Skandinavier vertrauen einander am meisten
Ein vertrauensvolles Klima unter den Bürgern gilt Sozialwissenschaftlern als wichtige Ressource für eine funktionierende und lebendige Gesellschaft. Wie stark dieses allgemeine Vertrauen – oder general trust – ausgeprägt ist, hat ein Forscherteam jetzt für 51 Länder untersucht. Am meisten vertrauen die Menschen in Schweden, der Schweiz und Norwegen einander, am schwächsten ist das generelle Vertrauen in der Türkei, Ruanda und Trinidad und Tobago. Mitautoren der Studie sind Kenneth Newton, Gastwissenschaftler am WZB, und der ehemalige WZB-Forscher Jan Delhey. Ihre Studie ist in der Zeitschrift „American Sociological Review“ erschienen.
Erstmals präsentieren die Wissenschaftler eine Messmethode für generelles Vertrauen, die echte Vergleiche zwischen einzelnen Staaten ermöglicht. Als Faustregel gilt: Je ärmer das Land, desto schwächer das Vertrauen in die Mitmenschen. Am stärksten ausgeprägt ist diese Form des Vertrauens in wohlhabenden westlichen Staaten, erst recht, wenn diese protestantisch geprägt sind.
Sozialwissenschaftler erforschen seit langem Ausmaß und Erscheinungsformen von Vertrauen. Besonderes Interesse haben Forscher am generellen Vertrauen – wenn also Menschen Mitmenschen Vertrauen schenken, obwohl sie diese noch nicht kennen. Diese Art Vertrauen gilt als wertvoller als das Zutrauen in uns bekannte Mitmenschen wie Angehörige, Freunde oder Nachbarn.