Ungleichheit, Identität und die Mobilisierung von Ressentiments

Abstract

Ist radikaler Rechtspopulismus ein Bottom-up-Phänomen, das von der Stimmung der Wähler*innen angetrieben wird? Oder ist er ein Top-down-Phänomen, eine Erscheinung aufgrund von gescheiterten Strategien der politischen Eliten? Dieses Projekt untersucht die Schnittmenge beider Phänomene und analysiert, wie wirtschaftliche Ungleichheit dazu geführt hat, dass Politiker*innen des Mainstreams Fragen zu „Identität“ anders formulieren, was wiederum eine Radikalisierung der rechten Kräfte ausgelöst hat. Es handelt sich um ein länderübergreifendes europäisch-nordamerikanisches Projekt, das den Zeitraum von 1945 bis heute abdeckt. Es umfasst vier Schritte: a) die Bewertung, wie sich die wirtschaftliche Ungleichheit auf die Wählerschaft der Mitte-Rechts-Parteien ausgewirkt hat, b) wie Mitte-Rechts-Parteien ihre Schwerpunktsetzung im Wahlkampf und der Regierung verändert haben, c) wie Wähler*innen die relative Salienz von Identität aufgrund der „Sprechweise“ von Politiker*innen verändert haben, und d) das Ausmaß, in dem dies Wähler*innen dazu veranlasst hat, für radikale Parteien zu stimmen. Die Datenerhebung zu jedem dieser Analyseschritte steht im Mittelpunkt dieses Projekts.

Laufzeit
Oktober 2020 - September 2023