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Die Politisierung internationaler Institutionen und ihre Entwicklungsdynamik

Forschungsthemen
Internationale Beziehungen
Mitarbeiter/innen
Laufzeit
09 2008–07 2009
Förderung
WZB

Gegenstand

Globale Probleme wie Umweltverschmutzung, soziale Ungleichheit und innergesellschaftliche Spaltungen beschäftigen nicht nur die Staaten der Welt, sondern rufen zunehmend auch gesellschaftliche Akteure auf den Plan, sich in zwischenstaatliche Arrangements der Konfliktregulierung und Problembewältigung einzumischen.
Insbesondere im Rahmen der Vereinten Nationen können gesellschaftliche Akteure durch die Einführung von Beobachtungs- und Mitspracherechten einen Bedeutungszuwachs verzeichnen. Mit Blick auf die Weltgipfel der Vereinten Nationen, die sich seit dem Erdgipfel in Rio de Janeiro im Jahre 1992 verstärkt für gesellschaftliche Akteure öffnen, sollen in diesem Projekt die Folgen der Politisierung internationaler Institutionen für deren Entwicklungsdynamik untersucht werden. Typisch für die jüngsten Gipfeltreffen der Vereinten Nationen scheint zu sein, dass die Aufwertung gesellschaftlicher Akteure in den Institutionen internationaler Willensbildung nicht zwangsläufig in Offenheit für neue Problemwahrnehmungen, Sichtweisen und Handlungsziele mündet, sondern auch in einer Schließung des Politikprozesses für gesellschaftliche Akteure resultieren kann.
Für die Untersuchung der Entwicklungsdynamik im Kontext von UN-Weltgipfeln wird die Historizität von Institutionen betont, wonach in der Vergangenheit getroffene Entscheidungen, eingebürgerte Denkweisen und Routinen in die Gegenwart internationaler Willensbildung von Weltgipfeln hinein¬ wirken, jedoch auch anfällig für Abweichungen vom eingeschlagenen Pfad sind. Im Zentrum steht deshalb die Identifizierung von Mechanismen, auf denen die institutionelle Kontinuität beruht, und der Bedingungen, unter denen das Ende des Pfades möglich ist. Die Untersuchung der Entwicklungsdynamik von internationalen Institutionen im Kontext von UN-Weltgipfeln geht demnach davon aus, dass sich ein grundlegender Wandel in den Regelungsarrangements internationaler Willensbildung auch unter Beibehaltung einer partiellen oder symbolischen Pfadkontinuität vollziehen kann.

Bezug zum Abteilungsprogramm

Das Vorhaben knüpft an die Arbeiten der Abteilung zur Politisierung internationaler Institutionen an, wonach sie durch gesteigerte Auseinandersetzungen über deren Legitimitätsgrundlagen unter Zugzwang geraten (These 2). Es verhält sich komplementär zum Abteilungsprojekt über Pfadabhängigkeit und Wandel von internationalen Institutionen.