Anna Holzscheiter über

Kinderarbeit und politische Repräsentation

Zahlreiche internationale NGOs setzen sich dafür ein, Kinderarbeit zu verbieten. Ihr Anspruch ist es, als politische Repräsentanten der Kinderarbeiter aufzutreten, um deren Bedingungen zu verbessern. Gleichzeitig haben sich Kinder und Jugendliche, die Kinderarbeit leisten, organisiert, um selbst für ihre Rechte einzutreten. Anna Holzscheiter, Leiterin der WZB-FU-Nachwuchsgruppe Governance for Global Health, zeigt jetzt in einer Analyse, wie stark deren Forderung nach selbstbestimmter Vertretung mit den Vorstellungen der westlichen NGOs kollidiert.

Während diese ein traditionelles Bild von Kinderarbeit haben und Kindern die Fähigkeit zur politischen Repräsentation absprechen, argumentieren die neuen Organisationen der Kinderarbeiter, dass sie Arbeit und Verdienst dringend brauchen, um neben der Unterstützung ihrer Familien ihre eigene Bildung zu finanzieren.

Anna Holzscheiter zieht zwei Schlussfolgerungen aus ihrer Analyse: Bezogen auf die Repräsentationstheorie müssen die methodischen Instrumente ausgebaut werden, um zu einem umfassenderen Bild politischer Repräsentation zu gelangen. Für die Forschung ist eine systematischere empirische Datenlage notwendig.

Ihre Analyse ist im Review of International Studies erschienen.

Anna Holzscheiter: Representation As Power and Performative Practice: Global Civil Society Advocacy for Working Children. In: Review of International Studies, 2015. DOI 10.1017/S0260210515000145.