Das Religiöse ist politisch
Religion ist ein prägender Faktor in der Gesellschaft. Nicht nur persönliche Glaubensüberzeugungen wirken auf den Umgang der Menschen miteinander, sondern mindestens ebenso gesetzliche Regelungen und institutionelle Vorgaben für die Einbindung der Religionen. Diese Ebene greifen Sozial- und Politikwissenschaftler des WZB im neuen Heft der Vierteljahresschrift WZB-Mitteilungen auf.
Den ideellen Grundlagen zeitgenössischer Gesellschaften widmet sich Silke Gülker in ihrer Analyse des Verhältnisses von Religion und Wissenschaft. Die Rolle von Institutionen für die Integration religiöser Vielfalt diskutieren drei Artikel: Während Folke Schuppert ebenso wie Marc Helbling und Richard Traunmüller die begrenzte Integrationskraft des traditionellen Staatskirchenrechts monieren, stellt Ines Michalowski verschiedene Ansätze zu einer Öffnung der Militärseelsorge vor. Dem Verhältnis von Religion und Bildungskarrieren geht Marcel Helbig nach. Plamen Akaliyski, Michael Zürn und Wolfgang Merkel schließlich interpretieren den Huntington'schen "Kampf der Kulturen" aus drei Perspektiven.
Das Heft wird ergänzt durch Konferenzberichte, Buchvorstellungen und zwei Texte zum Tod von Ulrich Beck.
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Erstmalig können Sie in das Heft auch hineinhören. Ein kurzes Interview mit Folke Schuppert über die Begrenztheit des deutschen Staatskirchenrechts finden Sie hier.