Forschende früh für Transfer begeistern

Das INSIGHTS-Projekt führt Forschende der Berlin School of Economics (BSE) bereits am Anfang ihrer Karriere an Wissenschaftskommunikation und Transfer heran. Auf der Plattform wissenschaftskommunikation.de schreibt WZB-Medienreferent Maximilian Peukert wie die praktische Umsetzung dieses Programms am WZB und Deutschen Insitut für Wirtschaft (DIW) Berlin aussieht.

Forschende sollen mit ihren Ergebnissen positiv in die Gesellschaft wirken und ihre Forschung der Öffentlichkeit vermitteln. Doch Forschungsergebnisse, Methoden und deren Grenzen für ein fachfremdes Publikum zu erklären, ist eine komplexe Aufgabe. Sie setzt Kompetenzen voraus, die junge Forschenden kaum in ihrer klassischen Ausbildung erwerben. An diesem Mangel setzt das von der Leibniz-Gemeinschaft geförderte INSIGHTS-Projekt an. Drei programmatische Schwerpunkte gibt es: den Aufbau eigener Plattformen für Transferaktivitäten, die Schulung der Transferkompetenzen und die Förderung von Transferaktivitäten.

Als Plattform für den wissenschaftlichen Transfer wurde zunächst die INSIGHTS-Pieces-Reihe eingeführt. BSE-Mitglieder veröffentlichen dort Policy Briefings und allgemeinverständliche Kurzfassungen ihrer neuesten Forschungsergebnisse. Daneben starteten im Sommer 2022 die INSIGHT-Roundtables. Forschende tauschen sich in diesem Format direkt mit Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung zu einem aktuellen politischen Thema aus. Solche Dialoge helfen den Forschenden, mit ihren Erkenntnissen Entscheidungsträger*innen zu erreichen. Doch Wissenstransfer geht in beide Richtungen: Wissenschaftler*innen bekommen neue Impulse und Forschungsideen durch die Interaktionen mit Personen aus Politik und Praxis.

Transfer-relevante Fähigkeiten vermittelt INSIGHTS den Forschenden durch verschiedene Trainings sowie einen PhD-Kurs. Teilnehmende trainieren dort mit erfahrenen Expert*innen zu Themen wie Grundlagen der Wissenschaftskommunikation, Presse-Interviews, Twitter, Policy Briefings, das Sprechen vor der Kamera und journalistisches Schreiben.

Um die erlernten Kenntnisse auch in die Praxis umzusetzen, werden zusätzlich konkrete Transferaktivitäten gefördert. Ein wichtiges Kriterium dafür ist die Politikrelevanz. INSIGHTS ermöglicht die Organisation von Workshops und die Teilnahme an Konferenzen, wenn sie einen Politikbezug haben. Die BSE- Policy-Fellowships im Programm dienen der Vernetzung und Zusammenarbeit mit Praktiker*innen aus Ministerien und NGOs. Sie finanzieren Forschungsaufenthalte von bis zu drei Monaten an einem INSIGHTS-Institut der Wahl. Dort widmen sich die Fellows dann in Kooperation mit Wissenschaftler*innen des Gastinstituts einer Forschungsfrage. Darüber hinaus erhalten Forschungsprojekte von BSE-Wissenschaftler*innen mit Verantwortlichen aus der Politik für bis zu zwei Jahre einen Zuschuß. Alle Mittel sind an konkrete Dokumentationsformate geknüpft , die auf wissenschaftlichen Transfer und Veröffentlichungen abzielen.

Die WissKomm-Praxis der Wissenschaftler*innen, also die Fähigkeit zur Wissenschaftskommunikation, wird ebenfalls gefördert. Dazu gehören Praktika bei Medienhäusern und Kommunikationsagenturen. Ziel ist es, den Praktikant*innen ein tiefergehendes Verständnis von Kommunikationsarbeit zu vermitteln und die Vernetzung mit Stakeholdern zu ermöglichen. INSIGHTS selbst leistet Pressearbeit für Forschende und nutzt dazu die Netzwerke der beteiligten Institutionen. So konnte im Juni beispielsweise der Meinungsbeitrag von Levent Neyse in der ZEIT platziert werden. Daneben hat das INSIGHTS-Team den Twitter Account der BSE übernommen, dessen Aktivität ausgebaut und so die Followerzahl bereits verdoppelt.

25.11., MP

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Portrait Maximilian Peukert
David Ausserhofer

Maximilian Peukert ist Medienreferent in der Kommunikationsabteilung des WZB und im INSIGHTS-Projekt der Berlin School of Economics.

Den kompletten Artikel kann man auf dem Online-Portal wissenschaftskommunikation.de lesen.