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Der Verlust der Eindeutigkeit – Annäherung an Individuum und Gesellschaft

Laufzeit
12 2006–07 2007
Förderung
WZB

Gegenstand

In einer sozialtheoretisch und psychologisch angelegten Untersuchung wurde der Frage nach dem sich wandelnden Verhältnis zwischen Systemimperativen und Individuationsprozessen in der bürgerlichen Gesellschaft nachgegangen. Wie wirken gesellschaftliche Tabus und Normen auf individuelle Entwicklungsprozesse, welchen Veränderungen war dieses Verhältnis im 20. Jahrhundert unterworfen und wie stellt sich Gesellschaft in der späten Moderne des beginnenden 21. Jahrhunderts dar?
In seinem Essay „Wie ist Gesellschaft möglich?“ (1908) hat Georg Simmel in kurzer und prägnanter Form drei Bedingungen formuliert, die erfüllt sein müssen, damit Gesellschaft sich in ihrer bürgerlichen Form vollziehen kann. Diese bestehen erstens in der individuellen Fähigkeit zur Übernahme und dem Verständnis von gesellschaftlichen Rollen, zweitens in einer klaren Abgrenzung von Privatheit und Öffentlichkeit, die sich auch im Individuum wiederfindet und drittens in der Bereitstellung eines Ortes in der Gesellschaftsstruktur, die das Individuum ausfüllen kann, in der Regel ist hier der Beruf gemeint. Alle drei Bedingungen sind heute prekär geworden. In dem Projekt wurden einerseits die Ursachen für die Erosion der Simmelschen Grundlagen für Gesellschaft bestimmt und andererseits nach Konsequenzen dieser Erosion gefragt, die auch das Fach Soziologie, verstanden als Lehre von der Gesellschaft, nicht unberührt lassen können.

Susanne Fuchs (2007). Der Verlust der Eindeutigkeit. Annäherung an Individuum und Gesellschaft. Stuttgart: Klett-Cotta, 256 Seiten.