Entwicklung von Bewertungsinstrumenten zu Inklusion durch die Schulinspektionen (Dissertation von Anne Piezunka)

Abstract

Schulinspektionen nehmen als Vertreter der Administration im Bildungssystem verschiedene Funktionen wahr: So können sie zum einen Impulse für Schulentwicklung geben, aber zum anderen wird ihnen eine Kontrollfunktion zugeschrieben (vgl. Landwehr 2011). Für die Erhebung von Schuldaten greifen die Schulinspektionen auf diverse Bewertungsinstrumente zurück, z. B.  Unterrichtsbeobach-tungsbögen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie wird Inklusion von Seiten der Schulinspektion gedeutet und wie wird das Konzept bei der Messung von Schulqualität operationalisiert?

Mit Hilfe des Sensemaking-Ansatzes (vgl. Weick 1995, Spillane et al. 2002) wurde heraus-gearbeitet, welche Strukturen und Akteure den Prozess der Auseinandersetzung mit Inklusion geprägt haben und wie Inklusion gedeutet wurde. Hierfür wurden Experteninterviews mit 18 Instrumentenentwicklern aus neun Bundesländern geführt. Eine bundesländervergleichende Perspektive bietet sich hierbei an, als dass (fast) jedes Bundesland eigene Bewertungs-instrumente entwickelt hat. Des Weiteren wurden die Bewertungsinstrumente der Bundesländer mit Hilfe der qualitativen Inhaltsanalyse nach Gläser/Laudel (2009) ausgewertet. Bei der Analyse lag ein besonderer Fokus auf der Frage, wie die Schulinspektionen mit folgendem Spannungsfeld umgehen: Auf der einen Seite ist es notwendig Differenzlinien explizit zu benennen, um bestehende Ungleichheiten aufgrund von sozial konstruierten Gruppen-zugehörigkeiten sichtbar zu machen. Auf der anderen Seite besteht durch die explizite Nennung von sozial konstruierten Differenzlinien die Gefahr, dass die individuelle Betrachtung von einzelnen Schüler_innen und die damit einhergehende intersektionale Perspektive in Vergessenheit gerät. (betreut von Prof. Vera Moser und Prof. Melanie Fabel-Lamla)

Forschungsthemen

Bildung und Ausbildung
Projektleitung
Laufzeit
seit 2014