Politische Legitimität in Krisenzeiten (PolLegKris)

Abstract

Das Forschungsprojekt “Politische Legitimität in Krisenzeiten” (PolLegKris) untersucht die Krise der politischen Legitimität in Deutschland sowie im Vergleich europäischer Demokratien. PolLegKris ist Teil des Verbundprojekts “Veränderung durch Krisen? Solidarität und Entsolidarisierung in Deutschland und Europa" (SoliKris), an dem mehr als ein Dutzend Sozialwissenschaftler/innen aus dem GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) beteiligt sind.

Forschungsfragen

Der Legitimitätsglaube der Bürger/innen wird als zentraler Faktor für den Fortbestand einer Demokratie angesehen. Das Forschungsprojekt untersucht Veränderungen dieser Einstellungen zur politischen Legitimität in Deutschland und in anderen etablierten Demokratien. Im Projekt wird untersucht, inwieweit die Wirtschafts- und Finanzkrisen, Massenmigration und weitere schwerwiegende gesellschaftliche und demokratische Herausforderungen politische Legitimität beeinflussen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem möglichen Zusammenhang zwischen Wahrnehmungen politischer Legitimität durch die Bürger/innen und dem Aufkommen von Populismus. Die Forschung im Rahmen des Projekts bewegt sich im Spannungsfeld zwischen zwei Perspektiven auf dieses Verhältnis, die als Forschungsfragen formuliert werden können:

  • Ist Populismus eine Konsequenz des Niedergangs politischer Legitimität und daher u. a. auf eine Repräsentationslücke zurückzuführen?

  • Oder verursacht Populismus eine Krise der politischen Legitimität und gefährdet damit die Demokratie?

Herangehensweise

In einer Mehrebenenanalyse von Angebot und Nachfrage werden die Verhaltensweisen und Einstellungen von Bürgerinnen und Bürgern (Mikroebene) mit dem Verhalten politischer Parteien (Mesoebene) und der Krise sowie dem System politischer Legitimität (Makroebene) in Zusammenhang gebracht. Diese Perspektive auf demokratische Politik basiert auf tiefgreifenden quantitativen Datenanalysen, die dazu beitragen, den Rückgang politischer Legitimität in Deutschland und international vergleichend besser zu verstehen.
Das Forschungsprojekt PolLegKris profitiert von der theoretischen wie methodischen Fachkompetenz des Teams und der engen Zusammenarbeit mit den Partnern von SoliKris und anderen Wissenschaftler/innen aus dem WZB. Die Analysen im Rahmen des Projekts bauen auf Vorarbeiten der Teammitglieder in Bezug auf Parteien, öffentliche Meinung, Populismus, Migration, Umfrageforschung und der Analyse politischer Texte, auf.

Außenwirkung

Kernaufgabe des Forschungsprojekts ist empirische Forschung auf hohem Niveau. Zusätzlich plant PolLegKris eine Reihe von Publikationen und Aktivitäten, die sich an eine breitere Öffentlichkeit richten, also Bürger/innen sowie Stakeholder.

  • 2018 beginnt am WZB die Vortragsreihe PolLegKris Lecture Series. Namhafte deutsche und international Expertinnen und Experten präsentieren evidenzbasierte Forschungsergebnisse, um den Dialog zwischen Experten und Expertinnen, Bürgerinnen und Bürgern sowie Stakeholdern zu vertiefen.

  • In Zusammenarbeit mit anderen Teilprojekten von Solikris erscheint die Veröffentlichungsreihe SoliKris Policy Briefs. Dort werden kurz Forschungsergebnisse zusammengefasst, die für politische Entscheidungsträger/-innen und Perosnen aus der politischen Praxis relevant sind. Themen sind politische Legitimität, der Wandel von Parteiensystemen, die Zunahme von Populismus und Veränderungen der öffentlichen Meinung und politischen Verhaltensweisen.

Forschungsthemen

Demokratie
Mitarbeiter/innen
Studentische Hilfskraft:
Sandra Horvath
Laufzeit
Dezember 2017 bis November 2020
Förderung
Bundesministerium für Bildung und Forschung
Kooperationspartner
GESIS Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg