Berlin, eine gespaltene Stadt?
Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 18. September haben Ost und West sehr unterschiedlich gewählt. Im Osten sind Die Linke und die AfD stark, im Westen konnten unter anderem CDU und FDP deutlich mehr Stimmen gewinnen. Ist Berlin also noch immer eine gespaltene Stadt mit zwei verschiedenen, geographisch bestimmbaren Wählerschaften?
Dieser Frage sind Heiko Giebler und Sven Regel nachgegangen. Tatsächlich fanden die Demokratieforscher einen Ost-West-Effekt, der zumindest das Wahlergebnis von SPD, CDU, Die Linke und der FDP erklärt. Für das in Ost- und Westberlin unterschiedliche Abschneiden der Grünen und der AfD war dieser Effekt jedoch nicht ausschlaggebend. Hier machte vor allem die ungleiche Verteilung von demographischen und sozio-ökonomischen Faktoren den Unterschied, schreiben die Forscher in einem Beitrag für den WZB-Demokratieblog. So punkteten die Grünen vor allem in wohlhabenden Kiezen, während die AfD in ärmeren Stadtteilen profitiert hat. Und: Die AfD hat dort besonders gut abgeschnitten, wo wenig Menschen mit Migrationshintergrund leben.