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Etappe 8: „Erwachsenenbildung und lebenslanges Lernen“

Laufzeit
10/2008-12/2017

Im öffentlichen wie auch im wissenschaftlichen Diskurs wird immer wieder die Bedeutung von Bildung, lebenslangem Lernen und kognitiven Kompetenzen für Erwachsene betont. Das Wissen über Erwachsenenbildung in Deutschland ist jedoch nach wie vor sehr gering, insbesondere im Vergleich zum Wissen über die Erstausbildung in Schule, Ausbildung und Hochschule. Bei der Erforschung der Bildungsfragen im späteren Lebensverlauf geht es insbesondere um folgende Fragen:

1. Bildung und Weiterbildung im Erwachsenenalter

Das erste zentrale Ziel von Etappe 8 ist die Untersuchung von Bildung und Weiterbildung im Erwachsenenalter, das heißt von 23 Jahren bis zur Verrentung und darüber hinaus. Eine große Herausforderung der Datenerhebung ist es, die ganze Bandbreite von Bildungsaktivitäten und Lernprozessen im Erwachsenenalter zu verfolgen – von formalen, zertifizierten Fort- und Weiterbildungskursen am Arbeitsplatz bis hin zu nicht-formalen, privaten Sprach- und Weiterbildungskursen. Außerdem sollen die Determinanten für Entscheidungen, an Lernaktivitäten nach der Erstausbildung teilzunehmen oder nicht teilzunehmen, erfasst werden. Insbesondere spezifische Kontexte im Erwachsenenalter, die auf Entscheidungen für oder gegen Weiterbildung wirken, wie Erwerbssituation und Familienkonstellation, gilt es zu analysieren. Außerdem können Gelegenheiten und Hindernisse für Lernprozesse und Bildung im höheren Erwachsenenalter identifiziert werden.

2. Lebens- und Erwerbsverläufe im Erwachsenenalter

Lernprozesse im Erwachsenenalter stehen in engem Zusammenhang mit der vorherigen Bildungslaufbahn, der Erwerbssituation und der Erwerbsgeschichte, aber auch mit anderen Aspekten des Lebensverlaufs. Daher muss zusätzlich zur Bildung im Erwachsenenalter auch der gesamte bisherige Lebensverlauf der Befragten möglichst genau und dynamisch erfasst werden, wie zum Beispiel die bisherige Bildungs- und Erwerbsgeschichte, regionale Mobilität, Partnerschaften sowie Kinder im Haushalt.

3. Kompetenzentwicklung im Erwachsenenalter

Das dritte Ziel von Etappe 8 ist, Ergebnisse zu Kompetenzentwicklungen im Lebensverlauf von Erwachsenen zu generieren. Über Kompetenzausstattungen, -verteilungen und -veränderungen im Lebenslauf ist bisher wenig bekannt. Diese Forschungslücke soll geschlossen werden, indem Lese- und Mathematikkompetenz sowie Computer-Kompetenzen erhoben sowie nicht-kognitive Fähigkeiten erfasst werden, wie Persönlichkeit, Motivation und soziale Kompetenzen. So kann ein Bild entstehen, das zwischen unterschiedlichen Gruppen differenziert und die jeweilige Erwerbssituation und deren Auswirkungen mit berücksichtigt. Schließlich können die Erträge von formalen Qualifikationen, Kompetenzen und Erwerbserfahrungen abgeschätzt werden. Mit Erträgen sind Löhne gemeint, aber auch Faktoren wie Erwerbskarriere, persönliches Wohlbefinden und soziales Engagement.