Kanter Award 2018

Anette Fasang (WZB) und Silke Aisenbrey ( Yeshiva University ) sind die Gewinnerinnen des Kanter Award 2018, der jedes Jahr herausragende Forschungsbeiräge zum Thema Arbeit und Familie auszeichnet. Prämiert wurde ihr Artikel "The interplay of work and family trajectories over the life course: Germany and the United States in comparison”,  der 2017 im "American Journal of Sociology" erschienen ist.

Mit Daten aus dem deutschen Nationalen Bildungspanel NEPS und dem National Longitudinal Survey of Youth für die USA unternimmt diese Studie eine Pioniertat: Erstmals werden die Wechselwirkungen zwischen Berufsverläufen und Familienbiografien von Menschen im Alter von Anfang 20 bis Mitte 40 über einen langen Zeitraum (1978 – 2009) verglichen. Die beiden Län­der – (West­)Deutschland und die USA – stehen dabei gerade in diesem Zeitraum für sehr unter­schiedliche wohlfahrtsstaatliche Modelle.

Deutlich wird, dass die Lösungsformel für die Vereinbar­keit von Beruf und Familie noch nicht gefunden ist: In den USA haben Frauen mit Familie ähnlich gute Chancen auf den Zugang zu prestigereichen Berufen wie Männer, die soziale Absicherung aber ist mangelhaft. Dieses Netz ist in Deutschland vergleichsweise stabil, die staatliche Unterstüt­zung für Familien scheint aber die traditionelle Rollenverteilung zu stützen und die Ungleichheit der Geschlechter im beruflichen Bereich zu fördern.

Der Rosabeth-Moss-Kanter-Preis für herausragende Leistungen in der Familienforschung wird gemeinsam vergeben vom Centre for Families an der Purdue University, dem Centre for Work and Family am Boston College und dem Workforce Roundtable des Boston College Centre.


25. Juni 2018

Silke Aisenbrey/Anette Fasang: The Interplay of Work and Family Trajectories over the Life Course: Germany and the United States in Comparison, in: American Journal of Sociology, Vol. 122, No. 5, pp. 1448-1484.

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Porträtfoto Anette Fasang
David Ausserhofer

Anette Fasang leitet die WZB-Forschungsgruppe Demografie und Ungleichheit und ist Professorin für Mikrosoziologie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Silke Aisenbrey ist Professorin für Soziologie an der Yeshiva University in New York.