Discussion Paper

22 Tipps für einen besseren Wissenstransfer

Sozialwissenschaftler melden in der Regel keine Patente an, wenn ihre Erkenntnisse praktisch umgesetzt werden. Für ihre Karriere in der Wissenschaft ist es nicht förderlich, wenn sie praxisnah arbeiten. Und oft kommt es zu einer zeitlichen Verzögerung im Wissenstransfer: Es werden Themen erforscht, die noch nicht gesellschaftlich relevant sind – oder die Wissenschaft erkennt neuere Entwicklungen erst wesentlich später. Ist es also für Sozialwissenschaften besonders schwierig, ihre Erkenntnisse in öffentliche Debatten und spezifische Praxisfelder zu bringen? Nein, sagt ein Team der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik. Wissenstransfer ist ein Austausch zwischen Praktikern und Forschenden, von dem beide Seiten profitieren. Man muss jedoch einige Grundregeln beachten. Die Forscherinnen und Forscher legen 22 Empfehlungen als Handreichung für Wissenschaft, Wissenschaftspolitik und Praxis vor.

Der Wissenstransfer müsse in geeigneten Projekten frühzeitig in die Phase der Ideenfindung aufgenommen werden, schreibt das Team um Dagmar Simon. Die Zusammenarbeit mit Praxisakteuren sei zu institutionalisieren, etwa in Form von Praktikernetzwerken. Im Wissenschaftssystem solle Wissenstransfer durch diversifizierte Karrierewege und mehr Anerkennung im Reputationssystem der Disziplinen (etwa eigene Lehrstühle oder Zeitschriften für anwendungsorientierte Sozialforschung) gefördert werden.

Die Handlungsempfehlungen wurden vom WZB in Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig entwickelt und mit Forschungseinrichtungen und Akteuren aus Wissenschaftspolitik und Praxis diskutiert. Ein Sammelband mit den wissenschaftlichen Ergebnissen zum Thema soll Ende des Jahres erscheinen.

Zur Handreichung

Zum abgeschlossenen Projekt

Zum neuen Projekt