Wie die Verkehrswende gerechter werden kann
Wie kann die Verkehrswende gerechter gestaltet werden? Das ist die Frage, die die beiden Mobilitätsforscherinnen Sarah George und Theresa Pfaff umtreibt. Denn die Bedürfnisse und Perspektiven marginalisierter Gruppen*, darunter Menschen mit Migrationshintergrund, werden in der Verkehrsplanung und Mobilitätsforschung oft nicht berücksichtigt. Ein Video der Forscherinnen dokumentiert die Podiumsdiskussion, die am 2. Mai 2023 mit Vertreter*innen aus Politik, Verkehrsplanung und Mobilitätsforschung zu diesem Thema stattgefunden hat, und fasst die Analysen der beiden Forscherinnen zusammen.
"Im Kontext des Klimawandels kommt der Mobilitätswende eine immer größere Bedeutung zu und daher sollten auch alle gesellschaftlichen Gruppen ein Mitspracherecht haben", machen die beiden WZB-Forscherinnen Sarah George und Theresa Pfaff aus der WZB-Forschungsgruppe Digitale Mobilität deutlich. In der Verkehrsplanung und Mobilitätsforschung fließen die Bedürfnisse und Perspektiven dieser und anderer marginalisierter Gruppen* jedoch oft nicht ein. Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion am WZB, die im Video dokumentiert wird, und des Forschungsprojekts der beiden Forscherinnen stand daher die Frage, wie eine Mobilitätswende inklusiver gestaltet werden kann. bei der Diskussion wurden mit dem Publikum dabei wichtige Fragen zur inklusiven Verkehrswende aufgeworfen und Erfahrungen ausgetauscht, vor allem bezogen auf Menschen mit Migrationshintergrund. Die Veranstaltung gehört zum Forschungsprojekt „Inklusive Verkehrswende“ am WZB.
Für ihr Forschungsprojekt haben Sarah George und Theresa Pfaff zudem qualitative Interviews mit Menschen mit Migrationshintergrund geführt. Ausschlaggebend waren Daten der repräsentativen Mobilitätserhebung „Mobilität in Deutschland“, die zeigen, dass es für diese Gruppe strukturelle Einschränkungen in ihrer Alltagsmobilität gibt. Menschen mit Migrationshintergrund müssen für ihre Alltagsmobilität bei gleichen Entfernungen durchschnittlich 10 Prozent mehr Zeit aufwenden, so die Zahlen der repräsentativen Studie „Mobilität in Deutschland“ (2017).
*In diesem Projekt wird eine von vielen marginalisierten Gruppen besprochen. Es gibt zahlreiche gesellschaftliche Gruppen, deren Perspektive durch sozial-politische Strukturen benachteiligt werden und die in Transformationsprozessen nicht berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem Menschen mit einem geringeren Einkommen, Menschen, die durch mangelnde Barrierefreiheit in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen eingeschränkt werden („Menschen mit Behinderung“) und migrantisierte und rassifizierte Personen. Intersektionalität, also das Zusammenwirken verschiedener Diskriminierungsmechanismen, wirkt sich dabei zusätzlich auf Benachteiligungserfahrungen im Straßenverkehr aus.
19.06.2023
