Gut vernetzt: Die Partei Alternative für Deutschland
Im April 2013 wurde die Partei Alternative für Deutschland (AfD) gegründet. Bei den Bundestagswahlen scheiterte sie nur knapp an der Fünf-Prozent-Hürde. Seitdem überbieten sich Medien und Öffentlichkeit mit Erklärungsversuchen für ihren raschen Aufstieg, wobei die europäische Dimension des AfD-Erfolgs in Deutschland nur wenig beachtet wird. WZB-Wissenschaftler Dieter Plehwe hat die Erfolge der AfD jetzt aus zwei Blickwinkeln analysiert. Zum einen untersucht er, welche Rolle der Erfolg rechtspopulistischer Parteien in anderen EU-Ländern für die AfD spielt. Außerdem beschreibt er ihre Verankerung in zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie in marktradikalen und rechtsliberalen Think Tanks.
Noch zu selten wird in Deutschland die Stellung der AfD im Kontext anderer europakritischer Parteien analysiert, der sich in den 2000er Jahren formierenden „neuen Rechten in Europa“. Plehwe verweist hier auf die Verbindungen zwischen der Alternative für Deutschland und der 2009 unter anderem von den britischen Tories gegründeten europäischen Partei „Allianz der Europäischen Konservativen und Reformisten“ (AECR). Plehwe schreibt: „Die Diskussion über die AfD wird aber in Deutschland erst dann ernsthaft geführt, wenn auch ihre europäischen Dimensionen erörtert und politisch bewertet werden. Das europäische Parlament wird in Zukunft sicher sehr viel stärker in eine Auseinandersetzung um konkurrierende Integrationsperspektiven verwickelt werden."
Aufschlussreich – auch was die finanzielle Basis der Partei betrifft – sind zudem die Verbindungen, die Dieter Plehwe zu neoliberalen Think-Tanks und ihren einflussreichen Mitgliedern und zu den Parteistiftungen herstellt.
Zum Discussion Paper: Dieter Plehwe, Matthias Schlögl: Europäische und zivilgesellschaftliche. Hintergründe der euro(pa)skeptischen Partei Alternative für Deutschland (AfD).