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Geschlechtstypische Studienfachwahl und Arbeitsmarktungleichheiten zwischen hochqualifizierten Frauen und Männern

Mein zweites Forschungsinteresse liegt in der Untersuchung von Arbeitsmarktungleichheiten zwischen hochqualifizierten Frauen und Männern. Ein zentraler Befund meiner Dissertation war, dass sich der Arbeitsmarkteintritt von Hochschulabsolvent/innen zwar generell zwischen Deutschland und Großbritannien unterscheidet, dass sich jedoch ähnliche Geschlechterunterschiede beobachten lassen: Frauen studieren andere Fächer und haben im Anschluss an ihr Studium ein größeres Risiko, nicht oder Teilzeit beschäftigt zu sein bzw. arbeiten in anderen Berufen und statusniedrigeren Positionen als Männer. In der Literatur zu Geschlechterungleichheiten im Arbeitsmarkt wurde der exklusiven Untersuchung von Hochqualifizierten jedoch bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Daher fokussiere ich derzeit auf Geschlechterungleichheiten unter Akademiker/innen in Deutschland und im internationalen Vergleich. In einem Beitrag untersuche ich auf Basis des HIS Absolventenpanels 1997, inwiefern die geschlechtstypische Studienfachwahl zu Lohneinbußen schon unmittelbar bei Arbeitsmarkteintritt führt und wie sich diese während der ersten fünf Jahre nach Abschluss verändert. In einem weiteren Beitrag analysiere ich die Bedingungen geschlechtstypischer Berufsaspirationen von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in Deutschland auf Basis der PISA-Daten 2006, insbesondere inwiefern die Geschlechtstypik der Berufe der Eltern, aber auch die Kompetenzen in typischen Mädchen- (Deutsch) und Jungendomänen (Mathematik) einen Einfluss haben. Aus einer komparativen Perspektive gehe ich des weiteren der Frage nach, ob die geschlechtstypische Studienfach- und Berufswahl sich nachteiliger für Frauen in solchen Ländern auswirkt, deren Arbeitsmärkte stärker durch das Berufsprinzip geprägt sind. Im Vordergrund all dieser Analysen steht immer die Frage, welche Bedeutung die horizontale Segregation von Studienfächern und Berufen für die Entwicklung von ungleichen Arbeitsmarktchancen im Lebensverlauf von Frauen und Männern hat und ob sich dies im Zeitverlauf verändert hat.

Projektlaufzeit: seit 2008

Kooperationspartner/innen:

Marcel Helbig, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Dr. Britta Matthes, Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Nürnberg (IAB)

Dr. Susanne Strauß, Universität Tübingen