Visual Society Projekte haben eine Laufzeit von ca. 12 Monaten. Die Gestalterinnen und Gestalter arbeiten dazu nicht nur in den Ateliers der UdK, sondern direkt in den Forschungseinheiten am WZB. Dozenten und Mentoren an der UdK wie auch Wissenschaftler am WZB beraten bei spezifischen Fragestellungen und unterstützen die Projektarbeit.

Laufende Projekte

Politikfeld Internet / Digitalisierung

Durch das Internet angestoßene Entwicklungen transformieren soziale Lebensbereiche moderner Gesellschaften auf fundamentale Weise. Bestehende gesellschaftliche Normen und institutionelle Gefüge der Politik werden dabei in Frage gestellt. Das Projekt "Politikfeld Internet" baut auf der Arbeit der gleichnamigen Projektgruppe am WZB auf und versucht sich dem neu entstehenden Politikfeld Internet spielerisch und visuell anzunähern. Was ist überhaupt das Internet und wie lässt es sich erklären? Wie und wo wird das Internet reguliert und welche Akteure sind daran beteiligt? Was hat Datenschutz mit Netzneutralität zu tun und welche Themen werden sonst noch in dem neuen Politikfeld diskutiert? Neben diesen Fragen wird das Projekt gängige Definitionen und Verständnisse von Internetpolitik durch Zitate und kurze Interviews nachzeichnen und gegenüberstellen. Ziel ist es, ein besseres Verständnis von den thematischen Zusammenhängen und dem Zusammenspiel der vielen Akteure in diesem neuen Politikfeld zu erlangen.

Projektbeteiligte:
Sarah Hasenmaile (UdK), Benjamin Bergemann (WZB), Dr. Julia Pohle (WZB)


Care Work, Diskriminierung

Frauen erfahren trotz aller Fortschritte in den letzten Jahrzehnten noch immer massive Nachteile auf dem Arbeitsmarkt. Diskriminierung und geschlechtsspezifische Berufswahl sind zwei wichtige Erklärungen für die Benachteiligung von Frauen. Wir verbinden experimentelle Herangehensweisen in Feld- und Laborexperimenten mit gestalterischen Methoden, um den Ursachen von
geschlechtsspezifischen Arbeitsmarktnachteilen tiefer auf den Grund zu gehen und Vorteile der Kooperation zwischen Gestaltern/innen und Sozialwissenschaftler/innen für beide Seiten auszuloten.

Projektbeteiligte: Patricia Doleschel (UdK), Lena Hipp (WZB)


Recht und Bildung

Recht sind Regeln mit allgemeinem Geltungsanspruch, die unser Zusammenleben strukturieren. So haben die Menschen in Deutschland beispielsweise ein Recht auf die Achtung und Entfaltung ihrer Persönlichkeit, was im Allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Grundgesetzes verankert ist.
Kinder genießen dabei besondere Rechte, die am 20. November 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention von den Vereinten Nationen festgehalten wurden. Die Konvention legt wesentliche Standards zum Schutz der Kinder weltweit fest und hebt deren Rechte hervor. Die vier elementaren Grundsätze, auf denen die Konvention beruht, beinhalten das Überleben und die Entwicklung, die Nichtdiskriminierung, die Wahrung der Interessen der Kinder und deren Beteiligung an Entscheidungsprozessen. In meiner Masterarbeit beschäftige ich mich mit diesen besonderen Rechten und habe es mir zur Aufgabe gemacht, Kindern ihre Rechte näherzubringen. Da der Begriff Recht für viele Kinder sehr abstrakt ist, sie aber dennoch Berührung im Alltag damit haben, ist es wichtig, dass sie ein Grundverständnis dafür aufbauen können. Dies möchte ich mit Hilfe der Visuellen Kommunikation erreichen und den Kindern -auf eine spielerische Art und Weise- einen Zugang zu diesem Thema eröffnen.
Das Medium soll dabei ein Spiel sein, mit dessen Hilfe den Kindern die Möglichkeit gegeben werden soll einen ersten Einblick in dieses sehr komplexe Thema zu erhalten.

Projektbeteiligte: Ferdinand Weigel (UdK), Michael Wrase (WZB)


Suizidmortalität im Vergleich/Suizid in der DDR

Kaum eine andere Todesursache gibt Aufschluss über das innere Wohlbefinden in einer Gesellschaft als der Suizid. Er fordert deutlich mehr Todesopfer als der Straßenverkehr, die Drogensucht und Gewalttaten zusammen. Eine Erklärung für die Zurückhaltung in der Berichterstattung und die daraus resultierende geringere Wahrnehmung von Suiziden in der Gesellschaft, beispielsweise im Vergleich zu Verkehrsunfällen, ist die Gefahr für medial vermittelte Nachahmungs-Suizide. Aber wo und wie finden wir Informationen zur Suizidmortalität? Und wie lassen sich rationale Statistiken zum Thema Selbsttötung visualisieren? In welchem Zusammenhang stehen Schwankungen der Häufigkeit des Auftretens von Suiziden mit der Variation anderer Indikatoren? Welche Korrelationen lassen sich dahingehend theoretisch und praktisch identifizieren? In dem gemeinsamen Projekt werden verschiedene Quellen erschlossen und zum Teil erstmal verwendetes (Archiv-)Material gestalterisch und sozialwissenschaftlich ausgewertet und auf eine neue Art und Weise kommuniziert.

Projektbeteiligte: Katharina Schwarz (UdK), Ellen von den Driesch (WZB)

 

Abgeschlossene Projekte

Isabel Kronenberger: Codes of Collaboration (Cover)

Das Projekt "Codes of Collaboration" untersucht das Verhältnis von Wissenschaft und Gestaltung. Beide Disziplinen arbeiten mit verschiedenen Wissensgenerierungs- und Vermittlungsstrategien, in denen sie sich mitunter ertragreich ergänzen und an anderer Stelle gnadenlos missverstehen. In ihrem gemeinsamen Wirken bilden sie eine hochinteressante Schnittstelle, die seit geraumer Zeit auch eine Reihe von Diskursen und Institutionen beschäftigt. Wie funktionieren die Mechanismen der Disziplinen? Wie kommunizieren sie miteinander? Welchen Einfluss haben sie aufeinander? Ist eine Zusammenarbeit sinnvoll und wenn ja, an welchen Stellen? »Codes of Collaboration« betrachtet diese Fragen durch die Augen einer Reihe von Akteuren, die aktuell in wissenschaftlichen und gestalterischen Umfeldern agieren. In 23 Interviews werden die einzelne Arbeitsschritte und die Motivation dahinter, die gegenseitige Wahrnehmung sowie Erfahrungen und Erwartungen an eine Zusammenarbeit thematisiert. Neben den Gesprächen versammelt das vorliegende Buch eine Reihe visueller Fundstücke, welche die Texte bebildern und neue Sinnzusammenhänge schaffen. So offenbart sich Schritt für Schritt, inwiefern eine Komplizenschaft der Disziplinen für beide Seiten wertvoll sein kann.

Inspiriert von den Arbeiten der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik am WZB, u.a. von Dr. Dagmar Simon und Dr. Anna Froese

Projektbetreuung: Prof. David Skopec (UdK), Prof. Dr. Kathrin Peters (UdK), Jenny Baese (UdK), Bernd Grether (UdK)


Julia Schubert: Fleisch und Farbe (Cover)

Täglich treffen wir Entscheidungen über das, was wir essen. Neben persönlichen Vorlieben spielen viele andere Faktoren – bewusst oder unbewusst – eine Rolle. Als Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels von ganz unterschiedlichen Entscheidungsfaktoren brutzelt beim einen ein kräftiges Steak in der Pfanne, ein anderer entscheidet sich für eine fleischlose Alternative. Uns interessierten vor allem Fragen zum Essen als soziale Aktivität: Welche Traditionen/Konventionen bestimmen das Essverhalten? Das Weihnachtsessen als Tradition und meist zelebriertes familiäres Ereignis bot sich als erster Untersuchungsgegenstand an. Ausgelöst durch 46 eingereichte Fotos von Weihnachtsessen wurde ein »Feierlichkeitsscore« entwickelt. Bei der Betrachtung der vielen eingesandten Fotografien von Weihnachtstafeln stellten sich dann Fragen wie diese: Wie vornehm ist das Arrangement der Gerichte oder wie ausgelassen wird gefeiert? Gibt es Alkohol, gibt es Fleisch? Viele weitere Fragen und Untersuchungen entwickelten sich in der genauen Beobachtung des Bildmaterials, das durch die Probanden zugesandt wurde. In einer folgenden Untersuchungsreihe ging es deshalb um die Fragen: Welche Rolle spielt die Umgebung des Essens beim Essverhalten und was bewirken hierbei vor allem die Farben? Dazu wurden Experimente durchgeführt, die die Appetitlichkeit von Farben in Gerichten, insbesondere die Rolle von Braun als »Fleischfarbe« , untersuchen. Unsere Publikation dokumentiert das Ergebnis dieser Suche und einer eher experimentellen Vorgehensweise.

Dieses Projekt entstand in der Abteilung Ökonomik des Wandels am WZB.

Projektbeteiligte: Prof. Dr. Steffen Huck (WZB), Anna Becker (ILH, WZB), Prof. Dr. Nora Szech (KIT Karlsruhe)
Projektbetreuung: Prof. David Skopec (UdK)


Katarina Lüth: Mitbestimmung – hören, sehen, verstehen

Ausgangspunkt für das Kooperationsprojekt »Mitbestimmung – hören, sehen, verstehen« ist das WZB-Forschungsprojekt »Corporate Governance und Nachhaltige Unternehmensführung – der Mitbestimmungsindex (MB-ix) und Gute Arbeit«, welches die Verankerung von Mitbestimmung in rund 200 börsennotierten Unternehmen in Deutschland im Zeitraum von 2006 bis 2013 erfasst. Neben der klassischen Informationsgestaltung in Form von Grafiken und Diagrammen, wird in dem Kooperationsprojekt nach alternativen Möglichkeiten gesucht, Wissen zum Thema Mitbestimmung breitenwirksam zu vermitteln und konkrete Ergebnisse des MB-ix dar­stellen zu können.

Die Kommunikation von Inhalten bedient sich dabei nicht nur der visuellen Vermittlung, sondern greift zusätzlich auf eine auditive Komponente zurück. Ziel ist die Erweiterung des sensorischen Spektrums in der Wahrnehmung von wissenschaftlich-sachlichen Inhalten. Dabei verfolgt das Projekt die Zusammenarbeit mit professionellen SprecherInnen und SängerInnen, die über unterschiedlich emotional abgestufte Stimmschattierungen den MB-ix vertonen und ihm damit eine Stimme verleihen. Eine geringe Mitbestimmung wird durch leise und zaghafte Stimmen kodiert, eine hohe Mitbestimmungsstärke klingt lauter und selbstbewusst. Die Überlagerung visueller Eindrücke mit Soundcollagen kreiert ein mehrdimensionales Erlebnis der Wissenskommunikation.

Dieses Projekt enstand in der Abteilung Ungleichheit und Sozialpolitik am WZB.

Projektbeteiligte:  Dr. Robert Scholz (WZB) und Sigurt Vitols Ph.D. (WZB)

Projektbetreuung: Prof. David Skopec (UdK), Bernd Grether (UdK), Prof. Dr. Kathrin Peters (UdK), Jessica Haase (WZB)

Paula Ellguth und Marjam Fels: Double Shift

Das Forschungsprojekt „Double Shift“ beschäftigt sich mit den Auswirkungen des Syrienkonflikts auf das jordanische Bildungssystem. Seit 2011 erfährt das Königreich Jordanien einen großen Zustrom geflüchteter Kinder aus Syrien. Unterschiedliche strukturelle Ansätze in Schulen im ganzen Land ermöglichen eine Integration syrischer Schulkinder in das jordanische Bildungssystem. Das Projekt konzentriert sich dabei auf das Double-Shift-System, bei dem jordanische Kinder am Vormittag und syrische Kinder am Nachmittag unterrichtet werden. In zwei Feldstudien wurden auf qualitative Weise mit gestalterischen und sozialwissenschaftlichen Methoden vor Ort Daten erhoben und visuelles Material generiert.

Ein Forschungsgegenstand ist die Double-Shift-Schule Al-Arqam in der Industriestadt Sahab, südwestlich der Hauptstadt Amman. Durch einen Fragebogen konnten Erkenntnisse über die schulische Situation und die Bedürfnisse der SchülerInnen gewonnen werden. Ein partizipatorischer Workshop hat uns Auskunft über den Tagesverlauf der Kinder gegeben, und durch Interviews mit unterschiedlichen Stakeholdern (Schulleiterin, UNICEF etc.) konnten Stimmen eingefangen werden, die über die aktuelle Situation in Jordanien berichten, Eindrücke schildern und Wünsche äußern. Die Erkenntnisse und das visuelle Material werden auf einer Internetseite präsentiert. Neben den Forschungsergebnissen dienen die gewonnenen Daten und Analysen dazu, die aktuelle Situation in Jordanien bezüglich der syrischen Geflüchteten zu beleuchten und für die interessierte Öffentlichkeit narrativ auf einer Webseite zusammenzufassen.

www.double-shift.org

Dieses Projekt enstand in der Abteilung Ökonomik des Wandels am WZB.

Projektbeteiligte: Prof. Dr. Steffen Huck (WZB), Philipp Albert (WZB),  Jessica Haase (WZB), Gebhard Glock (WZB), Dr. Heike Harmgardt (EBRD), Wa’d Taweel (EBRD), Tala Sweis (Madrasati), Jameel Matalka (Madrasati), Ibrahim Youssef

Projektbetreuung: Prof. David Skopec (UdK), Prof. Dr. Maren Hartmann (UdK), Prof. Dr. Kathrin Peters (UdK), Katina Sostmann (UdK), Bernd Grether (UdK)

 

Hendrik Wittemeier: Rahmenbedingungen

Für ein vom Bundesfamilienministerium gefördertes Projekt zur Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit entstand eine experimentelle Installation. Ziel war es die erhobenen und zu Papier gebrachten Forschungsergebnisse wieder in die physische Welt zu überführen und leicht erfassbar und interessant zu gestalten. Als Grundlage der Forschung dienten Interviews und Gespräche mit Eltern. Warum sollten also nicht auch die ausgewerteten Daten wieder in Erzählungen und Geschichten überführt werden? In Geschichten können komplexe Zusammenhänge sichtbar werden. Geschichten laden dazu ein sie weiter zu erzählen.

Die Betrachter*innen können dabei selbst den Rahmen bestimmen, innerhalb dessen die Eltern arbeiten. Auf einem Podium lassen sich verschiedene physische Rahmen um das Bild eines Paares legen. Je nach aufgelegtem Rahmen ändert sich die Videokomposition, die an eine Wand projiziert wird. Mit animierten Bewegtbild-Elementen wird so die Arbeitsteilung der Familie unter verschiedenen Rahmenbedingungen gezeigt. Was bedeutet es, wenn die Eltern unter guten Bedingungen arbeiten? Welchen Spielraum haben sie? Wodurch wird er möglicherweise enger? An zwei gegensätzlichen Beispielen sollen markante Merkmale herausgestellt werden.

Zudem entstand in der Kooperation mit Sozialwissenschaftlerinnen eine kurze grafisch-animierte Einführung und Eingrenzung des Forschungsgegenstands »Familie und Arbeit«, in die auch angrenzende gesellschaftliche Tatsachen eingebunden werden, wie etwa der Gender Pension Gap oder der Gender Pay Gap.

Dieses Projekt enstand in der Projektgruppe Arbeit und Fürsorge und in der Projektgruppe der Präsidentin am WZB.

Projektbeteiligte: Dr. Janine Bernhardt (WZB) und Lena Hipp, Ph.D. (WZB) sowie Prof. Jutta Allmendinger Ph.D. (WZB) Jessica Haase (WZB)

Projektbetreuung: Prof. David Skopec (UdK), Prof. Dr. Gesche Joost (UdK), Jenny Baese (UdK), Bernd Grether (UdK)

Fellows 2016/2017

Patricia Doleschel, Universität der Künste
Nachwuchsgruppe "Arbeit und Fürsorge" (gemeinsam Lena Hipp)

Katharina Schwarz, Universität der Künste
Projektgruppe der Präsidentin (gemeinsam mit Ellen von den Driesch)

Sarah Hasenmeile, Universität der Künste
Projektgruppe "Politikfeld Internet" (gemeinsam mit Julia Pohle)

Ferdinand Weigel, Universität der Künste
Projektgruppe der Präsidentin (gemeinsam mit Michael Wrase)

Fellow 2015/2016

Paula Ellguth, Masterstudentin UdK
Abteilung Ökonomik des Wandels
Email: paulaellguth [at] gmx.de

Marjam Fels, Masterstudentin UdK
Abteilung Ökonomik des Wandels
Email: fels.marjam [at] googlemail.com

Katarina Lüth, Masterstudentin UdK
Abteilung Ungleichheit und Sozialpolitik
Email: katarina.lueth [at] wzb.eu

Hendrik Wittemeier, Masterstudent UdK
Projektgruppe Arbeit und Fürsorge
Email: henrik.wittemeier [at] wzb.eu

Fellows 2014/2015

Isabel Kronenberger, Masterstudentin UdK
Email: isabel.kronenberger [at] wzb.eu

Julia Schubert, Masterstudentin UdK
Abteilung Ökonomie des Wandels
Email: julia.schubert [at] wzb.eu