Zeit gegen Geld
Eltern sind im Alter oft auf die Hilfe ihrer erwachsenen Kinder angewiesen. Welches Kind innerhalb einer Familie sich mehr um ein pflegebedürftiges Elternteil kümmert, haben jetzt Marcel Raab und Thomas Leopold mit Hilfe amerikanischer Daten untersucht. Offenbar spielen frühere Finanzspritzen der Eltern eine entscheidende Rolle. Kinder, die im Gegensatz zu ihren Geschwistern in den zurückliegenden zehn Jahren von den Eltern größere Geldgeschenke (im Wert von 5000 Dollar und mehr) erhalten haben, sind später eher bereit, für die Eltern da zu sein.
Die Studie zeigt allerdings, dass sich die Unterstützung auf Hilfe im Alltag beschränkt; die Pflege der Eltern übernehmen diese Kinder auch nicht häufiger. Die Forscher fanden ebenfalls Belege dafür, dass verheiratete Kinder ihre Eltern im Alter weniger unterstützen und seltener pflegen. Ihnen fehlt aufgrund von Verpflichtungen für die eigene Familie dafür die Zeit.
Die Untersuchung basiert auf einer Langzeitbefragung unter 1.000 Männern und Frauen, die mindestens zwei Kinder haben und im Alter allein leben. Sie ist unter dem Titel "The temporal structure of intergenerational exchange: A within-family analysis of parent-child reciprocity” im amerikanischen Journal of Aging Studies erschienen.