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Folgekosten unzureichender Bildung im Bereich Lebenseinkommen, Steuern und Transfers

Projektleitung
Prof. Dr. Johannes Giesecke
Mitarbeiter/innen
Dirk Oberschachtsiek
Laufzeit
2009-2011
Förderung / Funding

Jahr für Jahr verlassen rund 150.000 junge Erwachsene das Bildungs- und Ausbildungssystem ohne einen Abschluss – mit düsteren Aussichten auf Erfolg im Arbeitsmarkt. Hochgerechnet auf die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen sind das mehr als 1,5 Millionen Menschen. In dieser Studie wurde berechnet, welche Kosten dem Staat in Form von entgangenen Steuern und Sozialabgaben bzw. Transferleistungen dadurch entstehen, dass ein Teil der Bevölkerung unzureichend qualifiziert bleibt und keinen Schulabschluss erreicht. Im Mittelpunkt der Untersuchung standen simulierte Erwerbs- und Einkommensverläufe, die für unterschiedliche Bildungsgruppen erzeugt werden. Aus diesen Verläufen ließen sich in einem zweiten Schritt Zahlungsreihen für Steuern und für Transferzahlungen aus dem sozialen Sicherungssystem ableiten. Darauf aufbauend konnten mit Hilfe verschiedener Reformszenarien Aussagen über die Höhe von Folgekosten unzureichender Bildung gemacht werden. Die Auswertungen wurden sowohl auf Bundes- als auch auf Länderebene und regionaler Ebene durchgeführt.

Im April 2011 wurden die Ergebnisse der Untersuchungen unter dem Titel "Unzureichende Bildung. Folgekosten für die öffentlichen Haushalte" (von Jutta Allmendinger, Johannes Giesecke und Dirk Oberschachtsiek) veröffentlicht.

Bereits im September 2010 erschien die Studie „Keine Perspektive ohne Ausbildung“ (von Dirk Oberschachtsiek und Johannes Giesecke). Die Studie zeigt, dass selbst ein höherwertiger Schulabschluss wie die mittlere Reife heute keine Gewähr mehr für einen reibungslosen Übergang von der Schule über die Ausbildung in den Beruf bietet. Immer mehr junge Menschen mit einem mittleren Schulabschluss finden keinen Ausbildungsplatz, allein in Westdeutschland hat jeder Fünfte im Alter zwischen 25 und 34 Jahren keinen Berufsabschluss. Den größten Anteil stellen Hauptschulabsolventen oder junge Erwachsene ganz ohne Schulabschluss, seit Mitte der 1990er Jahre sind aber in zunehmendem Maße auch Realschulabsolventen und (Fach-)Abiturienten von Ausbildungslosigkeit betroffen. In Westdeutschland ist diese Gruppe inzwischen fast genauso groß wie die der jungen Menschen ohne Hauptschulabschluss (281.000 Personen). Zugleich zeigt die Untersuchung, die wegen der großen Unterschiede auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt auf einen Ost-West-Vergleich verzichtet, die Bedeutung einer Berufsausbildung für die Teilnahme am Arbeitsmarkt: Die Chance auf eine Voll- oder Teilzeiterwerbstätigkeit ist für Personen ohne beruflichen Abschluss seit 1996 deutlich gesunken, ihr Arbeitslosigkeitsrisiko hat merklich zugenommen. Erst (Fach-)Abiturienten ohne Ausbildungsabschluss haben ein erheblich geringeres Arbeitslosigkeitsrisiko.

Das Projekt ist ein Baustein des Projekts "Folgekosten unzureichender Bildung" der Bertelsmann Stiftung.

Ansprechpartner in der Bertelsmann Stiftung: Antje Funcke und Gabriela Schütz

Publikationen