Kosten des Aufstiegs: WZB-Forscher über China
Die Entwicklung ist rasant: Innerhalb von knapp vierzig Jahren ist China von der Peripherie ins Zentrum der globalen Wirtschaft gerückt. Das Land ist zum weltweit größten Produzenten und Exporteur von Industriegütern geworden, das Bruttoinlandsprodukt ist um den Faktor 30 gewachsen. Das neue Heft der WZB-Mitteilungen beschreibt diesen Wandel und untersucht seine Folgen. Denn Industrialisierung und Urbanisierung verlangen nicht nur eine neue Umwelt-, Arbeits- und Gesundheitspolitik, die Transformation fordert auch das politische und gesellschaftliche Gefüge heraus.
In seinem einleitenden Essay beschreibt Matthew Stephen die Besonderheit des chinesischen Weges zur Modernisierung: Die transnationale Integration wird gelenkt von einem starken Staat. Künftigen Entwicklungen in Staat und Gesellschaft widmen sich die Beiträge von Mattias Kumm zum Konstitutionalismus, von Kerry Brown zur Entwicklung eines öffentlichen Raumes und von Giovanni Navarria, der die Hassliebe der Kommunistischen Partei Chinas zum Internet analysiert. Weitere Artikel befassen sich mit dem chinesischen Verhältnis zu den USA, mit der Autoindustrie, der Aids-Epidemie und der Wissenschafts- und Umweltpolitik in China.
Außerhalb des Schwerpunkts enthält das neue Heft Texte zu Kapitalismus und Demokratie, zur türkischen Diaspora, zu Wissenschaftsforschung und zu Fairtrade als Lifestyle.