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Ökonomik des Wandels

David AusserhoferZur Großansicht
Forschungsthemen
  • Entscheidungsverhalten und strategische Interaktion
Kontakt
Gebhard Glock (Büro)

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Fax: (030) 254 91 423
Email: gebhard [dot] glock [at] wzb [dot] eu
Reichpietschufer 50
D-10785 Berlin

Wandel kann in einen Rauschzustand versetzen wie auch Furcht einflößen. Er kann sich unglaublich schnell vollziehen, aber auch schmerzhaft langsam. Und manchmal ändert sich überhaupt nichts – was eine gute Nachricht sein kann, aber auch eine schlechte. Wandel kann sich durch das Zusammenspiel von Entscheidungen vieler Menschen vollziehen, aber auch durch die Intervention einiger weniger. Nur eines ist gewiss: Wandel zu verstehen ist eine der faszinierendsten Aufgaben der Sozialwissenschaften.

Unsere Forschung über Wandel gruppiert sich gegenwärtig in vier größere Themenfelder:

Beliefs, Empathy & Choice. Menschliches Entscheidungsverhalten ist oftmals abhängig von Erwartungen über das Verhalten Dritter, besonders in sozialen Zusammenhängen, in denen Handlungen vom Zusammenspiel vieler Individuen bestimmt werden. Nachdenken über andere schärft die Genauigkeit von Vorhersagen über die Konsequenzen eigenen Tuns, aber auch über dasjenige anderer. Je mehr man über andere nachdenke, desto mehr kümmere man sich womöglich um deren Wohl, so die Empathie-Hypothese aus Philosophie und Psychologie. Innerhalb dieses Forschungsstrangs analysiert die Abteilung, inwiefern Änderungen von Erwartungen tatsächlich kausal für einen Verhaltenswandel sind. Eine weitere zentrale Forschungsfrage ist, ob und wie Erwartungen prosoziales Verhalten begünstigen, wenn es zum Beispiel darum geht, für gute Zwecke zu spenden. (Weitere Informationen und Publikationen)

The Economics of Power. Wer Dinge ändern will, braucht Macht. Umgekehrt bedeutet Macht, Dinge ändern zu können. Oftmals liegt Macht in den Händen von Gremien, auf internationalem Parkett zunehmend bei supranationalen Organisationen. Die Abteilung beschäftigt sich mit Regeln, die in nationalen oder internationalen Gremien gelten, und fragt, wie sich deren Ausgestaltung auf die Möglichkeiten auswirkt, Veränderungen herbeizuführen. Ebenso interessiert uns die Rolle von Medien und ihre Instrumentalisierung durch Machthaber, und wir wollen die grundlegenden Prinzipien untersuchen, die für das Entstehen von Macht notwendig sind. (Weitere Informationen und Publikationen)

The Dynamics of Competition and Cooperation. Wie lernen Individuen und Gruppen miteinander zu kooperieren, wenn kurzfristige Anreize dem zuwiderlaufen? Welche externen Faktoren behindern oder begünstigen Kooperation? Dies ist eine der ältesten Fragen in den Sozialwissenschaften, die jedoch nichts von ihrer Aktualität verloren hat (man denke etwa an Emissionsbeschränkungen, Friedensstiftung, … die Liste ist ebenso lang wie deprimierend). Die Abteilung untersucht die Grundlagen von Kooperation, insbesondere wie in wiederholten Interaktionen einfache Heuristiken − etwa simple Anpassungsregeln an das Verhalten anderer − zu kooperativen Ergebnissen führen können. Gleichzeitig gehen wir der Frage nach, wie durch Eingriffe und Regulierung einzelne Gruppen, wie etwa Konsumenten, vor negativen Konsequenzen des Wettbewerbs geschützt werden können. (Weitere Informationen und Publikationen)

Culture & Economics. Für die Wirtschaftswissenschaften ist Kultur oftmals einfach das, was sich ökonomischer Erklärung entzieht. Diese Sichtweise führt häufig zu Missverständnissen und einer gewissen Sprachlosigkeit in der interdisziplinären Auseinandersetzung zwischen Volkswirten und Geisteswissenschaftlern. Ein solcher Dialog wäre aber eine Grundvoraussetzung für jeden ernsthaften Versuch, eine Einheit der Sozialwissenschaften herzustellen. Unsere Abteilung will diesen Dialog fördern, indem sie Foren für den Austausch zwischen den Künsten und Sozialwissenschaften schafft. In verschiedenen Projekten gehen wir der Frage nach, wie die Wirtschaftswissenschaften zur weiteren Entwicklung der Humanwissenschaften beitragen können und wie durch diese wiederum ökonomische Prozesse reflektiert und beeinflusst werden. (Weitere Informationen und Publikationen)