Zahlen machen Politik
Wie gut Migranten und ihre Nachkommen integriert sind, darüber wird in Deutschland viel behauptet und heftig gestritten - aber meist ohne belastbare Datengrundlage. Abhilfe soll ein Integrationsmonitoring schaffen, das auf Bundes-, Länder- und lokaler Ebene regelmäßig den Stand der Integration erfasst.
Wie und was gemessen wird, ist aber politisch und gesellschaftlich brisant. Können Statistiken, die die Frage nach der sozialen Schichtung nicht angemessen berücksichtigen, fälschlicherweise der Wahrnehmung Vorschub leisten, dass Migranten aus bestimmten Ländern überproportional für gewisse Probleme verantwortlich sind? Oder werden gerade kulturell oder religiös bedingte Integrationsprobleme durch bestimmte statistische Darstellungen verschleiert?
Diese Fragen debattieren am Donnerstag, 11. November 2010, 17 bis 19 Uhr, Experten im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB).
Es diskutieren:
Dr. Andreas Kapphan, Referent beim Arbeitsstab der Beauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration im Bundeskanzleramt
Kenan Kolat, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland
Prof. Dr. Han Entzinger, Sozialwissenschaftliche Fakultät an der Erasmus-Universität Rotterdam
Prof. Dr. Ruud Koopmans, Direktor der WZB-Abteilung Migration, Integration, Transnationalisierung
Moderation: Andrea Dernbach, Der Tagesspiegel
Pressekontakt:
Claudia Roth, Referat Information und Kommunikation,
Telefon: (030) 25491-510, E-Mail: claudia.roth [at] wzb.eu