philip (2012): "Keine Zeit für die Auszeit. Lebensarbeitszeit als Aspekt sozialer Ungleichheit". In: Soziale Welt - Zeitschrift für sozialwissenschaftliche Forschung und Praxis, Jg. 63, H. 1, S. 25-44.
  • Wotschack, Philip/Scheier, Franziska/Schulte-Braucks, Philipp (2012): "Bildungsfreundliche Arbeitszeiten etablieren". In: Personal Quaterly - Wissenschaftsjournal für die Personalpraxis, Jg. 64, H. 2, S. 24-29.
  • Wotschack,  Philip (2011): "Working-Time Options over the Life Course. Challenges and Company Practices". In: Ralf Rogowski/Robert Salais/Noel Whiteside (Eds.): Transforming European Employment Policies. Labour Market Transitions and the Promotion of Capability. Cheltenham/Northampton, MA: Edward Elgar, S. 96-114.
  • Wotschack,  Philip (2011): "Mehr Zeitsouveränität - für manche. Langzeitkonten begünstigen Höherqualifizierte". In: WZB-Mitteilungen, H. 134, S. 19-22.
  • Wotschack, Philip/Scheier, Franziska/Schulte-Braucks, Philipp/Solga, Heike (2011): Beruf und Bildung vereinbaren. Neue Arbeitszeitmodelle gegen den Fachkräftemangel. WZBrief Arbeit 11/Oktober 2011. Berlin: WZB.
  • Wotschack,  Philip/Scheier, Franziska/Schulte-Braucks, Philipp/Solga, Heike (2011): "Zeit für Lebenslanges Lernen. Neue Ansätze der betrieblichen Arbeitszeit- und Qualifizierungspolitik". In: WSI-Mitteilungen, Jg. 64, H. 10, S. 541-547.
  • Wotschack, Philip (2010): "Lebenslauforientierte Arbeitszeitgestaltung in Zeiten der Krise. Ansätze, Nutzungsbarrieren und Handlungsfelder". In: Hermann Groß/Hartmut Seifert (Hg.): Zeitkonflikte. Renaissance der Arbeitszeitpolitik. Forschung aus der Hans-Böckler-Stiftung. Berlin: edition sigma, S. 197-213.