European Social Survey Round 6

Abstract

Module: Europeans’ Understandings and Evaluations of Democracy

Kurzzusammenfassung

 

Demokratie ist ein stark umstrittener Begriff, der schwierig zu konzeptualisieren und zu operationalisieren ist. Die meisten Indikatoren für die Unterstützung der Demokratie und Demokratiezufriedenheit umgehen diese konzeptionellen Schwierigkeiten, indem sie den Begriff Demokratie verwenden, ohne näher zu beschreiben, was er bedeutet. Dementsprechend gehen die vorliegenden Versuche der Analyse von Einstellungen der Bürger zur Demokratie von zwei bedeutsamen Annahmen aus: Alle Befragten bezögen sich erstens auf dasselbe Konzept, wenn sie auf die unspezifischen Stimuli reagieren, und zweitens wären aufgrund dieser Tatsache die Antworten der Befragten vergleichbar. Beide Annahmen können falsch sein und zu fehlerhaften Schlussfolgerungen und Ergebnissen führen.

 

Um korrekt einschätzen zu können, inwieweit die Bürger die Demokratie unterstützen und wie zufrieden sie mit ihr sind, sind Daten zum Demokratieverständnis der Bürger erforderlich. Vor diesem Hintergrund hat unser Modul vier Ziele:

  1. Die Untersuchung der Qualität der Demokratie im Sinne der Frage, was die Bürger  unter Demokratie verstehen. Es ist von Bedeutung zu untersuchen, wie Menschen Demokratie definieren, da diese Demokratievorstellungen die Erwartungen der Bürger an das Funktionieren realer Demokratien stark beeinflussen.
  2. Die Untersuchung der Qualität der Demokratie im Sinne der Frage, wie Bürger ihre Demokratien bewerten. Nur wenige Studien sehen in der Bewertung der Demokratie durch die Bürger einen Maßstab für die Qualität von Demokratie. Wir gehen jedoch davon aus, dass eine Analyse dieser Bewertungen wichtiges Material liefert, um die bestehenden Indizes zu ergänzen, die auf Expertenurteilen beruhen.
  3. Die Untersuchung der Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Demokratie: Warum sind die Bürger unzufrieden? Wir analysieren eine bislang unerforschte Quelle von Demokratieunzufriedenheit: die Kluft zwischen den Erwartungen und den Bewertungen des demokratischen Systems durch die Bürger.
  4. Die Untersuchung der Qualität der Demokratie auf der Mikro- und Makroebene unter der Fragestellung: Gibt es einen Zusammenhang zwischen den Bewertungen der Bürger und dem objektiv vorhandenen politischen System? Wir vergleichen die Beurteilung der Qualität der Demokratie durch die Bürger mit objektiven Indikatoren der Qualität der Demokratie aus der Datenbank des Demokratiebarometers.
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Forschungsthemen

Demokratie
Mitarbeiter/innen
Hanspeter Kriesi (Universität Zürich)
Leonardo Morlino (Istituto Italiano di Scienze Umane)
Pedro Maglhaes (Universidade de Lisboa)
Mónica Ferrín (European University Institute)
Mark Franklin (European University Institute)
Mariano Torcal (Pompeu Fabra University)
Braulio Gómez (Institute for Advanced Social Sciences)
Alexander Trechsel (European University Institute)
Radek Markowski (Warsaw School of Social Sciences and Humanities)
Todd Landmann (University of Essex)
Laufzeit
Juli 2010 - September 2015
Förderung
ESS

Veranstaltungen

24. - 25. Mai 2018

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