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Über Open Access

„Open Access“ steht für den öffentlichen und kostenfreien Zugang zu wissenschaftlichen Informationen über das Internet.

Der Begriff wurde ursprünglich in Bezug auf wissenschaftliche Literatur verwendet, die – so die Initiatoren der OA-Bewegung – „kostenfrei und öffentlich im Internet zugänglich sein sollte, so dass Interessierte die Volltexte lesen, herunterladen, kopieren, verteilen, drucken, in ihnen suchen, auf sie verweisen und sie auch sonst auf jede denkbare legale Weise benutzen können, ohne finanzielle, gesetzliche oder technische Barrieren jenseits von denen, die mit dem Internet-Zugang selbst verbunden sind“ (vgl. die "Erklärung der Budapester Open Access Initiative" von 2002).

Diese Grundüberzeugung wurde 2003 durch namhafte Forschungsorganisationen (einschließlich der Leibniz-Gemeinschaft) in der "Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen" bekräftigt und zugleich auf weitere Bereiche wissenschaftlicher Forschungsarbeit übertragen. Im Open Access sollen demnach „originäre Forschungsergebnisse ebenso wie Ursprungsdaten, Metadaten, Quellenmaterial, digitale Darstellungen von Bild- und Graphik-Material und wissenschaftliches Material in multimedialer Form“ veröffentlicht werden.

Entstehungshintergrund

Entstanden ist die Open-Access-Bewegung als Gegenreaktion auf übermäßige Preissteigerungen im Bereich der kommerziell vermarkteten wissenschaftlichen Zeitschriften (Stichwort: „Zeitschriftenkrise“) und im Zuge der Etablierung des Internets als neuer Informationstechnologie. Argumente und Stoßrichtung der frühen OA-Bewegung sind beispielsweise in dem 2001 in Nature erschienenen, einflussreichen und nach wie vor lesenswerten Aufsatz des Kognitionswissenschaftlers Stevan Harnad "The self-archiving initiative. Freeing the refereed research literature online" nachzulesen. 

Vorteile von Open Access

Open-Access-Publikationen bieten Vorteile sowohl für die Urheber von wissenschaftlicher Literatur und Daten als auch für die Rezipienten dieser Informationen:

  • schneller und kostenfreier Informationszugang;
  • erhöhte Sichtbarkeit von Forschungsergebnissen;
  • Sicherung der Verwertungsrechte von Autorinnen und Autoren;
  • unmittelbare Nachprüfbarkeit von Forschungsergebnissen;
  • Vermeidung redundanter Forschungsaktivitäten.

Mit der freien Zugänglichmachung wissenschaftlicher Literatur über das Internet lässt sich darüber hinaus der Mehrfachsubventionierung und Kommerzialisierung öffentlich finanzierter Forschung teilweise entgegensteuern.